| Autor |
Beitrag |
velania
Experte 
Beiträge: 1487
Beziehung zum Thema Albanien: verheiratet mit Albaner/in
Ich habe das Forum gefunden...: ...durch Freunde/Bekannte
|
|
| nach oben |
|
 |
Nadja
Vielschreiber 
Beiträge: 180 Ort: Hessen
Beziehung zum Thema Albanien: verlobt mit Albaner/in
|
Erstellt: 11.03.08, 15:27 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
Zitat: Ladina
Zitat: Admin
| Ich dachte sie dürfen nur nicht auf den Balkon, weil der eben von aussen sichtbar ist. Der Hof hat allerdings eine 8 m hohe Mauer, in den sie können. Man korrigiere mich, wenn ich es mißverstanden habe, doch so habe ich es herausgehört. |
Nein, es wurde zum Schluss doch klar gesagt, der Balkon ist eh tabu und ansonsten darf er sich auch nur im Haus aufhalten. Man hat an den enttäuschten Gesichtern der Kinder gesehen, das sie vom Regen in die Traufe gekommen sind. Ja, Eleni, das war auch mein Empfinden. Ich halte die Arbeit der Nonnen vielleicht für die Familie, die in Angst lebt, ganz hilfreich, aber auf der anderen Seite mehr als bedenklich, was ihre Bemühungen um Vergebung angeht. Habt ihr nicht gesehen, wie sehr der Typ genervt war, der Besnik? Die Nonnen sind zurück ins Auto und meinten, wenn sie noch einen Moment länger da geblieben wären, hätte er die Pistole gezogen. Damit tun sie niemanden einen Gefallen, ganz im Gegenteil, sie schüren damit doch nur noch mehr Hass und bringen sich selber auch noch in Gefahr. Die haben einfach nicht genug Hintergrundwissen um als Vermittler aufzutreten. Ausserdem sind es Frauen und nur weil sie Nonnen sind, werden sie auch nicht mehr beachtet und respektiert. |
Ich glaub der Mann hatte nach dem Auftritt der Nonnen nur noch mehr Hass in sich.Auch wenn es von den Ordensschwestern gut gemeint ist, so sollten sie sich in solchen Angelegenheiten besser nicht einmischen. Wie die Frau am anfang gesagt hat, das sind Männer sachen. Da können Frauen eh nichts daran ändern. So traurig es leider auch ist.
|
|
| nach oben |
|
 |
Marion
Experte 
Beiträge: 3847 Ort: NRW
Beziehung zum Thema Albanien: verheiratet mit Albaner/in
|
Erstellt: 11.03.08, 16:04 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
hhmmm weiss eigentlich jemand wann das gefilmt wurde ? Mich hätte jetzt noch interessiert was aus den Familien geworden ist, ich meine also die Reportage hörte einfach so auf, mir ist auch nicht ganz klar was damit ausgedrückt werden sollte.
Me don ti mua ?


|
|
| nach oben |
|
 |
Jasmiene
Experte 
Beiträge: 515
Beziehung zum Thema Albanien: verheiratet mit Albaner/in
|
Erstellt: 11.03.08, 20:32 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
|
Ich habe die Doku auch gesehen.Echt schrecklich,wenn man bedenkt,wie die Menschen da leben. Und sehr großen Respeckt an die Nonnen die dort helfen.Aber ob man den Familien dort wirklich helfen kann und ob die Blutrache jemals aufhört,das bezweifle ich. @Marion:Ich weiss zwar nicht von wann der Film ist,aber so lange kann das noch nicht her sein.Der Vater und der Onkel erzählten im Film,dass sie 1994 die Tat begangen haben.
