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KATE BUSH
"The Morning Fog" das deutsche Forum über Cathy
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Dreamin` Architect
Lovehound
Beiträge: 1825 Ort: somewhere in between
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Erstellt: 17.11.06, 20:55 Betreff: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Da wir hier ja immer mal über nicht ganz so bekannte Künstlerinnen schreiben gibt’s hier von mir noch eine kleine Vorstellung einer, im besten Wortsinne, eigenartigen Dame. Joanna Newsom hat vor ein paar Tagen ihr neues Album „Ys“ veröffentlicht. Vorab gleich zwei Warnungen. Joanna’s Art zu Singen ist äußerst geeignet zu polarisieren. Wem sich bei Björk die Nackenhaare aufstellen, der wird hier auch schwer Zugang finden. (Ein Mitglied dieses Forums hat diese treffende Aussage in einem Talk mit mir im Chat getroffen ) Und: Die Soundschnipsel bei Amazon, JPC etc. sind leider überhaupt nicht geeignet sich einen Eindruck zu verschaffen. Das Video bei Drag City (ihrem Label) ist auch nicht repräsentativ für die aktuelle Platte, da sie sich ganz wesentlich von der letzten unterscheidet. Und mit wem wurde Joanna schon alles verglichen. Außer Björk waren da: Tori Amos, Devendra Banhart, Scout Niblett, Victoria Williams, Judy Garland, Chan Marshall... Alles richtig und auch wieder nicht. Die Stimme wechselt, durchaus auch innerhalb eines Songs oder einer einzigen Textzeile, zwischen Grundschulmädchen und der jetzigen Marianne Faithfull. In einigen Songs (z.B. Cosmia) erinnert die Stimmführung, die Pointierung und Betonung schon mal stark an Björk. An anderer Stelle könnte man denken man hört eine Zeile aus „Boys for Pele“. Aber insgesamt ist es ein ganz eigener Stil.
Neben den Vocals liefert die Newsom noch das Harfenspiel, und zwar sehr überzeugend. Den Rest besorgt ein streicherlastiges Orchester, so dass es nun richtig rund wird und nicht nur Dame mit Harfe geboten wird wie im Vorgängeralbum. Sonst wären auch Songlängen von fast 20 Minuten etwas langatmig zumal sie fast durchweg singt. Keine Instrumentalparts, keine größere Bridge. Die Frau ist vokale Langläuferin geworden.
Den Stil der Musik auf „Ys“ kann man auch in keine Schublade packen. Im Großen und Ganzen klingt es etwas nach Musical oder Operette. Da das aber überhaupt nicht mein Ding ist, muss es wohl mehr sein. Und richtig, da taucht noch viel mehr drin auf. Auch so unerwartete Sachen wie Westernklänge die mal kurz durchs Klangbild diffundieren. Leider hab ich das kompletteAlbum erst zwei Mal in Ruhe hören können, da gibt es sicher noch einiges zu entdecken. Gewohnte Songstrukturen wird man hier vergeblich suchen. Refrain? Fehlanzeige! Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Kickser in einigen Stücken am Wortanfang. Der Vocal-Mixer , kein Geringerer als Steve Albini, meinte die Vocal-Peaks an diesen Stellen übersteuern, komprimieren und mit einem ultrakurzen Einfachecho versehen zu müssen. Das sollte dann einen eigenen Beat geben. Na ja, kann man sich vielleicht noch reinhören.
Die Texte sind teils recht kryptische (da hat man reichlich Raum zum Interpretieren), auf jeden Fall aber lange Erzählungen. Die Lyric’s von „only skin“ nehmen mal eben knappe drei Seiten im Booklet ein.
Da sind wir dann auch schon bei der optischen Aufmachung. Die Front des Fold-Out-Covers zeigt Joanna in einem Gemälde von Benjamin A. Vierling, das sehr stark an eine gespiegelte und mit etwas Staffage angereicherte Version von Albrecht Dürers (d. J.) Selbstporträt von 1498 erinnert. (Das, was im Prado hängt.) Wenn man es aufklappt, dann ist es aufgemacht wie eine gebundene ein paar hundert Jahre alte Libretto-Kladde. Das Booklet ist allerdings nicht in Leinen ins Cover gebunden sondern nur eingeklammert. Links oben eine handschriftliche Widmung. „ for dear cosmia, in june, love J.“ (wenn ich das richtig entziffert hab) Zwischen den Texten gibt’s kleine Grafiken zu den Stücken, von denen die meisten stilistisch an die Arbeiten von Fidus erinnern. Die Doppel-LP ist auch optisch wirklich lecker. Wie die CD aufgemacht ist- tja, keine Ahnung. Aber Vorder- und Rückseite sind wie beim Vinyl, lt. Amazon.
