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ICH, KINSKI Buch

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Lope de Aguirre

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Ort: NRW



New PostErstellt: 26.02.05, 03:35  Betreff:  ICH, KINSKI Buch  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen



ISBN-Nr.: 3-88799-063-3

Das beste Buch über Kinski, was ich kenne!

Auszug aus Kinskis erster, unveröffentlichter Biographie "Leben bis Sommer 1952":

    Zitat: Klaus Kinski
    Ich steige auf den ersten besten Tisch und spreche, schreie, brülle, flüstere, hauche, keuche, weine, lache die Balladen des François Villon aus meiner Seele, barfuß, in zerrissenem Pullover und mit Schiebermütze, in der ich nach jeder Ballade Geld einsammle.“ So beschreibt Klaus Kinski seinen allerersten Rezitationsabend im Frühjahr 1952 im Berliner Cafe „Melodie“. Zehn Jahre später beendet er eine Karriere, die Ihresgleichen sucht, wendet sich endgültig von der Bühne ab und dem Film zu. Die zuvor erbrachte Leistung ist rekordverdächtig, umfasst mehrere hundert Auftritte in zumeist ausverkauften Sälen. In nur 5 Jahren, zwischen 1957 und 1962, nimmt er 30 Sprechplatten auf. Als „Deklamator“ schafft er es 1961 sogar auf die Titelseite vom SPIEGEL, dort will man wissen, dass „eine Million Deutsche ihn gehört haben“ und errechnet über 389 Vorstellungen für die vorangegangenen 3 Jahre. Danach versucht er die Steigerung seines auf der Bühne nicht mehr steigerbaren Erfolgs durch skandalöse Abbrüche seiner Vorträge zu erzielen. Er bricht bald öfter ab, als dass er seine Auftritte zuende führt, was schließlich den endgültigen Abbruch seiner letzten Tournee zur Folge hat. 1971 kommt er noch mal zurück, für zwei Abende, und scheitert an dem Skandalimage, das ihm seither sowohl in der negativen Erwartung des Publikums, als auch im eigenen Anspruch der Selbstinszenierung anhaftet. Die Ursprünge von Kinskis frühem Erfolg sind schwer auszumachen. Die Spurensuche führt uns zurück ins Jahr 1952, das wohl Kinskis eigenkreativste Schaffensphase markiert. Er schreibt eine Autobiographie, einen Gedichtband, das Drehbuch „Caspar Hauser“, bearbeitet „Romeo und Julia“ und „Schuld und Sühne“ fürs Theater, fertigt hierfür sogar Kostüm- und Bühnenskizzen an und malt Bilder. Er fühlt und inszeniert sich als unverstandenes, aussätziges Genie. Unterdrückt von Bürokratie und dem Unverstand deutscher Theaterdirektoren, ist er auf der Suche nach einem Weg, der ihn direkt und! nach seiner Vorstellung zum Publikum führt. Sein Leid findet ihm Seelenverwandte. In seiner bis heute unveröffentlichten, in dritter Person über sich verfassten Autobiographie „,Leben‘ bis Sommer 1952“ klingt das so: „Im jagenden Fieber, in der zerreißenden maßlosen Unruhe seiner Seele, mit der er die ganze Welt durchpflügen will, ist er wie einst Rimbaud und in der blutigen Zerschlagenheit, seinem rasenden Lebenshunger, in der rastlosen Kritik an allem, in der Enttäuschung, in seinem Kampf um die Wahrheit der Gerechtigkeit, der ihn immer wieder zurückstößt in die trostlose Einsamkeit des Geächteten, in der immer wieder völligen Verarmung und Obdachlosigkeit eines Bettlers, in der revolutionären Raserei gegen die Stumpfheit und Verlogenheit der Menschen, die er auch zum Inhalt seiner Gedichte macht, und zugleich in der zerschmetterten, traurigen aber gläubigen Kindlichkeit ist sein Schicksal das von Villon.“

