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Re: Termin bei Ministerin Zypries - Ergänzung
Schumacher,
25.06.07, 20:03
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Hallo Alle,
inzwischen habe ich von den Berlinreisenden zusätzliche Informationen bekommen. Einige Informationen beantworten auch gestellte Fragen:
Die Reporterin der Frauenzeitschrift war nicht wegen den ausgegrenzten Elternteilen bei der Ministerin gewesen. Die Reporterin macht eine Reportage über die Arbeit der Ministerin und begleitete sie, soweit es möglich war, auf fast allen ihren Terminen. Es war nur ein Termin der Ministerin von vielen, den die Reporterin mitbekam. Ob sie in ihrem Artikel ausgerechnet über das Gespräch mit den Vieren schreiben wird, steht also gar nicht fest.
Die Fahrt nach Berlin und die Einladung bei der Ministerin war keine „Aktion“ des VAfK gewesen. Beinahe schon zufällig, durch die Bekanntschaft der eingeladenen Mutter mit einem VAfK-Mitglied kam der VAfK ins Spiel und weil ich über die Foren nach Fallschilderungen suchte. Die „Delegationsmitglieder“ haben ihre Tickets, die Verpflegung und die Vorbereitungskosten (incl. Fotokopieren, Telefonate, Faxe, Treffen vor der Fahrt usw.) aus eigener Tasche bezahlt.
Sie wollen das, incl. des zeitlichen Aufwandes, als ihre persönliche Investition für die Kinderrechte sehen. Das sollten wir akzeptieren und halt einfach nur eines sagen: Danke!
Den betroffenen Vater, von Beruf Psychiater kenne ich persönlich. Nein – ich brauche (noch) keinen Psychiater. Ich kenne ihn aus anderen Gründen, die mit seiner und meiner VAfK-Arbeit zu tun haben. Er ist für sein Spezialgebiet Borderline bekannt. Mit PAS – das ja oftmals auf Borderline fußt - hat er sich auch, schon vor dem Zypries-Termin, ausgiebig befasst. Er ist ein sehr guter Redner. Mir wurde erzählt, dass er die Umgangsverweigerungsproblematik kurz, prägnant und auch für eine Juristin verständlich der Ministerin dargelegt hat. Er hat ihr als Fachmann die Langzeitfolgen bei Kindern und ausgegrenzten Elternteilen aufgezeigt, die er dann oftmals als Psychiater therapieren muss. Wenn jemand diese Problematik gut und verständlich, dabei fundiert ansprechen kann, dann er.
Er hat nicht von Geld und Unterhalt gesprochen, sondern von den psychologischen Aspekten. Dass dann die Mimik der politischen Runde Berührtheit und Betroffenheit zeigte, kann ich nachvollziehen. Ich habe selber mal einem Vortrag beigewohnt, den er Ärzten (aller Couleur) gehalten hat. Auch die Ärzte waren so betroffen gewesen, dass sie in Zukunft bestimmt kein leichtfertiges Attest mehr ausstellen, dass den Umgang behindert und PAS beschleunigt.
Besondere Minuten während des Ministergespräches waren auch, als die betroffene Mutter, trotz Tränen und zitternder Stimme den Mut hatte, ihren Fall und ihre Anliegen mutig zu erzählen. Dr. Katterle ist der Meinung, dass die Väter und Mütter und alle betroffenen Kinder, ihr viel zu verdanken haben: die öffentliche Aufmerksamkeit und dass die Ministerin verstärkt auf diese Problematik aufmerksam wurde.
In diesem Fall war es auch ein Glücksfall gewesen, dass ein betroffener Vater und eine betroffene Mutter gemeinsam auftreten konnten. So konnte gemeinsam bewiesen werden, dass es hier nicht um einen Geschlechterkrieg, sondern um mehr Menschlichkeit für die Kinder geht.
Die Botschaft scheint in der politischen Runde angekommen zu sein. Auch wenn Frau Zypries angekündigt hatte, dass sie unmittelbar nicht zu konkreten Anregungen und Punkten Stellung nehmen werde, damit sie hinterher nicht auf Aussagen festgelegt werden kann. Das wurde von den angereisten Gesprächspartnern als professionelle Position verstanden und akzeptiert, die angesichts der weiteren Erarbeitung des Referentenentwurfes auch nahe liegt.
Insofern hat sie wenig gesagt, aber viel und konzentriert zugehört. Sie hat sich tadellos verhalten. Niemand wurde von ihr unterbrochen und sie hat auch niemanden „ablaufen“ lassen. Alle angereisten Gesprächsteilnehmer hat sie ausreden lassen und allenfalls gelegentlich eine sachliche Anmerkung gemacht. Die Delegation fand es auch bemerkenswert und ist dankbar dafür, dass sie – zusammen mit der Vizepräsidentin des Bundestages Frau Kastner - eine Stunde der laufenden Fraktionssitzung versäumt hat, um vier Leute aus dem Volk anzuhören. Bis jetzt ist so ein Vorgehen eines Ministers eine Rarität.
