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2008_08_10
UdK Berlin - Professorenflucht - C4 - 2
Fachbereich "Freie Kunst"
Kündigungen von C4 Professoren, Begründung: "Bürokratie"
ursprüngliches Post von Rolf (06.07.08)
http://www.carookee.com/forum/MANNdatAktion/1/Exzellenz_Universitaeten.21725440.0.01103.html
Mein Post (09.07.08)
http://www.carookee.com/forum/MANNdatAktion/1/21754418-0-01113
@ Eugen
Deine Frage (09.07.08)
"Hast du andere Hinweise, dass der Weggang der Profs. etwas mit
Geschlechterfragen zu tun hat?"
Hallo Eugen, da meine Antwort auf sich warten ließ und nun,
ausnahmsweise, etwas ausufernder geriet, poste ich jetzt gesondert
noch einmal.
UdK-Historie
============
Das GM hat an der UdK eine lange, verfilzende Tradition und bestimmt
das Klima und die Bürokratie. Das man offiziell nichts findet, dass
den Kündigungsgrund direkt mit Geschlechterfragen verknüpft, liegt
sicher auch an dem hohen Prozentsatz an Studentinnen.
Ich habe nochmal recherchiert und hole darum etwas weiter aus:
Es sind, grob gesagt, die Professoren-Geburtenjahrgänge 1925 bis 1940,
die mit ihren teils 30 jährigen Professuren, zu den grundlegenden
Bündnispartnern des Gender Mainstreaming an der UdK wurden. (das
Sekretariat hat aber ein ähnlich stabiles Personalgerüst - ein Arm des
Senats).
"Kritische" Autoren, sehen diese Generation rückblickend so:
¹"Aber gut, damals waren einfach andere Zeiten:
Wirtschaftswunder, Fresswelle, endloser
Aufschwung. Jeder, der in freier Rede einen
Relativsatz mit einem erweiterten Infinitiv
kombinieren konnte, kam garnicht daran vorbei,
eine Professur oder einen leitenden Posten
angeboten zu bekommen"
Das Absägen der nachfolgenden Männergenerationen ist wohl typisch für
diese Zeitgenossen. Das GM macht es ihnen allerdings auch leicht, denn
es sucht sich ja stets die jeweils etablierten Bündnispartner für
seine hinterhältige Top-down-Methode. Dadurch entsteht eine Symbiose,
manche sprechen auch von "Filz". Die Altvordern umgeben sich mit einem
Ring kleinkarierter karrieregeiler Frauen, durch deren Abwehrmauer
nichts mehr geradlinig durchkommt. Die Frauen fühlen sich durch die
Altvordern Männer beschützt, die sie damit wiederum, in ihren ewigen
Ämtern bestätigen und zementieren, und, machen wir uns nichts vor, sie
auch als Männer bestätigen. Der Hauptgewinn für die Altvordern dürfte
aber sein, das für sie, hinter ihrem Schutzwall, alles berechenbarer
wird, und sie sich sehr leicht, männliche Konkurrenz vom Leibe halten
können.
Der Mann an der Spitze, umgeben von einem Ring aus Gender
Mainstreaming, ist in Berliner Kulturinstitutionen ein verbreitetes
Mief-Modell. Wie bereits hier im Forum anklang, sind es also keine
klassischen Lila Pudel sondern es liegt eher das Modell "Harem" vor.
Das kommt auch den Frauen darin entgegen, dass sie sich gern in der
zweiten Reihe ausruhen und so jemanden haben, auf den sie am Ende die
Verantwortung schieben können, und der seinen Kopf hinhält, wenn es
mal eng wird. Im Grunde reicht ihnen aus, in der Überzahl zu sein, und
alles zu überwachen und zu kontrollieren.
Es waren nunmal einige "junge" männliche Professoren, die bereits
kurze Zeit unter Vertrag waren. Auch wenn sie sicher aus individuell
unterschiedlichen Gründen kündigten, haben sie sich aber immerhin
unter dem Kündigungsgrund "Bürokratie" zusammengefunden.
Wieso gehen nicht welche von den Alten?
Wieso gehen keine Frauen?