Für eingefleischte CD-Only-Hörer die sich nicht der Gefahr eines Qualitätsquantensprungs aussetzen möchten: Bitte den folgenden Absatz überspringen! Da dreht sich’s nur um die Vinyl Qualität.
„YS“ ist mit das Beste was in der letzten Zeit an Vinyl-Qualität aufgetaucht ist. Die haben technisch fast alles richtig gemacht. Und ja, da klingt auch die mittlere Enttäuschung über die Aerial Vinyl-Pressung mit. Joanna Newsom hat die komplette Aufnahme und das Mastering analog durchgezogen. So richtig AAA. Totalmente a mano. Einige der jungen Orchestermusiker der Digitalgeneration haben total perplex reagiert als sie bei den Aufnahmen das erste Mal in ihren Leben ein tape-rewind im Kopfhörer hatten. Merkwürdig, dass grad in den USA, einem der fortschrittsfanatischsten Länder, noch am ehesten Musiker voll analog aufnehmen. Das Werk kommt als Doppel-Vinyl daher mit ganzen 5 Stücken drauf. Freilich kein Opus unter reichlich 7 Minuten und das ist dann tatsächlich auch der einzige Titel auf der letzten LP-Seite: „Cosmia“ 7:15 Minuten. Man kann nun fürstlich über Materialverschwendung diskutieren, aber die Hardcore-Vinylis können sicher verstehen warum keine Seite länger als 20 Minuten werden sollte, die Qualität der Pressung nimmt zur Mitte hin progressiv ab. Natürlich sind innen auch Antistatik-Schutzhüllen drin. Joanna wollte „YS“ nur auf Vinyl rausbringen. Das Label (Drag City) war not amused und sie ist natürlich mit diesem Wunsch nicht durchgekommen. Irgendwo wollen die natürlich auch Geld machen und die Produktion war ja für das Label nicht grad billig für eine doch recht spezielle Künstlerin, die weder massen- noch radiotauglich ist. Aber: Man hat eine wirkliche Wahl zwischen erstklassiger Vinyl-Akustik und dem praktischen CD-Format. Und teuer ist sie auch nicht. Bei JPC steht sie für 16,99 Euro, was in Anbetracht der opulenten Ausstattung (siehe oben) eher ein Schnäppchen ist. CD gibt’s um 13,99 Euro. Sie sparen 17,68% und verschenken 100 % Genuss ! Nur eins ist mir völlig unverständlich. Warum, um alles in der Welt, haben die das nicht auf HW-Vinyl gepresst???? Dafür hätte ich gern noch 3,- Euro draufgelegt.
HISHUK ISH TS'AWALK We´re gonna be laughing about this, We´re gonna be dancing around, It´s gonna be so good now !
[editiert: 17.11.06, 20:57 von Dreamin` Architect]
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Dreamin` Architect
Lovehound
Beiträge: 1825 Ort: somewhere in between
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Erstellt: 29.12.06, 18:50 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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im feuilliton der "berliner zeitung" haben kürzlich 10 redakteure und autoren aus dem kulturbereich ihre stimmen zu cd's in verschiedenen kategorien abgegeben. joanna war mit "ys" " 2 mal als "beste cd" und einmal als "cd, die glücklich macht" dabei. das hat mich sehr gefreut. für joanna und für unkonventionelle musik generell. 
HISHUK ISH TS'AWALK We´re gonna be laughing about this, We´re gonna be dancing around, It´s gonna be so good now !
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whodini
Rocket Man
Beiträge: 758 Ort: Saarbrücken
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Erstellt: 20.01.07, 13:17 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Auf mehrere Empfehlungen hin habe ich mir jüngst die CD zugelegt. Der erste Durchlauf entfaltete bereits einen ganz eigenen Charme, war aber auch etwas anstrengend. In die Stimme muss man sich erstmal reinhören.
