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Re: Termin bei Ministerin Zypries - Bericht
Schumacher,
21.06.07, 18:35
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Hallo,
der Termin bei der Justizministerin Zypries fand am Dienstag 19.06. Nachmittags statt. Die Einladung des Ministeriums war an eine Mutter ergangen. Sie nahm eine weitere vom Umgangsboykott betroffene Mutter mit, dann noch eine Psychologin. Sie bat uns im Vorfeld, dass auch ein betroffener Vater mitkommen möchte. Wir hatten das große Glück, dass wir auf einen Vater zurückgreifen konnten, der von Beruf Dr. med. Psychiater und Psychoanalytiker ist.
Alle haben sich gut vorbereitet. Es wurde eine Checkliste mit 22 Punkten und der volle Ordner mit den gesammelten Fallgeschichten überreicht. Nicht alle 22 Punkte werden unten im Bericht der "Berlinreisenden" angesprochen. Dr. Katterle versicherte mir, dass auch die anderen Punkte (z. B. Verfahrenspfleger usw.) bei dem Gespräch angesprochen wurden.
Nachdem die Ministerin wieder zu ihrer Tagesarbeit zurückkehrte, hatte die Gruppe noch die Möglichkeit wahrgenommen und etwa eineinhalb Stunden mit dem Referatsleiter Herrn Carl diskuttiert.
Im Übrigen wurde zugesichert, dass alle eingereichten Fallschilderungen gelesen werden.
Nachstehend der Bericht, der mir von Frau Müller und Dr. Katterle zur Veröffentlichung hier im Forum zur Verfügung gestellt wurde. Presseberichte werden individuell für die jeweiligen Medien angefertigt und verschickt. Alle, die eine Fallgeschichte bei mir eingereicht haben, erhalten den nachstehenden Bericht noch extra - allerdings wegen privaten Verpflichtungen von mir frühestens morgen.
Termin bei Frau Dr. Brigitte Zypries,
Eine kleine Auswahl von Eltern waren als Anwälte der Trennungs-und Scheidungskinder in Deutschland am Dienstag 19.06.07 im Bundesministerium für Justiz bei Bundesjustizministerin Frau Brigitte Zypries eingeladen.
Frau Renate Lang Kontaktperson für die Selbsthilfegruppe ELtern – Kind – Entfremdung (ELKE).
Dipl. Psychologin Frau Ljubi Bosnjak-Meyer, die diese Mütter und Väter ehrenamtlich psychologisch betreut sowie Frau Elke Müller betroffene Mutter von der Selbsthilfegruppe.
Hr. Dr. med. Dieter Katterle, Psychiater und Psychoanalytiker aus Nürnberg
informierten anhand eigener Erfahrungen und dokumentierter Fallbeispiele über die systematische Abspaltung von Trennungskindern vom ehemals geliebten Elternteil, von dem es getrennt lebt.
Kinder die einen Elternteil nicht erleben dürfen, die ihn durch gehirnwäscheähnlichen Mechanismen oftmals sogar hassen (müssen), erleiden psychische Schädigungen für ihr ganzes Leben. Sie müssen eine Hälfte ihres eigenen Seins abspalten. Forschungen in Amerika und verstärkt auch bei uns zeigen auf, dass das Eltern-Kind-Entfremdungs-Syndrome (in Amerika von Prof. Richard A. Gardner PAS – Parental Alienation Syndrome genannt) bleibende Schäden in den Kinderseelen hinterlässt. Auch die ausgegrenzten Elternteile leiden oftmals ein Leben lang.
informierten anhand eigener Erfahrungen und dokumentierter Fallbeispiele über die systematische Abspaltung von Trennungskindern vom ehemals geliebten Elternteil, von dem es getrennt lebt.