Frauen würden wohl kaum aus so einem Grund kündigen, denn "sie sind
die Bürokratie". Sie verhelfen der Verschulung und dem Einfluß
inkompetenter Politik, in einer ehemals eigenständigen Institution,
zur alles bestimmenden Machtposition. Die Europa-Politik ist ein
weiterer Verbündeter, auf dieser Woge segeln sie, Top-down, in ihre
Professuren. Sie stören sich nicht an Bürokratie.
Center of Excellence Women and Science CEWS
http://www.cews.org/cews/index.php
(Das übliche magentafarbene marketing BlaBla in wissenschaftlicher
Hohlform, das Männermobbing und unlautere geschlossene Frauennetzwerke
als innovatives, offene Strukturen schaffendes, Konzept vertreibt. Es
wird eine akademisch/wissenschaftliche berufliche Parallelwelt für
Frauen etabliert. Soviel ich weiß, ist das Gequatsche um "Excellenz"
bedeutungslos, und wird nur noch im eher unseriösen Marketingsegment
viel und gern benutzt)
Der männliche Absolvent vs Mentees - "das Informelle"
=====================================================
Vorweg halte ich es für zweifelhaft, dass die Zahl von über 60%
weiblichen Studierenden dem männlichen Kunststudenten zugute kommt.
Es wird aber von einer Bevorzugung selbstverständlich ausgegangen, nur
weil die Zahl männlicher Professoren bislang höher war, als die der
Weiblichen.
Das die männlichen Professoren die männlichen Studenten bevorzugen,
halte ich ebenfalls für sehr fraglich.
Prof. Dr. Renate Berger - Wer war Mentor? ("Das Informelle")
http://www.mentoring.udk-berlin.de/downloads/text_berger.pdf
(Hier schwurbelt sich Frau Berger in einem eher blumigen
illustrierenden Schriftstück, bis hoch in Gefilde, die Frauen als
besonders listig, und Mentoring in die unmittelbare Nähe von
Planungsbüros griechischer Göttheiten rückt. Freie Fahrt für
hemmungslosen Lobbyismus und Kungelei - genannt das "Informelle" -
gesteuert und geregelt aus göttlicher Vogelperspektive. Besonders
dreist ist die Darstellung, der Kunststudent erhalte Betreuung über
das Studium hinaus, während es der Studentin versagt bliebe)
Die UdK ist Mentoring-Vorreiterin gewesen
http://www.mentoring.udk-berlin.de/programm.htm
"Die Universität der Künste Berlin startete 2002
als erste Kunsthochschule und Universität in
Berlin ein Mentoring-Programm für Künstlerinnen
...
Mentoring-Programm in Kunst und Kultur Berufsziel:
Professorin an einer Kunsthochschule
...
Bewerbung
...
Im angestrebten Fachgebiet/Studiengang gibt es
eine Unterrepräsentanz von Frauen als
Professorinnen.
(das ist also eine Bewerbungsvoraussetzung)
...
Erwartet werden:
...
* Netzwerkpflege unter Frauen
* Mitarbeit an der Evaluation
* verbindliche Teilnahme an allen
Veranstaltungen"
(Das ist eine absolut unverschämte Vorteilnahme, denn so wurde bislang
niemand Kunstprofessor. Es lief so, das man sich einige zeit außerhalb
der Hochschulen einen Namen gemacht hatte, und dann berufen wurde.
Manche erst sehr spät. Aber auch nicht zwangsläufig. Die meisten
Künstler waren nie Lehrer an einer Hochschule. Auf die hier
praktizierte Weise, werden männliche Absolventen aber regelrecht von
Professuren ferngehalten, da "ortsansässige" Absolventinnen von
vornherein den Bewerbungs-Pool besetzen und auf Bewerbungen bereits
vorbereitet werden. Während der Absolvent also zunächst von der UdK
ausgespuckt wird, und sehen kann wie er zurecht kommt, kann die
Absolventin am besten gleich via Lehrauftrag dort bleiben, um das Ziel
Kunstprofessorin anzusteuern)
Dr. Sigrid Haase (6 S. PDF - Seiten nicht durchnummeriert)
"Berufsziel: Professorin an einer Kunsthochschule"
http://www.mentoring.udk-berlin.de/downloads/haase_festschrift.pdf
(Eine Beschreibung der Funktionsweise des Mentoring von Frau Haase:)
"...
