Das Autobahnnetz in Albanien zählt zu einem der jüngsten in Europa und befindet sich im ständigen Ausbau. Für die bisher erbauten Autobahnen (albanisch: autostrada resp. autostradë) beziehungsweise Autobahnteilstücke werden keine Gebühren wie Maut oder Vignette erhoben. Gebaut und verwaltet werden die Autobahnen vom albanischen Verkehrsministerium. Die gesetzlich vorgegebene Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h.
Liste der Autobahnen
Nord/Süd-Korridor
Nord/Süd-Korridor ist die Bezeichnung der geplanten Achse Shkodër-Gjirokastër, welche als Teil der adriatisch-ionischen Autobahn schnelle Fernverkehrsverbindungen nach Montenegro und Griechenland ermöglicht. Die Straßenstücke mit der Bezeichnung A1 und A2 sind Bestandteil dieses Korridors. Einzelne Teilstücke davon wurden bereits dem Verkehr übergeben oder befinden sich zur Zeit im Bau.
A1
Die A1 verbindet Tirana mit der Hafen- und Touristenstadt Durrës. Fertiggestellt wurde die Strecke im Jahr 2000. Es handelt sich um die erste Autobahn Albaniens. Sie ist pro Fahrtrichtung dreispurig (inklusive Pannenstreifen), wird im Großraum Tirana aber bereits auf vier Fahrstreifen pro Richtung verbreitert. Als Teil des Nord-Süd-Korridors wird die A1 bis nach Shkodra und dann weiter nach Montenegro verlängert.
| Streckenverlauf |
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| Durrës - Vora - Tirana - Fushë Kruja - Milot - Lezha - Shkodra - Han i Hotit - Montenegro | ~150 km |
| Fertiggestellt (Sommer 2006) |
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| Durrës - Vora - Tirana | vier richtungsgetrennte Fahrbahnen | 38 km |
| Vora - Fushë Kruja - Milot - Lezha | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | ? km |
| Lezha - Shkodra | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | ? km |
| In der Bauphase (Sommer 2006) |
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| Shkodra - Han i Hotit - Montenegro | | ? km |
| Vora - Fushë Kruja | | ? km |
A2
Die Bauarbeiten an der Autobahn zwischen
Lushnje und
Fier (Juli 2006)
Die A2 wird nach ihrer Fertigstellung Durrës mit der historischen Stadt Gjirokastra in Südalbanien verbinden und weiter zur griechischen Grenze bei Kakavija führen. Die Durchreisezeit von Tirana nach Athen wird in etwa bei sechs Stunden liegen. Sie ist – wie die A1 – eine zweispurige Autobahn pro Fahrtrichtung. Auf griechischer Seite soll der Autobahnanschluss an Albanien im Jahre 2012 erfolgen. Eine West/Ost-Spange der A2 wird nach Saranda führen. Gemeinsam mit der A1 wird die A2 eine Gesamtlänge von 405 km haben und somit der längste Korridor Albaniens sein.
| Streckenverlauf |
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| Hauptstrecke: Durrës - Rrogozhina - Lushnja - Fier - Tepelena - Gjirokastra - Jergucat - Kakavija - Griechenland | ~177 km |
| West/Ost-Spange: Jergucat - Saranda - Konispol - Griechenland | 72 km |
| Fertiggestellt (Sommer 2006) |
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| Durrës - Rrogozhina - Lushnja | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | 50 km |
| Gjirokastra - Kakavija | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | ? km |
| In der Bauphase (Sommer 2006) |
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| Lushnja - Fier | vorgesehene Eröffnung: Herbst 2007 | 21,6 km |
| Tepelena - Gjirokastra | vorgesehene Eröffnung: Februar 2007 | 23 km |
Paneuropäischer Verkehrskorridor VIII
Paneuropäische Verkehrskorridore sind wichtige internationale Verkehrsachsen, die jeweils auf Schiene und Straße, teilweise auch kombiniert, zum wirtschaftlichen Warenaustausch und Aufschwung in Osteuropa beitragen sollen. Der Paneuropäische Verkehrskorridor VIII (in Albanien meist nur als Korridor VIII bezeichnet) verbindet die albanischen Adria-Häfen mit dem schwarzen Meer und gilt als kombinierte Verkehrsachse. Bulgarien und Mazedonien soll dadurch einen Zugang nach Westen ermöglicht werden. Vor Fertigstellung des Paneuropäische Verkehrskorridors VIII sollen laut albanischen Behörden die Revitalisierung und Erweiterung der beiden Häfen von Durrës und Vlora abgeschlossen sein. Für Albanien ist der Korridor VIII eine wichtige West/Ost-Verbindung.