Aber inzwischen läuft die CD mit schöner Regelmäßigkeit in meinem Player, und mit jedem Hördurchgang entdecke ich neue Lieblingsstellen. "Monkey and Bear" ist z. Zt. mein Favorit, aber die anderen Songs stehen nur knapp dahinter. Bloß "Only Skin" empfinde ich (noch?) eine Spur zu lang.
Großartige Musik zum Träumen. Wirklich sehr zu empfehlen. 
"That November night, looking up into the sky..."
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Dreamin` Architect
Lovehound
Beiträge: 1825 Ort: somewhere in between
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Erstellt: 20.01.07, 14:33 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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...und ich hatte schon fast die hoffnung aufgegeben, dass hier jemand zugang zu ihrer musik findet. 
HISHUK ISH TS'AWALK We´re gonna be laughing about this, We´re gonna be dancing around, It´s gonna be so good now !
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whodini
Rocket Man
Beiträge: 758 Ort: Saarbrücken
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Erstellt: 21.01.07, 02:42 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Früher oder später findet gute Musik eben immer seine Hörer. 
"That November night, looking up into the sky..."
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Dreamin` Architect
Lovehound
Beiträge: 1825 Ort: somewhere in between
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Erstellt: 21.04.07, 15:39 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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für das Konzert in Hamburg am 26.04. gibt es noch karten für budgetfreundliche 30 euro. und die frau ist auf der bühne wirklich super umwerfend
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23,07
Cloudbuster
Beiträge: 167 Ort: Frankfurt/M
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Erstellt: 19.05.07, 00:48 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Bin schon lange am Rummachen...morgen kaufe ich mir die CD!!
____________________ She throws the burning books into the sea: "Come find the meaning of the words inside of me..."
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23,07
Cloudbuster
Beiträge: 167 Ort: Frankfurt/M
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Erstellt: 19.05.07, 19:19 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Ok, für mich als 1) Loreena-Hörer und 2) als Progger war die Veröffentlichtung natürlich interessant.
Geholt habe ich mir die CD Version (zum Thema Vinyl: ich habe die Visions in the Dark-2LP der schweizer Progband DEYSS...da gibts nur 3 bespielte Seiten auf ner Doppel-LP, auch interessant!) und weiß noch nicht, ob ich die zur Entspannung oder zur Folter hören soll. Man muss Musik schon lieben und sich damit befassen können, um auch Frau Newsom etwas abgewinnen zu können. Mir ist das ganze sympathisch und es scheint mir zu gefallen. Wer aber seinen nachbarn nicht ab kann ist auch gut beraten ihm (wenn er Joe Cocker und Tina Turner-Platten sein eigen nennt) mit diesem Geschenk seine Wertschätzung zu zeigen!
Also: Dauemen hoch und durch!
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23,07
Cloudbuster
Beiträge: 167 Ort: Frankfurt/M
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Erstellt: 19.05.07, 21:11 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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OK, und ich zum 3.!
Ich werde diese Frau heiraten und 12 Kinder zeugen die dann die Welt mit dieser Musik heimsuchen. Das soll heissen: ich LIEBE die CD inzwischen. Nur geil. Unbedingt anhören und verfallen. Von wegen bervig. Intensiv!!!
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23,07
Cloudbuster
Beiträge: 167 Ort: Frankfurt/M
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Erstellt: 28.05.07, 21:03 Betreff: Re: Joanna Newsome - Ys (da lebt Vinyl wirklich noch)
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Zitat: Dreamin` Architect
| Da sind wir dann auch schon bei der optischen Aufmachung. Die Front des Fold-Out-Covers zeigt Joanna in einem Gemälde von Benjamin A. Vierling, das sehr stark an eine gespiegelte und mit etwas Staffage angereicherte Version von Albrecht Dürers (d. J.) Selbstporträt von 1498 erinnert. (Das, was im Prado hängt.) |
Habt ihr schon entdeckt, dass das Booklet einen Goldschnitt hat? Booklet zuklappen und auf den Rand schauen. Das ist mal edel!
Zu 5. Mal : die CD ist ein absolutes Hammerteil!!!!!!!!!!!!!
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