Als bundesweit erste künstlerische Hochschule
startet die UdK ein Mentoring- Programm. Neu ist,
dass dies Mentoring-Programm Künstlerinnen aller
Sparten mit ein bezieht. Alle anderen von
Hochschulen initiierten Mentoring-Programme für
Frauen werden ausschließlich für
Wissenschaftlerinnen an wissenschaftlichen
Hochschulen und Fachhochschulen durchgeführt.1
...
Berufsfeld Wissenschaft und Forschung hat ähnliche
Strukturmerkmale wie der „Künstlerarbeitsmarkt“.
(Forschungs-)Projektphasen, befristete
Beschäftigungsverhältnisse, halbe und drei viertel
Stellen, in denen Qualifikationen kumuliert
werden, wechseln einander ab.
(es gibt keinen Arbeitsmarkt in der Bildenden Kunst)
...
Wer ernüchtert ist, wie die oben zitierte
Kollegin, wünscht sich vor allem neue Netzwerke
und Bündnisse, ausgewählte Kontakte, eine/n
Türöffner/in zur Hochschule, präsent sein in der
Hochschule, namedropping – natürlich des eigenen
Namens.
(toll!)
...
Auf Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, die
Professorin an einer Kunsthochschule werden
wollen, haben Kunsthochschulen noch nicht adäquat
reagiert."
(Ach so geht das - Mentoring, Cross-Mentoring, Netzwerke, Komplettvita
inklusive, und fertig ist die Kunstprofessorin. - ein exemplarisches
Pamphlet, das zeigt weshalb sich "Cross-Generations-Bündnisse" bilden,
und Frauen nie lernen werden, sich mit Männern auf Augenhöhe
zusammenzuraufen. - Es führt aber ebenfalls vor Augen, das es nicht um
Inhalte geht, sondern um Prestige/Macht/Geld. Dem wird gegebenenfalls
jede Qualität geopfert, oder die Lehre oder Institution ruiniert)
CEW Publikation (PDF 86 S)
Bonn, Mai 2006
"Peer Mentoring in außerhochschulischen Forschungseinrichtungen"
http://www.cews.org/cews/files/351/de/cewspublik8.pdf
(Anleitung für Frauen, sich in geschlossenen Netzwerken von der
Hochschule an, berufliche Vorteile zu verschaffen)
"... USA, später aber auch in Europa und seit mehr
als zehn Jahren in Deutschland Mentoring-Programme
für Nachwuchswissenschaftlerinnen entwickelt und
etabliert mit dem Ziel, diese durch ein
institutionalisiertes Betreuungssystem auf ihrem
Weg zu Führungspositionen besser zu integrieren."
Bologna-Prozess - Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master
===========================================================
CEWS Publikation (361 S PDF)
Dortmund, im August 2006
"Gender-Aspekte bei der Einführung und Akkreditierung gestufter
Studiengänge – eine Handreichung"
http://www.cews.org/cews/files/442/de/cewspublikno9.pdf
(auf Seite 4 findet sich, das der Bologna-Prozess als Vehikel benutzt
wird um Gender ins Studium zu zementieren)
"Die geschlechtergerechte Gestaltung des
Bologna-Prozesses zielt auf zwei Handlungsstränge:
Zum einen geht es um strukturelle Veränderungen,
um Studiengänge für Männer und Frauen sowie für
Studierende mit familiären Verpflichtungen
attraktiv und studierbar zu gestalten. Zum anderen
soll die Umgestaltung der Studienstruktur genutzt
werden, um Inhalte und Ergebnisse der Frauen- und
Geschlechterforschung in die fachspezifischen
Curricula zu integrieren."
...