Frau Zypries hat, als Geste der Achtung vor den Männern, den einzigen Vertreter der Väter aufgefordert, auf dem Abschlussfoto an ihrer rechten Seite zu stehen.
Die Gruppe distanziert sich von jedem gewalttätigen und zur Gewalt aufrufenden Beitrag – egal von welcher Seite. Wenn die Problematik der ausgegrenzten Eltern in der Öffentlichkeit und in der Politik ernst genommen werden soll und eine Besserung erreicht werden will, darf auch nicht der leiseste Eindruck erweckt werden, dass es den Betroffenen darum geht, den „Scheißweibern“ oder den „Macho-Schweinen“ einen Denkzettel zu verpassen. Wird dieser Eindruck wahrgenommen, haben die Betroffenen schnell ausgespielt.
Es wird genau beobachtet, ob auf Kosten und unter Vorwand der Kinder der unerledigte Geschlechterkrieg und/oder die Beziehungstraumate als Mutter-/Vaterkonflikte „aufgearbeitet“ wird. Entsteht dieser Eindruck ist das ein recht sicherer Weg, die Kinder nicht wieder zu sehen.
Soweit die Informationen, die mir von der Gruppe noch gegeben wurden. Ich habe sie – soweit ich nicht das eine oder andere vergessen habe – mit meinen eigenen Worten wieder gegeben.
Nun noch ein persönliches Wort von mir, zu den hier im Forum geschriebenen Beiträgen (in allen möglichen Threads), die teilweise schon gelöscht wurden:
Viele Leute, betroffene Väter und Mütter, Großeltern und Zweitfrauen innerhalb und außerhalb von Organisationen/Vereinen bemühen sich in mühevoller Kleinarbeit das Bild der ausgegrenzten Eltern/Großeltern als Schaden für die jetzigen Kinder aufzuzeigen und der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Sie freuen sich über jeden gelungenen Schritt, den sie auf dem beschwerlichen Weg zurückgelegt, auch wenn sie das angepeilte Ziel noch nicht erreicht haben.
Wenn es dann Beiträge in Foren und HP’s gibt in der Richtung, dass Deutschland brennen muss, dass ALLE Politiker/Richter/Jugendamtsmitarbeiter/Väter/Mütter/usw. hohlköpfige Verbrecher sind und das jeweils andere Geschlecht am besten gleich umgebracht werden soll, wird diese Arbeit dieser Leute um viele Schritte zurückgeworfen und zusätzlich das angepeilte Ziel weiter entfernt.
Richter, Jugendamtsmitarbeiter, Politiker usw. dürfen und sollen Kritik lesen – es ist bekannt dass viele z. B. in unserem Forum mitlesen – aber Kritik soll sachlich und fundiert rübergebracht werden. Dann wird von jedem Leser der Kritiker als vernünftiger Mensch wahrgenommen und die Kritik verhallt nicht als aufgeblasenes pubertäres Genöhle. Wer nur inhaltslos und unsachlich „umeinanderschreit“ der wird bald als Mensch von seiner Umwelt und von den Lesern als solcher wahrgenommen, der zu Recht die Kinder nicht sieht.
Gleichzeitig bringen die Krakeeler viele Mitbetroffenen in den Foren/Vereinen in Misskredit. Wenn man(n) sich als Mitglied vom VAfK oder den jeweiligen Väterforen outet, darf man(n) nicht Gefahr laufen, dass man(n) als durchgeknallter Amokläufer eingestuft wird.
Das schiefe Bild entsteht hauptsächlich durch einige wenige Schrei(b)er, die unkontrolliert und ohne wirklich nachzudenken, ihre Hassparolen in die Welt hinausschrei(b)en.
Wir wollen, auch wenn es nicht von heute auf morgen erreicht werden kann, eine gleichberechtigte Welt von Müttern und Vätern zum Nutzen der Kinder. Dafür können wir keine unnützen aber dafür schädlichen Sperrfeuer gebrauchen. Nur durch erwachsene, sinnvolle und konstruktive auch positive fantasievolle Öffentlichkeitsarbeit kann das, manchmal berechtigte, schlechte Ansehen der Männer in der Gesellschaft nachhaltig verbessert werden.
In diesem Zusammenhang noch ein Danke an die Großeltern. Sie wurden von dem Aufruf verständigt, dass Fallschilderungen auch von ihnen gesucht werden. Innerhalb kürzester Zeit landeten auf meinem Fax die Schilderungen in größerer Stückzahl.
Obwohl die überreichte Mappe einen guten Querschnitt an Ungerechtigkeiten im Familienrecht enthielt, empfinde ich es immer noch als schwache Leistung, dass wir nur etwa 80 Fälle zusammenbekamen, obwohl der Aufruf über viele Foren und Listen weitergereicht wurde.
Dass die nachher am meisten meckerten, die keine Fallschilderung eingereicht haben, ist ursächlich für meine vorstehenden Worte.
Auf diesem Weg möchte ich mich bei den vier Leuten für ihr Engagement bedanken.
Viele Grüße
Ingrid