Zu begrüßen war grundsätzlich die Möglichkeit eines persönlichen Anhörungstermins für Betroffene. Dies dürfte in der Geschichte der Bundesrepublik relativ selten sein. Insbesondere, da die beiden Damen eine Stunde der anberaumten Fraktionssitzung der SPD dafür opferten. In einem nicht erwartet großen Rahmen fand eine heftige und länger als geplant dauernde Diskussion über bestehende und verbesserungswürdige Gesetze im Schutz der entfremdeten Kind statt. Es sollte zentral um das Elend der Kinder und die Qualen der entfremdeten Elternseelen und die daraus resultierenden psychischen Störungen bei Kindern wie Eltern gehen. Neben Frau Dr. Zypries waren Frau Dr. Susanne Kastner, Herr Eberhard Carl, Richter im Bundesjustizministerium, Abteilung Rechtspflege, Mediation, Schlichtung, internationale Konflikte und Kindssachen, die persönliche Referentin der Justizministerin, persönliche Mitarbeiterinnen von Frau Dr. Zypries und eine Pressevertreterin einer namhaften Frauenzeitschrift.
Nachdem alle miteinander bekannt gemacht wurden, stellte eine betroffene Mutter, deren Kind unter massiver Entfremdung leidet und beim Vater lebt und das sie seit Jahren nicht mehr sehen darf, ihren Fall vor. Auch die Problematik, dass dieses Kind krank sei und therapiert würde, ohne dass die Mutter trotz gemeinsamen Sorgerechts Auskünfte erhält. Still wurde es im Raum, als dieser Fall in seinen schmerzlichsten Punkten über das Kind dokumentativ dargelegt wurde.
Frau Renate Lang (Rhön-Grabfeld, KG) Vertreterin der SHG Eltern – Kind – Entfremdung (ELKE), anwesend für betroffene Mütter, bestätigte viele Fälle, die ähnlich ablaufen. Dr. Katterle, Psychiater und Psychoanalytiker aus Nürnberg versuchte den Juristen im „Vatikan der deutschen Rechtssprechung“ die folgenreiche Thematik im Seelenleben des entfremdeten Kindes aufzuzeigen, die sich bis in Erwachsenenalter in Form schweren psychischen Elends fortsetzt.
Dr. Katterle, der Erwachsene, einst entfremdete Kinder, therapiert, plädierte für eine psychologische Pflichtweiterbildung der Familienrichter, die bis heute nicht existiert, für einen rascheren Obhutswechsel, damit das entfremdete Kind aus dem Rahmen des entfremdenden Elternteils herausgenommen werden und dem entfremdeten Elternteil für einen Zeitraum übergeben werden kann, um so für sich selbst leichter festzustellen, dass der getrennt lebende Elternteil doch nicht so ein Monster ist, wie er vom betreuenden Elternteil oft dargestellt wird, des weiteren für die Gleichstellung seelischen Kindsmissbrauchs mit körperlicher Misshandlung.
Die systematische Abspaltung des Kindes vom anderen, geliebten Elternteil sollte, wie im Nachbarland Frankreich, als Vergehen nach dem Strafgesetz behandelt und in schweren Fällen mit Freiheitsentzug belegt werden können. Beratung für beide Elternteile sollte verpflichtend, psychiatrische Begutachtung und psychotherapeutische Behandlung für den entfremdenden, psychisch meist erheblich gestörten Elternteil auferlegt werden können.
Von den Eltern wurde eine Vielzahl weiterer Anregungen unterbreitet und der Ministerin als Petitionsliste übergeben ,etwa der Vorschlag, dass auch alle anderen Institutionen wie Jugendamt, Verfahrenspfleger, Gutachter, Rechtsanwälte in der Problematik „Kindschaftsangelegenheiten“ fachlich und psychologisch zu schulen sind.
Das Gespräch, das teilweise in einer familiären Atmosphäre stattfand, ermöglichte den Beteiligten, weitgehend ohne Unterbrechung zu sprechen. Klar gemacht werden konnte, dass ein hoher politischer Handlungsbedarf besteht und insbesondere die Werkzeuge zur Durchsetzung umgangsrechtlicher Belange vermehrt werden müssen.
Wenn die eigenen Juristen offen sagen, das deutsche Kindschafts- und Familienrecht sei ein zahnloser Tiger oder das Papier nicht wert, auf das es gedruckt ist, spricht das Bände. Mit dem Schritt vom Zwangsgeld- zum Bußgeldverfahren bei dem leidigsten aller Punkte, dem Umgangsboykott, ist ein wichtiger Schritt getan in Richtung einer Strafbewährung der Instrumentalisierung der Trennungs- und Scheidungskinder als Rachevehikel oder menschlichen Schutzschild des entfremdenden Elternteils.