(Auf Seite 52 stoßen wir auf folgenden Passus:)
"Ob es in der Beratung zur beruflichen
Orientierung gegen Ende des Studiums einen "Gender
Bias" gebe, konnten die ExpertInnen aus den
Akkreditierungsagenturen nicht beantworten. Eini-
gen fiel jedoch die Diskrepanz zwischen (relativ)
hohen Frauenanteilen im Studium und hohen
Männeranteilen in der beruflichen Praxis auf:
"Wenn man dann in der Runde der Gutachter sich
bewegt, sich anschaut und sich dann eigentlich
immer wieder die Frage stellt, warum studieren
eigentlich überwiegend Frauen dieses Fach und
warum sind überwiegend Männer dann letztlich
diejenigen, die im Fach praktizieren oder tätig
sind."
(ExpertInneninterview F, S. 9)
Dieses Zitat weist auf ein bisher nur wenig
beachtetes Problem hin: Arbeitsmärkte sind sehr
häufig geschlechtlich segregiert"
(Es studieren etwas mehr als doppelt soviele Frauen Kunst, wie Männer.
Es ist ganz einfach: Es ist ein Studium für wohlhabender Leute
Töchter. Es gibt überhaupt keinen Arbeitsmarkt für Bildende Kunst. Das
Männer nun etwas daraus zu machen verstanden und sogar Ruhm erlangten,
wird ihnen wieder mal vorgeworfen. Das Attraktive ist eben "der Mann
in der Professur", nicht die Professur an sich. Für Frauen wird eine
Abguss-Form geneideter Versatzstücke aus Erfolg, Image und
Absicherungen gezimmert, die weitgehend mit dem Wesen der Bildenden
Kunst und künstlerischem Schaffen nichts zu tun hat. Abermals also
gequirlter Mist, es gibt keinen Arbeitsmarkt für Bildende Kunst, hat
es nie gegeben, und die wenigsten Künstler sind Professor. Gerade das
Beispiel Bildende Kunst zeigt die volle Idiotie des Gender
Mainstreaming. Es wird langfristig und flächendeckend für
inkompetentes Hochschulpersonal gesorgt, weil das Gender Mainstreaming
eben nur auf Titel und "Führungspositionen" aus ist. Mir sind keine
Führungspositionen in der Bildenden Kunst bekannt. Die Musik spielt eh
außerhalb der Hochschulen)
hier komme ich nochmal auf die Studiensituation zurück, in der Männer
in der Minderheit sind, und obendrein von Frauennetzwerken
ausgeschlossen werden. Es wundert einen da auch nicht, dass es die
Tendenz gibt, das da, wo Frauen sich festsetzen, eine Eigendynamik
entsteht, Männer als Störfaktor ihrer Netzwerke zu empfinden. Sind sie
dann einmal Professorinnen, wird das nicht anders sein.
So haben sie es ja gelernt.
Schützenhilfe bekommt das Gender Mainstreaming auch von den vielen
männlichen Kunstwissenschaftlern, die es eigentlich besser wissen
müßten, aber auch der Bequemlichkeit erliegen, das allseits leicht
verfügbare Männer-bashing, unreflektiert zu übernehmen:
¹(S. 174/175)
"... über Kunst zu sprechen. Sie gilt als typisch
weibliches Gesprächsthema und ist eher in den
gebildeten Mittel-und Oberschichten verbreitet.
Bei Männern, Jugendlichen und in bildungsfernen
Milieus spielt Kunst kaum eine Rolle. Wer sich für
Kunst und Kultur interessiert, gilt vielen echten
Kerlen als unmännliches Sensibelchen oder schlicht
"Kulturschwuchtel". Aber der Rummel um die
zeitgenössische Kunst macht auch vor den großen
Jungs nicht halt. Selbst Männerzeitschriften
bringen nun schon Reportagen über zeitgenössische
Kunst, wobei es die Chefredakteure für nötig
halten, sich für dieses ungewöhnliche Thema zu
entschuldigen. Die Abneigung gegen Kunst gewöhnen
sich Jungen schon in der Schule an: "Ich hasse
Kunst - das ist was für Mädchen", sagen viele die
über ihr mangelndes Talent im Kunstunterricht
frustriert sind und dieses Vorurteil bis ins
Erwachsenenalter mit sich herumschleppen"
(Interessant.
