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Hallo,
noch eine Fassung der Pressemitteilung incl. Foto:
Anmerkungen zu dem Gespräch mit der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Kastner, und der Bundesjustizministerin Frau Zypries am 19.06.2007 im Berlin
Zu begrüßen ist grundsätzlich die Einrichtung eines persönlichen Anhörungstermins für Betroffene. Dies dürfte in der Geschichte der Bundesrepublik relativ selten sein. Insbesondere, da die beiden Damen eine Stunde der anberaumten Fraktionssitzung der SPD dafür opferten.
Die Anwesenheit des Referatsleiters und Familienrichters Dr. Carl war hilfreich, um Sachaspekte zu klären. In der großen Linie findet sich eine Öffnung für Teile des Cochemer- Modells. Leider wurde nicht im Einzelnen benannt, welche Teile dies sind und welche Teile des Cochemer-Modells für eine bundesweite Einführung untauglich erscheinen.
Das Gespräch, das teilweise in einer familiären Atmosphäre stattfand, ermöglichte den Beteiligten, weitgehend ohne Unterbrechung zu sprechen. Klar gemacht werden konnte, dass ein hoher politischer Handlungsbedarf besteht und insbesondere die Werkzeuge zur Durchsetzung umgangsrechtlicher Belange vermehrt werden müssen. Wenn die eigenen Juristen offen sagen, das deutsche Kindschafts- und Familienrecht sei ein zahnloser Tiger oder das Papier nicht wert, auf das es gedruckt ist, spricht das Bände.
Mit dem Schritt vom Zwangsgeld- zum Bußgeldverfahren bei dem leidigsten aller Punkte, dem Umgangsboykott, ist ein wichtiger Schritt getan in Richtung einer Strafbewährung der Instrumentalisierung der Trennungs- und Scheidungskinder als Rachevehikel oder menschlichen Schutzschild des entfremdenden Elternteils.
Leider zeichnet sich noch keine Bereitschaft ab, systematische Umgangsvereitelung definitiv zum Strafdelikt zu erklären und die Verfehlung vieler Anwälte, den Elternkonflikt hoch zu kochen und Profit aus der Notlage einer Familie zu schlagen, als Beihilfe zur Kindsentziehung zu bewerten. Damit könnte diesen das Handwerk gelegt und ihnen die Lizenz entzogen werden. Immerhin sind auch Anwälte Organe der öffentlichen Rechtspflege.
Es scheint sich noch keine Neigung abzuzeichnen, dem psychischen Missbrauch und der Misshandlung des Kindes einer körperlichen Misshandlung gleichzusetzen, was konsequent wäre, wenn man wie Frankreich den Schritt in die Richtung der strafrechtlichen Ahndung von Umgangsvereitelung tun will. Es gibt auch noch keine Neigung, sich dem Gedanken einer systematischeren, psychiatrischen Begutachtung konsequent entfremdender Elternteilen zu öffnen.
Dies wäre dringlich nötig, da man viele langjährige Rosenkriegsverläufe um die Kinder rascher durchleuchten und wirksamer beenden könnte. Ebenso sind wichtige Ergebnisse aus der amerikanischen PAS-Forschung noch im ideologisierten Abseits.
Fachlich unterschiedliche Positionen der internationalen Kinderpsychologie sprechen nicht gegen die Existenz von PAS als einer speziellen Untergruppe systematischen, seelischen Kindsmissbrauchs. Da dies leider noch nicht ausreichend akzeptiert wird, besteht auch noch eine geringe Neigung der Politik, einen Obhutswechsel zu therapeutischen Zwecken einzusetzen.
Hier ist die kopernikanische Wende in den Köpfen noch nicht vollzogen. Es wird immer noch eher der entfremdete Elternteil geopfert und das Kind einer jahrelangen Misshandlung ausgesetzt als beherzt zugegriffen und ein Obhutswechsel vollzogen, der nach den Untersuchungen von Gardner in allen Fällen, selbst schwere PAS-Symptomatik, zum Abklingen brachte.
Es wird hier noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Dennoch sind die angedeuteten Innovationen im Referentenentwurf hoffnungsvoll, da sie die Waffen schärfen, mit denen der Staat kindesmisshandelnden Eltern in den Weg treten kann.
Die dokumentierten Fälle, die zur informatorischen Sichtung übergeben wurden, können dazu beitragen, die Handlungsbereitschaft der Politik noch weiter zu erhöhen, vielleicht auch Hinweise zur Unterstützung der Betroffenen finden. In jedem Fall war das Gespräch eine Impulssetzung, die die Notwendigkeit der Reform des Kindschaftsrechts und auch die Beschleunigung ihrer politischen Umsetzung förderte.
Dateianlagen:
19_06_07_Zypries2.1.JPG (62 kByte, 940 x 705 Pixel)
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