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| Väterradio http://www.vaeterradio.de Junisendung - Ein Leben für Kinder - Männer in erzieherischen Berufen - Gäste: - Arnim Blasche - Musikalische Früherziehung in Kindergärten - Matthias Nordheim - Horterzieher |
... kommt, wir gehen nach Bethlehem
Die Weihnachtsstimmung eine Aufbruchstimmung
Weihnachten, das traditionelle Fest der Familie und Bräuche
In vielen Ländern dieser Erde wird in den nächsten Tagen die Geburt eines kleinen Kindes bedacht. Traditionell wird es als das Fest der Familie gefeiert. Besuche und Geschenke gehören zu den Bräuchen dieses Festes. Natürlich erinnere ich mich immer wieder gerne an das Weihnachtsfest meiner Kindheit, mit meinen Geschwistern und den Eltern. Das scheint nicht nur mir so zu gehen, denn in Gesprächen höre ich, dass es für viele nicht nur ein traditionelles Weihnachtsessen gibt, sondern die Tage einen unumstößlichen Tagesfahrplan haben.
Für viele steht heute immer noch die Frage, ob sie am Heiligen Abend die Geschichte von der Geburt des Christkindes hören wollen und sie werden traditionell in eine Kirche gehen. In der Kirche kann man sich heute noch geborgen fühlen, wie vor 100 Jahren. Gerade am Heiligen Abend scheint alles von der Gegenwart unberührt. Die Kinder werden wieder das Krippenspiel vorführen, die Weihnachtsgeschichte wird zu hören sein und der Pfarrer wird im Talar oder Priestergewand das schöne Bild mit seiner Predigt abrunden.
Die Situation heute entspricht den alten Bildern nicht mehr
Das ist aber nur ein Bild – die Wirklichkeit heute sieht anders aus. Zum ersten Mal nach 8 Jahren darf ich meine Tochter am Heiligen Abend sehen – sie ist ein Trennungskind. Jährlich erleben etwa 300 000 Kinder eine Trennung und etwa 100 000 verlieren einen Elternteil, weil eine Ausgrenzung oder eine Verweigerungshaltung eines Elternteils zum Kind keine Konsequenzen erfahren. Elternentfremdung und Loyalitätskonflikte lassen keine ungestörte Beziehung zu beiden leiblichen Elternteilen aufbauen. Häufig suchen sie nach den verloren gegangenen Elternteilen. Menschen brauchen offensichtlich nicht nur soziale Bezugspersonen, sondern auch eine Beziehung zu ihren leiblichen Wurzeln, zu ihren Herkunftseltern.
Wie viele der Kirchenbesucher werden einen Elternteil vermissen? Es werden nicht wenige sein. Und mindestens genauso spannend ist für mich die Frage, wie viele werden nicht in die Kirche gehen, weil sie sich von den Institutionen keine Antworten auf ihre Probleme erwarten? Darüber hinaus haben nicht wenige dem Leidensdruck nicht mehr standgehalten und haben aufgegeben. Sie verlieren nicht nur ihre Kinder, sondern auch ein Stück von sich selbst.
Heiliges Paar vermittelt nicht das Bild einer „heilen Familie“
Und nun schaue ich mir das Heilige Paar an – Maria und Josef, dazu das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Es passt immer weniger zu den Bildern meiner Kindheit. Das Paar war nicht verheiratet und Josef vertraut seiner Freundin, wenn sie sagt, dieser ist Gottes Sohn. Josef bleibt bei ihr und geht nicht einfach weg. Somit trägt er diese Geschichte in besonderer Weise, er bringt mit seinem Vertrauen das Kostbarste ein, was er geben kann, seine bedingungslose Liebe. Jetzt fange ich an, mich wohl zu fühlen – die Heilige Familie ist zwar keine kaputte Familie, aber sie ist auch nicht gerade das Bild einer „heilen Familie“.
Aufbruch aus Gewohnheit zum Provisorischen
Weihnachtsstimmung kann Aufbruchstimmung sein. Die Boten sprechen die Hirten auf dem Felde an und deuten ihnen diese Geburt. Sie sagen, dass in dieser Geburt Heil und Heilung verborgen ist, denn Jesus wird der Christus sein. Die Hirten brechen auf aus ihrem Leben, aus ihrer Gewohnheit und aus ihrer Erwartungslosigkeit und finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Sie finden ihren Weg zum Stall, zum Provisorium, wo nichts mehr fest ist und wo improvisiert werden muss.