Mangelndes Talent? Vorurteil? - was denn nun?
Und wo kommen dann all die überdurchschnittlich begabten Männer in der
Bildenden Kunst her? Und wieso bekämpft das Gender Mainstreaming
Männer in der Bildenden Kunst, anstatt sie für die Kunst zu
rekrutieren?)
Insgesamt steht der männliche Künstler ziehmlich auf verlorenem
Posten. Er darf sich wohl in seinem Geschäft umgeben sehen, von lauter
männlichen Trotteln, die in entfremdeter, vorauseilender
Selbstdemontage, einem negativen Männerimage zuspielen. Die Künstlerin
hingegen thront auf ihrer Gender-Immunität in der Position der
Absahnerin in alle Richtungen. Sich einer aufstrebenden "Mentee"
anzudienen ist für männliche "Kunst-BWLer" eine gute Investition. Und
auch erwachendes bildungsfernes Milieu, "die echten Kerle", werden
zunächst die Künstlerin anvisieren. Sie wird die neue Exotin in die
sie ihr verklärendes Sehnen hineinlegen können. Eine Frau, die
verspricht "Tabus zu durchbrechen", beflügelt sicher die Fantasie des
bildungsfernen Mannes. Erst später merkt er dann, das es sich nur um
eine gschaftlhubernde Kartoffel vom Lande gehandelt hat, hochgejazzt
mit geborgtem Text und verwegenem Künstlernamen. Ihr ebay-Account mit
97% "positiven Bewertungen" war allerdings von Anfang an verdächtig:
Nicht überall wo "Virginia Woolf" draufsteht, ist auch "Virginia
Woolf" drin.
Hier noch ein weiteres Beispiel eines ergebenen Schwaflers aus
der "Kunst-BWL-Szene", Name der Künstlerin verändert:
(der Text verfing sich in meinem Spam-Filter)
"aspekte online-Beitrag!!
Ich bin viele! Die Künstlerin x****** y**** formt
Skulpturen ihrer selbst. Mal Frau, mal Mann, oft
nackt - je nach Form. In Berlin eröffnete jetzt
eine Ausstellung bei berlin art scouts. Donja
Stamer und Gerald Giesecke treffen x****** y****
beim Aufbau in der Galerie."
(und weils so aufregend war, gleich noch einmal)
"Seit 1998 wird das Werk von x****** y****
beherrscht von kleinen, ca. 18 cm hohen Figuren,
in denen sich die Künstlerin selbst abbildet und
das sowohl in weiblichen als auch männlichen, zum
Teil in gänzlich nackten, zum Teil in bekleideten
Versionen. Diese eigentümlichen ..."
Betriebsklima an der UdK - wie wäre es mal mit "sexueller Belästigung"?
=======================================================================
Umfrage - Schwerpunkt "sexuelle Belästigung"
36 S PDF-Dokumentation
(einer Umfrage zur Situation aller Fakultäten der UdK, inszeniert
durch die "hauptberufliche Frauenbeauftragte" Frau Haase)
http://www.udk-berlin.de/sites/content/e177/e88/e544/e4819/infoboxContent4834/Umfrage04_ger.pdf
(Wenn verklemmte Frauenbeauftragtinnen nichts zu tun haben, machen sie
halt mal eine inquisitorisch frömmelnde Umfrage. Neben den üblichen
Benachteiligungsstandards, nötigt der Schwerpunkt "sexuelle
Belästigung" eine bedrohliche Zwangsaufmerksamkeit herbei)
"die mit Abstand wenigsten positiven Ergebnisse
zum Studien- und Arbeitsklima werden in der
Fakultät Bildende Kunst gemessen."
(also am wenigsten positiv aus sicht der Frauenbeauftragten, das wirft
ein Licht auf das bürokratische Verhältnis zwischen Frauenbeauftragten
und der Fakultät Bildende Kunst, im Hinblick auf männliche Lehrende)
Die Kündigungen
===============
Die Kündigungen haben mit globaler Verschulung zu tun, mit diesem
Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master -Zeug, das vom GM als
idealer Zwischenwirt erkannt wurde, und es hat mit der
betriebswirtschaftlichen Argumentation der Frauenbeauftragten zu tun,
die versuchen, einen geradezu Materiellen Wert der Künstlerinnen
festzulegen, bzw einen Verlust an "Bruttosozialprodukt" anzudrohen,
wenn Künstlerinnen nicht in ausreichender Menge Professorinnen werden.