|
|
| nach oben |
|
 |
Admin
 Administrator
Beiträge: 6987 Ort: Essen
Beziehung zum Thema Albanien: Albanienliebhaber
Interessen: Sprachen, Musik, Philosophie, Religion
|
Erstellt: 11.03.08, 20:56 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
|
Manche Dinge sind doch einfach nur informativ und sollen nicht unbedingt "etwas ausdrücken". Was sollen Reportagen denn schon groß ausdrücken? Sie dienen der Information, des Austauschs, der neuen oder anderen Sichtweise, etc. Hier habe ich einen Artikel gefunden zu dem Film, in dem es heißt: Die Blutrache bestimmt das Leben vieler Menschen. Tausende können ihre Häuser aus Angst vor den Rächern nicht mehr verlassen. Ihnen droht der Tod, sobald sie über ihre Türschwelle treten. Eine deutsche Nonne stemmt sich gegen den KANUN - ein Jahrhunderte alter Kodex zu Ehre und Rache in Albanien. Ganze Familien sind auf der Flucht vor dem Rächer. Sie sind Gejagte, sie wissen nicht, wann die tödliche Kugel kommt. "Der Rächer weiß, wo wir leben. Wir müssen verschwinden", sagt der Mann und schaut zu seinen Söhnen hinüber. "Soll er mich doch erschießen, aber nicht meine Kinder." Auch Christian fürchtet den Rächer. Er kennt jeden Fleck an der Wand. Stundenlang beobachtet er, wie die Schatten durch das Zimmer wandern. Über ihm hängt ein Bild seines Vaters, dem er all das zu verdanken hat. Vor zwölf Jahren mordeten sein Vater und sein Onkel, seitdem ist Christian in diesem Raum wie eingesperrt. Seine letzte Hoffnung ist die deutsche Ordensschwester Christina Färber. Sie ist eine Vermittlerin, sie versucht das fast Unmögliche: Verfeindete Familien sollen auf Rache verzichten und sich versöhnen. Nur in wenigen Fällen hat sie Erfolg. "Ich habe schon so viele Menschen mit einer Kugel im Kopf auf dem Boden liegen sehen", sagt sie. Denn der Kanun, das albanische Gewohnheitsrecht, ist unerbittlich: "Die geraubte Ehre kennt keine Buße. Sie kann nicht verziehen werden. Die geraubte Ehre wird nur durch das Vergießen des Blutes ersetzt." Eine story über Familien "in der Blutrache", die nach dem Gesetz der Ehre leben und töten. Und über eine Nonne, die für das Überleben kämpft. [Quelle: http://www.prisma-online.de/ksta//sendung.html?cid=West3&stime=2008-03-10%2022%3A00%3A00%2B01 ] In wenigen Fällen hat sie Erfolg! Ist nicht auch nur ein einziger erfolgreicher Fall all das wert?
____________________ What hurts the most was being so close and havin' so much to say and watchin' you walk away. And never knowin' what could've been and not seein' that lovin' you is what I was tryin' to do.
|
|
| nach oben |
|
 |
Admin
 Administrator
Beiträge: 6987 Ort: Essen
Beziehung zum Thema Albanien: Albanienliebhaber
Interessen: Sprachen, Musik, Philosophie, Religion
|
Erstellt: 11.03.08, 21:09 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
|
Was der KANUN zur Blutrache sagt: Die Rache Die Blutrache (gjak, gjakmarrje) wird, anders als die Todesstrafe, die von der Gemeinschaft wegen Delikten, die die Gemeinschaft als solche bedrohen, von der Familie (der patrilinearen Verwandtschaft) des Geschädigten innerhalb der Regeln des Kanun vollstreckt. Sie betrifft nur Männer; auf Frauen und Kinder darf ebensowenig wie auf Vieh und Häuser
geschossen werden (§§ 835-836). Der Ausführende eines Anschlags, ebenso der Anstifter, meist auch die Mittäter fallen unter die Blutrache (§§ 822-842). Bei Tötungen wird zwischen Mord und unbeabsichtigter (fahrlässiger) Tötung unterschieden; letztere ist straflos (§§ 932-938). Der Mörder (dorëras) muss die Familie des Opfers informieren, damit kein falscher Verdacht aufkommt, und für den Transport des Toten zu dessen Familie sorgen. Auf keinen Fall darf er dessen Waffe stehlen; wenn er sie zum Beweis seiner Tat mitnimmt, muss er sie der Familie des Opfers schicken38. Er muss durch Vermittler zunächst einen 24stündigen Waffenstillstand (besë) erwirken und an der Beerdigung seines Opfers teilnehmen; die Familie kann noch einen weiteren 30tägigen Waffenstillstand gewähren, muss es aber nicht. Gelingt es der Familie des Opfers, den Mörder, ohne dass eine besë gewährt wurde, binnen 24 Stunden zu töten, gilt dies als vollzogene Blutrache, danach eröffnet