Auch wir brauchen diesen Weg aus Gewohnheiten und Erwartungslosigkeiten. Denn, wenn wir nicht aufbrechen und hingehen, werden wir das verpassen, was die Engel den Hirten verkündet haben. Wir verpassen die Heilung durch dieses Kind. Kinder haben etwas ganz Besonderes – sie sehen die Welt mit neuen Augen mit einem unverstellten Blick. So ungefähr stelle ich mir die Klarheit vor, welche von den Hirten berichtet wurde, als sie von Gott angesprochen wurden.
Klärung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit
Diese Klarheit im Weihnachtslicht wünsche ich uns allen. Und jeder kann etwas zur Klärung unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit heute beitragen. Trennungen und Scheidungen sind heute eher normal. Es fehlen uns aber die Normen und Werte, welche wir den vielen Trennungseltern vermitteln können.
Zum 6. Familienkongresses unseres Vereines wurde darüber nachgedacht, wie Blockaden nach einer Trennung überwunden werden können. Mittlerweile sind diese Familienkongresse nicht nur bei unseren Vereinsmitgliedern beliebt, sondern werden auch von anderen Trennungsvereinen und der Fachwelt wahrgenommen und besucht. Das liegt ganz sicher an der Mischung von wissenschaftlicher und erfahrungsorientierter Sichtweise. Gerade das Gespräch und der Austausch beider Seiten werden als befruchtend erlebt.
Das Bundesverfassungsgericht hat den Väteraufbruch nun schon zum 2. Mal in einer öffentlichen Anhörung als Fachverband eingeladen. Der Väteraufbruch vertritt dabei stellvertretend nicht nur die Väterszene, sondern Väter in Deutschland. Er ist zu einer wirklichen Lobby für Väter und ausgegrenzte Elter- und Großelternteile geworden.
Mit diesem Bewusstsein werden heute Gespräche mit den verschiedensten Politikern im Deutschen Bundestag, auf Länder- und Kreisebene geführt. Gerade in den letzten Jahren hat die Achtung unserer Vereinsziele in der öffentlichen Wahrnehmung zugenommen. So gibt es zu tagesaktuellen Meldungen zahlreiche Nachfragen für Recherchen oder Stellungnahmen und Interviews.
Informationen können täglich durch die Web-Seite und wöchentlich durch den Wochenblitz zu den aktuellen Themen abgerufen werden. Das Väterradio mit seinen monatlichen Sendungen feierte in diesem Jahr den 5. Geburtstag und hat auch in diesem Jahr wieder zu den verschiedensten Themen zahlreiche Fälle vorstellen können.
Das Kind in der Krippe
Darum lasst uns wie die Hirten aufbrechen, um zu sehen und zu erleben, dass dieses Kind in der Krippe auch unser Denken, Fühlen und Wollen verändert, weil wir sensibel geworden sind, nicht nur für dieses eine Kind.
Es soll wirklich Weihnachten werden. Dazu müssen wir aus den gewohnten Familienbildern und all den damit verbundenen Gewohnheiten und Dogmen aufbrechen. Wir brauchen den Mut für neue Wege; Wege, die zum Kind führen, zum Kind in der Krippe und zum eigenen Kind. Denn wie will jemand zum Kind in der Krippe gehen, wenn er den Weg zum eigenen Kind nicht gehen darf? Heute führen diese Wege noch durchs Dunkel. Aber wir haben das Licht der Welt vor uns.
Ein gemeinsamer Aufbruch
Die Hirten damals sagen: "Kommt, wir gehen nach Bethlehem und sehen uns an, was da geschehen ist, was Gott uns bekannt gemacht hat." Wer zum Kind aufbricht kann das mit vielen anderen gemeinsam tun. Gemeinsam kann man handeln, einander mitteilen und aufhelfen, bestärken, trösten und immer wieder ermutigen.
Im kommenden Jahr möchten wir die Solidarität der Väter weiter ausbauen und festigen. Es soll zu einem Austausch von politischen Zielen und deren Umsetzung kommen. In Karlsruhe wird es am 03.und 04.05.2008 einen Väterkongress geben, auf den man gespannt sein darf.
Lass uns endlich sehen, was uns der Engel verkündet hat: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in der Krippe liegen.“ Es geht um das Kind in der Krippe und im Kinderzimmer. Und alle Eltern, Jugendamtsmitarbeiter und Berater, Richter und Rechtsanwälte, Gutachter und Verfahrenspfleger sollten endlich Vater und Mutter ehren – so wie es uns das 4. Gebot aus der Bibel sagt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit
Dietmar Nikolai Webel
für den Bundesvorstand des Väteraufbruchs
Väteraufbruch für Kinder e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Palmental 3, 99817 Eisenach
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Herzliche Grüße
Rüdiger Meyer-Spelbrink
06627 - 91 50 434
[editiert: 23.05.08, 20:05 von Schumacher]