Genau auf solche Phänomene bezieht sich auch die Kündigung, zumindest
Prof. D. Richters, entscheidend. Auf das Züchten solcher "BWL-erinnen"
der Bildenden Künste antwortet er damit.
Stellungnahme Prof D. Richter, C4-Abgänger:
(ca 2 Min *.mp3, miese Sound-Qualität, nach 3 x hören geht's aber)
http://kunst-blog.com/audio/sound_UDK3000_DanielRichter.mp3
(In diesem Gesprächsmitschnitt spielt er u.a. auf Besonderheiten der
hiesigen Lehre an und wendet sich gegen eine Vermischung mit politischen
Leitlinien sowie gegen den berliner Kuschelfilz)
Interviews mit Prof. Richter und der faz
http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E02472803E1744AB5BF639E33CB966774~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(Prof. D. Richter beschreibt das Betriebsklima so:)
"Als Professor in Wien arbeiten Sie ja immerhin
daran, wenigstens die Studenten klüger zu machen.
Bis vor kurzem haben Sie das auch an der
Universität der Künste in Berlin getan. Diese
Professur haben Sie aber nach kürzester Zeit
hingeschmissen. Warum?
Wegen Doofheit. Oh Mann, ist das in solchen Dingen
eine doofe Stadt, das ist echt schockierend. Die
Studenten sind ja nur das Ergebnis des
Lehrkörpers, und wenn der Lehrer schlapp, faul und
selbstzufrieden ist, dann sind die Studenten auch
so. So eine Mischung aus Großmäuligkeit und
Mufftum, Popanz und dann irgendwie doch nur ein
Kothaufen sein, zwischen bürokratischem Wahn,
Schurigelung, Vorschriftenmachenwollen,
Hintenrumseilschaften . . . Ich habe noch nie an
so einer Scheißhochschule gearbeitet.
Sie hatten eine der letzten C-4-Professuren. Das,
wovon die meisten Ihrer Kollegen träumen. Ein
Auskommen bis ans Lebensende . . . Nicht nur Ihre
Mutter wird gefragt haben, ob Sie wahnsinnig
seien.
Deshalb haben die mir ja auch nicht geglaubt, als
ich gesagt habe, ich gehe. Aber jetzt bin ich
weg."
"Flucht aus der Universität der Künste Drei Professoren haben
gekündigt: Verfilzungen, Eigensinn und lähmende Verwaltungsstrukturen"
29. Juli 2006 Von Gabriela Walde
http://www.welt.de/print-welt/article232357/Flucht_aus_der_Universitaet_der_Kuenste.html
"Douglas stieß mit seinem Reformengagement bei der
Verwaltung auf Granit. Er bekam einen Brief, der
eine professorale "Präsenzpflicht" in Berlin
verlangte, die es nie gegeben hat. Andere sprechen
in diesem Zusammenhang sogar von Diskriminierung
gegen Douglas, der farbig ist.
...
Schikane, bürokratischer Kleinkrieg oder
überzogene Emotionalisierung, wie es Rennert
nennt? Der "Fall Douglas" zeigt eines: Die
deutsche Renommierkunsthochschule scheint
versunken in einem Morast von Eigeninteressen,
verfilzten Netzwerken, altem West-Berliner
Eigensinn und lähmenden Verwaltungs- strukturen."
...
Die UdK ist bemüht, die Gründe für die Kündigungen
differenziert darzulegen: "Tony Cragg möchte nicht
mit dieser ,Krise" zusammengebracht werden,"
....
Friedrich Meschede moniert: "Der UdK fehlt der
Wille, sich international zu stellen. Man sucht im
Heimischen, die größte deutsche Kunsthochschule
schaut nicht über den eigenen Tellerrand." Der
Wahlberliner Olafur Elliasson, international
umworben, hat offensichtlich auch Bedenken.