    An anderer Stelle im gleichen Text schreibt er: „Ihm geht es nicht um den Begriff der ‚Kunst‘, sie dient ihm lediglich als Mittel zum Zweck. ‚Ich würde am liebsten auf die Straße gehen und den Menschen helfen, indem ich ihnen die Schmerzen abnehme. Da ich aber weiß, dass man in den wenigsten Fällen dazu fähig ist, möchte ich ihnen wenigstens von einem Podium aus sagen, was ihnen als Gleichnis zur Wahrhaftigkeit zurück verhelfen kann.‘“ Verknüpft man die beiden Textstellen miteinander, so erklärt sich der Auftritt mit Gedichten von Villon beinahe als logische Konsequenz, befruchten sich zwei Motive des jungen Kinski zur Geburtsstunde von Deutschlands erfolgreichstem Rezitationskünstler. Villon erlaubt ihm, sich einerseits als ungerecht behandelte Kreatur darzustellen und das andererseits der Welt ins Gesicht zu schreien. Die Grenzen zwischen Autor und Rezitator verschwinden. Er selbst beschreibt die Symbiose wie folgt: „Als er in einer zotigen Kneipe drei Nächte lang Balladen! von Villon spricht, kann er nachts oft nicht weiter sprechen vor Tränen. Es war, als hätte er Blut auf den Lippen gehabt von seinem zerrissenen Herzen, denn auch er hatte wieder den höchsten Grad seiner Verzweiflung erreicht, jedes Wort von Villon ist das Bekenntnis seiner eigenen Seele, eine Auseinandersetzung mit der Welt der Menschen, aber in dem eindeutigen Aufschrei der gequälten Kreatur. Sein Ausdruck ist Revolution, Revolution gegen jede Unterdrückung und gegen die kleinste Einschränkung der Freiheit eines jeden Wesens, Revolution gegen kleinliche menschliche Gehässigkeit und Verrohung, Revolution gegen Gleichgültigkeit und Apathien, Revolution gegen das Verruchte und Verlogene, Revolution für die Hingabe der Liebe und für das große Mitleid, Revolution für die Schmerzen.“ ...



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"...wenn ich, Aguirre, will, dass die Vögel tot von den Bäumen fallen, dann fallen die Vögel tot von den Bäumen herunter.
Ich bin der Zorn Gottes, die Erde über die ich gehe sieht mich und bebt!"


[editiert: 02.04.09, 15:27 von Lope de Aguirre]
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kinskikopf
Laie


Beiträge: 29
Ort: Freiburg im Breisgau



New PostErstellt: 28.02.05, 16:22  Betreff:  Re: ICH, KINSKI Buch  drucken  weiterempfehlen

Hallöle Lope!

Da kann ich dir nur zustimmen! Besitze es zwar selbst noch nicht, konnte es mir aber leihen.
Alein die Filmographie is Gold wert!



"...tragt ihn raus!"
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Lope de Aguirre

Administrator

Beiträge: 4908
Ort: NRW



New PostErstellt: 25.04.05, 19:40  Betreff: Re: ICH, KINSKI Buch  drucken  weiterempfehlen

Er bekam selten eine Hauptrolle. Er spielte in unzähligen zweit- bis drittklassigen Filmen mit. Er behandelte die meisten Kollegen, aber auch Regisseure, Intendanten und Produzenten mit beispielloser Arroganz und Verachtung. Und das Publikum, das ihn berühmt und vergleichsweise wohlhabend gemacht hatte, beschimpfte er gelegentlich als "verdammtes Scheiß-Provinzpack". Trotz alledem ist Klaus Kinski heute "in" wie selten zuvor. Am 18. Oktober wäre er 79 Jahre alt geworden.

"Ich habe Fellini abgelehnt und Visconti und Pasolini, Ken Russell, Liliane Cavani, meistens wegen der Gage.
Und ich würde aus demselben Grund Einstein abgelehnt haben und Kurosawa. Ich habe bis heute mehr als 250 Filme gedreht und mehr als 2.000 abgelehnt." So wollte Klaus Kinski sich sehen: als Superstar, dem die Welt zu Füßen liegt, als künstlerische Offenbarung, die jeden Preis wert ist, als monströsen Einzelkämpfer, der auf alles und jeden verzichten kann.

Hier begleiten wir das unerreichte Ideal aller Mädchen- und Frauenträume auf seiner endlosen Reise durch vier Ehen und zahllose Affären. Der Gute ist halt "öfter geschlechtskrank, als andere sich erkälten."

Klaus Kinski tat also nichts, um das Bild, welches sich die Öffentlichkeit über Jahrzehnte hinweg von ihm gemacht hatte, zu korrigieren. Im Gegenteil, er nutzte Bücher, Interviews und Talkshows, um sie in der Ansicht zu bestärken, dass er, und zwar er allein, die perfekte Mischung aus Genie und Wahnsinn darstellte: brillant und exzentrisch, unangepasst und egoistisch, skrupellos und faszinierend zugleich. Für die Medien war dieses selbst gebastelte Image ideal, bot es doch immer neuen Anlass zu Mutmaßungen, Spekulationen, Enthüllungen und Auflagen steigernden Skandalgeschichten aller Art. Nach Kinskis überraschendem Tod im November 1991 erlosch das Interesse der Boulevardblätter so schnell wie es entstanden war. Doch der Mythos Klaus Kinski lebt weiter.

Bis heute stellen sich Fans und Fachautoren die Frage, inwieweit er mit der inzwischen historisch gewordenen Person in Einklang zu bringen ist. Dabei geht es nicht nur um die Klärung von Daten und Fakten.