die Tötung des Mörders eine neue Blutrache (§§ 843- 873). Außerdem muss an das Banner eine hohe Geldstrafe von 3000 Grosh, 100 Schafen und einem halben oder ganzen Ochsen gezahlt werden, für Verwundungen die Hälfte (§§ 892-895), in der Mirdita zusätzlich noch 500 Grosh an die Gjonmarkaj. In der ursprünglichen Form des Kanun richtete sich die Rache nur gegen den tatsächlichen Mörder, später gegen jeden männlichen Verwandten (§§ 898-900). Auch die Tötung in Selbstverteidigung, zur Abwehr eines Raubes, einer Brandstiftung oder wegen einer Beleidigung zieht Blutrache nach sich, obwohl die Ehre es häufig verlangt, zur Waffe zu greifen (§§ 909-915). Die eigene Frau und ihren Liebhaber darf man nur in flagranti mit einem einzigen Schuss töten, ohne Blutrache auf sich zu ziehen; sonst ist der Stamm, das Dorf oder das Banner verpflichtet, die Ehebrecher hinzurichten (§§ 920-931). Selbst Tötungen innerhalb der Familie sind genau geregelt: Selbstmord und Tötung des Sohnes durch den Vater sind straffrei, für Brudermord ist nur die Geldstrafe zu zahlen, weil keine andere Familie da ist, bei der man das Blut nehmen könnte; auf Vatermord steht die Todesstrafe, weil er die maximale Verletzung des patriarchalen Systems darstellt; Tötung des Ehepartners oder der Mutter löst Blutrache mit der Familie der Ermordeten aus (§§ 958-964). Versöhnungen können durch Vermittler (shkues) und Bürgen (dorzân) oder im Rahmen einer Generalamnestie (dies meist im Kriegsfall) zustandekommen (§§ 965-990). Die langwierigen Vermittlungsverfahren, die durch die Familie des zuletzt Ermordeten beliebig abgebrochen werden können, enden im Erfolgsfall mit einer Blutsbrüderschaft, die auch Heiraten im Wege stehen (§§ 988-990). Es gibt Spezialisten für das Gewohnheitsrecht in Kosovo und in Nordalbanien, die sich seit Jahrzehnten hauptsächlich mit der Aussöhnung verfeindeter Familien befassen. Es bleibt die Frage, warum es die Blutrache nicht beim Talionsprinzip belässt und die ursprüngliche Tötung nicht mit einer weiteren Tötung tilgt und so die Affäre beendet, sondern zu einem “Pingpongspiel” ausartet, das sich über viele Generationen hinzieht. Der ungarische Geograph und Ethnograph Baron Nopcsa untersuchte Gemeindestatistiken der Jahrhundertwende und führte 23-42% aller Todesfälle bei Männern auf Mord zurück. Der Grund dürfte darin liegen, dass die Blutrache mehr ist als bloße Rechtspflege - denn wenn die Gesellschaft der nordalbanischen Berge sich für eine Reihe von Verstößen Institutionen, Verfahrensweisen und Sanktionen geschaffen hat, hätte sie dies im Prinzip auch für alle Tötungsdelikte tun können. Karl Kaser ordnet sicher zu Recht die Blutrache in den Ahnenkult ein: Die Seele des Ermordeten kann erst dann Ruhe finden, wenn sein Tod gerächt wurde.
____________________ What hurts the most was being so close and havin' so much to say and watchin' you walk away. And never knowin' what could've been and not seein' that lovin' you is what I was tryin' to do.
|
|
| nach oben |
|
 |
geni
Küken 
Beiträge: 15
|
Erstellt: 11.03.08, 21:17 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
also ich habe diese doku auch gesehen und mindestens zum dritten mal ich muss leider dazu sagen es war nicht wert einer seits sagten die das der kanun nicht erlaubt frauen zu töten andereseits aber sagte der besnik seine frau würde umgebracht und dazu noch die eine familie waren roma das war nicht zu versehen.Der doku hat sie überhaupt nicht mit würzeln dieses problems befasst sondern einfach irgendwas gezeigt.
|
|
| nach oben |
|
 |
Admin
 Administrator
Beiträge: 6987 Ort: Essen
Beziehung zum Thema Albanien: Albanienliebhaber
Interessen: Sprachen, Musik, Philosophie, Religion
|
Erstellt: 11.03.08, 21:49 Betreff: Re: Doku im WDR,heute "Blutrache in Albanien"
drucken
weiterempfehlen
|
|
|
Was genau hättest Du/Ihr denn sehen wollen?
____________________ What hurts the most was being so close and havin' so much to say and watchin' you walk away. And never knowin' what could've been and not seein' that lovin' you is what I was tryin' to do.
|
|
| nach oben |
|
 |
|
powered by carookee.com - eigenes profi-forum kostenlos
Layout © Karl Tauber
|