Kürzlich erhielt er einen Ruf an die UdK, wie es
scheint, als direkte Reaktion auf die Kündigungen.
Er habe Zweifel, ließ er verlauten, ob es möglich
sei, "in Berlin auf internationalem Niveau zu
unterrichten".
@Eugen, aber zurück zu Deiner Frage:
"Bürokratie" war der Kündigungsgrund.
Gender Mainstreaming macht das Wesen der UdK Bürokratie aus, und hilft
sie zu verfilzen. Es liegt in der Natur des Filzes, sich kausaler
Rückverfolgung zu entziehen. Ein Indiz scheint mir ein hohes Aufkommen
an Gender Mainstreaming Publikations-Spam zu sein, das in zeitlicher
Relation zu den Kündigungen steht. Ein weiteres Indiz ist die
kritische Erwähnung anderer Institutionen in Artikeln und
Stellungnahmen rund um die Kündigungen, in denen ebenfalls das
Gender-Mainstreaming stark vertreten wird.
qed
anamnese
____________________
Quellen:
¹
"Das kann ich auch!" - "Gebrauchsanweisung für moderne Kunst", Dumont
2007
Ein kurzer Leitfaden in die aktuelle Kunstwelt, geeignet für Leute die
Kunst nicht mögen, verfaßt von zwei Kunstwissenschaftlern der
Jahrgänge 1968/69, die beide in Berlin leben. Das teils kurzweilige
Buch, hat 1 großes Manko: eine kritisch, und als relativ vollständiger
Rundumschlag daherkommende Erörterung über Höhen und Täler der
Vermarktungsmechanismen in der aktuellen Kunst, darf das Gender
Mainstreaming nicht vergessen. Das fällt dann sehr auf. Dieser blinde
Fleck bestätigt aber indirekt, dass ein Vermarktungsweg des Gender
Mainstreaming über KunstwissenschaftlerInnen läuft, die sich hier von
der männlichen Seite, leider, gerne andienen. Aufstrebende
Kunstwissenschaftler umgeben sich gerne mit aufstrebenden
Künstlerinnen ("Mentees"). Es drängt sich einem auf, dass die Autoren
bereits "eingekauft" wurden, oder das sie es sich mit einer wichtigen
Klientel nicht verderben wollten. Wer sich aber über die "geschenkten"
Nachkriegsprofessuren belustigt, darf es sich nicht erlauben, über das
milliardenschwere Gender Mainstreaming, kommentarlos hinwegzusehen.
Daher auch keine Empfehlung für dieses pseudokritische Buch.
---
Randbemerkung zu diesem Buch:
Die Autoren wirken in den letzten Abschnitten ihres Buches etwas
orientierungslos und lassen darin die Kunst sterben. Nach ihrem
Dafürhalten stirbt sie gerade. Im Moment. In diesem Zusammenhang
finden auch riesige chinesische Kopier- und Malwerkstätten Erwähnung.
Hier sei auf das Faktum hingewiesen, das beide Autoren zunächst Kunst
studierten, dann aber, aus welchen Gründen auch immer, auf
"Kunstwissenschaftler" umsattelten.
Nehmen wir die Mathematik. Die ist von jeher "untot", kann also
garnicht sterben, und kam bislang ohne Werbetrommel gut über die
Runden. Viel beunruhigender finde ich, dass wir gerade das "Jahr der
Mathematik" zelebrieren, und das einige unserer Ministerinnen dabei
ihre untalentierten Finger im Spiel haben. Vielleicht wird die
Mathematik jetzt "geweckt", um sie dann ebenfalls "sterben" zu lassen?
Also tiefgehängte Mathematik-Professuren für Frauen (entsprechend
ihrem Sicherheitsbedürfnis und Altersvorsorge), und männliche
"Mathematik-BWLer" für die Acquisition- als schlechtbezahlte Außendienstler?
Auch der Ingenieurberuf wird bereits nach ähnlichem Muster demontiert.
Anlage: "ingeniöse.jpeg"
____________________
Weitere Quellen:
http://www.gender-in-gestufte-studiengaenge.de/
Dateianlagen:

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