Im Mittelpunkt der Betrachtung steht vielmehr seine eigenwillige Mimik und Gestik, das untrügliche Gespür für effektvolle Kameraeinstellungen oder sein einzigartiges Geschick, in unterklassigen Produktionen einen "Film im Film" zu realisieren, so dass der eigene Auftritt immer wieder als Besonderheit wahrgenommen wurde. Schließlich spielen in den neuesten Publikationen auch die Ursachen und Folgen seiner monumentalen Selbstinszenierung eine entscheidende Rolle. Immerhin spricht einiges dafür, dass der verschlungene Lebensweg des Klaus Kinski in seiner Kindheit und Jugend vorgezeichnet ist.
Nikolaus Nakszynski wird am 18. Oktober 1926 im westpreußischen Zoppot geboren. Der Vater ist als Opernsänger so erfolglos, dass er in einer Apotheke jobben muss, der Mutter wächst die Erziehung der vier Kinder über den Kopf.

Hier entdeckt er seine schauspielerische Begabung, nennt sich fortan Klaus Kinski und wird kurz nach Kriegsende bereits von renommierten Theatern in Berlin, München oder Wien engagiert. Doch Kinski kann sich nur selten mit den Ensemblemitgliedern arrangieren, und auch Zugeständnisse an Regisseure und Intendanten sind seine Sache nicht. Er beschließt, mit eigenen Programmen auf Tournee zu gehen. Die Dichtungen seiner Lieblingsautoren Villon und Rimbaud, zu denen sich später Hauptmann, Wilde, Schiller oder Brecht gesellen, verwandelt er in exaltierte Selbstinszenierungen, die das Publikum in Atem halten. Tausende Besucher strömen in die eigenwilligen "Lesungen", die Plattenaufnahmen finden reißenden Absatz, der "Spiegel" widmet Kinski eine Titelgeschichte und das "Spandauer Volksblatt" berichtet gar von "Ohnmachtsanfällen alter Damen", und auch "zu einer Frühgeburt" soll es schon gekommen sein.

1962 will Kinski der Weltliteratur mit der Tournee "Die berühmten Monologe" seine Reverenz erweisen. Auf die kleinsten Unmutsäußerungen des Publikums reagiert er gereizt, wirft mit Gegenumständen um sich, in den Zeitungen ist von Schlägereien und Strafanzeigen die Rede. Nach neun von 18 gebuchten Auftritten bricht Kinski die Tournee ab und gibt zu Protokoll: "Man hält mich doch für verrückt. Ich bin der einzige, der weiß, daß ich es nicht bin."

Damit ist Kinskis Theaterkarriere - abgesehen von einem misslungenen Comeback-Versuch im Jahr 1971 - beendet. Fortan sieht man ihn nur noch auf der Leinwand und gelegentlich im Fernsehen. Zunächst in unzähligen Edgar Wallace-Verfilmungen, jenen erheiternd biederen Nachkriegs-Produktionen, denen er einen Touch dämonischer Abgründigkeit verleiht

Für ihn steht fest, dass Herzog "ohne mich eine Null ist", und die Arbeit mit ihm einer beispiellosen Quälerei gleichkommt: "Die Einzelheiten aller Schindereien und Schikanen im Dschungel - Herzogs Hirnverbranntheit, Frechheit, Dreistigkeit, Brutalität, Stumpfsinn, Größenwahn und Talentlosigkeit - und deren Folgen aufzuzählen und zu beschreiben wäre ein einziges Kotzmittel und unverzeihliche Zeit- und Energieverschwendung." (Gut, dass wir verglichen haben und auch Herzogs Sicht der Dinge kennen, die er in der sehenswerten Dokumentation "Mein liebster Feind" zum besten gibt.) In den achtziger Jahren lebt Kinski vorwiegend in Amerika und dreht dort einige der schlechtesten Filme seines Lebens. Erst 1987/88 gelingt es ihm, einen lang gehegten Traum zu verwirklichen. Als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller feiert er sich in "Kinski Paganini" als Reinkarnation des berühmten Teufelsgeigers.


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Ich bin der Zorn Gottes, die Erde über die ich gehe sieht mich und bebt!"
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Lope de Aguirre

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New PostErstellt: 25.01.06, 19:38  Betreff:  Re: ICH, KINSKI Buch  drucken  weiterempfehlen

@ weird

Hast Du inzwischen "Ich, Kinski" durch?

Kinski spricht Oscar Wilde (aus "Der rote Rausch")
http://youtube.com/watch?v=Ae09w3VialI


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[editiert: 29.05.07, 03:13 von Lope de Aguirre]
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Lope de Aguirre

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New PostErstellt: 02.04.09, 15:26  Betreff:  Re: ICH, KINSKI Buch  drucken  weiterempfehlen




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