| Streckenverlauf |
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| Gateway 1: Durrës - Rrogozhina - Elbasan - Qafa Thanë - Mazedonien | 183 km |
| Gateway 2: Vlora - Fier - Lushnja - Rrogozhina | Teil der A2 | 77 km |
| Nord/Süd-Spange: Qafa Thanë - Pogradec - Korça - Kapshtica | 96 km |
| Fertiggestellt (Sommer 2006) |
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| Durrës - Rrogozhina - Lushnja | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | 50 km |
| Rrogozhina - Elbasan - Qafa Thanë | zwei nicht-richtungsgetrennte Fahrbahnen | ? km |
Durrës-Kukës-Morina
Die größte Herausforderung für die albanische Regierung stellt die Verkehrsachse in den Kosovo dar. Mit knapp 400 Mio. US-Dollar ist sie auch das momentan teuerste Infrastrukturprojekt in Albanien. Allein das 55 km lange Teilstück Rrëshen-Kalimash mit Baukosten von über 300 Mio. US-Dollar zeigt, dass das Vorhaben, eine Autobahn im gebirgigen Nordalbanien zu bauen, mit hohem Aufwand verbunden ist. Dennoch gibt die Regierung dieser Straßenverbindung Priorität, da die Erschließung des kosovarischen Absatzmarktes und der Zugang Kosovos an die Adriahäfen den Volkswirtschaften in beiden Ländern helfen dürfte. Zudem kommt ein Großteil der Touristen, die Albanien jährlich besuchen, aus dem Kosovo. Diese Achse würde weiters auch eine Verbindung mit dem Paneuropäischen Verkehrskorridor X (via Prishtina und Niš) ermöglichen.
Von Durrës aus führt die Autobahn bis nach Milot auf der A1, wo sie dann von ihr abzweigend in nordöstlicher Richtung durch Bergregionen in den Kosovo verläuft. Als Bauende prognostiziert man das Frühjahr 2008, wobei die Finanzierung noch nicht für alle Teilstrecken geklärt ist.
| Streckenverlauf |
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| Durrës - Milot - Rreshen - Kalimash - Kukës - Morina - Kosovo | ~177 km |
| Fertiggestellt (Sommer 2006) |
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| Durrës - Tirana | Teil der A1 | 38 km |
| Fushë Kruja - Milot | Teil der A1 | ? km |
| In der Bauphase (Sommer 2006) |
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| Milot - Rrëshen | | ? km |
Zentral-Korridor
Der 2006 im Bau befindliche Abschnitt Tirana-Elbasan stellt die Verbindung Tiranas mit dem Korridor VIII und Berat sowie bei Tepelena mit dem Nord/Süd-Korridor dar.
Das im Bau befindliche Teilstück von Tirana nach Elbasan bietet eine Alternative zur heutigen Straße durch hohes Bergland, entlastet die Innenstadt von Tirana von Durchgangsverkehr nach Elbasan und bietet dem Schwerverkehr eine Alternative zum 80 km weiteren Umweg über Durrës. Baubeginn war im April 2006. Die Straße wird voraussichtlich Ende des Jahres 2007 fertiggestellt sein. Die Kosten für die 50 km lange Strecke werden sich auf etwa € 40 Mio. belaufen.
Rruga e Arbërit
Bei der Strecke Tirana-Dibra soll es sich um eine gut ausgebaute zweispurige Schnellstraße handeln, die im Vergleich zur jetzigen Fernverbindung über Milot um 100 km kürzer ausfällt. Obwohl auch Projektentwürfe für eine Autobahn vorliegen, gilt ein solcher Bau als unwahrscheinlich, da die relativ niedrige Verkehrsauslastung die hohen Kosten nicht rechtfertigen würde. Selbst der Entwurf für eine Schnellstraßenverbindung kostet mehr als 160 Mio. Euro für 76 km zwischen Tirana und Dibra, da mehrere lange Tunnel gebaut werden müssen. Stellenweise ist schon im Jahr 2005 mit den Arbeiten begonnen worden. Jedoch ist ein Bauende schwer einzuschätzen, da andere Infrastrukturprojekte größere Priorität haben.
Liste der Europastraßen
Mehrere Europastraßen verlaufen durch Albanien. Zum Teil entsprechen die Strecken den oben aufgeführten Verbindungen. Die übrigen Teilstücke werden mehrheitlich ebenfalls zu Schnellstraßen/Autobahnen beziehungsweise guten Landstraßen ausgebaut.
- E86 Korça - Florina (Griechenland) - Thessaloniki (Griechenland)
- E851 Dubrovnik (Kroatien) - Bar (Montenegro) - Ulcinj (Montenegro) - Shkodra - Prishtina (Kosovo)
- E852 Tirana - Elbasan - Struga (Mazedonien) - Ohrid (Mazedonien)
- E853 Saranda - Ioannina (Griechenland)