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| Väterradio http://www.vaeterradio.de Novembersendung: 10 Jahre neues Kindschaftsrecht eine Geburtstagssendung mit Bezug auf den 7. Familienkongress Gäste: - Ute Granold - Familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU - Bernhard Bönisch - Landtagsabgeordneter der CDU in Sachsen-Anhalt - für die Beratungsstellen von Halle; Gerlinde Geiler vom Regenbogenzentrum, Kathi Riesner von der AWO, Brunhild Ott vom Kinderschutzbund, Reinhard Grohmann vom FAZ des CVJM, Rechtsanwältin Petra Eichler, vom Institut für Rechtspsychologie Steffen Dauer, vom Jugendamt Saalekreis Klaus Ulrich und vom Jugendamt Halle Katharina Brederlow |
Hallo,
heute morgen Termin beim Jugendamt, über eine Stunde.
Nachdem die MA sich anfangs sehr zurückhielt und eine Beeinflussung der Kinder seitens der Ex nicht unbedingt gegeben sah, habe ich Stellung genommen zu den Feststellungen im Schreiben meiner Ex und auch zu den "Halbwahrheiten" sowie sachlich die Erfahrungen der letzten Wochen und Monate geschildert.
Ich war aufgeregt, aufgewühlt und teilweise ein wenig konfus.
Die JA-Mitarbeiterin hakte nach und machte sich Notizen.
Das Thema mit den nun ausfallenden Ferien kam auf, ich erwähnte auch, dass die Kinder sich Unternehmungen des Ferienprogramms ausgewählt hätten, die sie jetzt leider nicht wahrnehmen könnten, da die Karten ja bei mir sind. Dies bedauerte die Dame auch und machte den Vorschlag, meine Ex gleich anzurufen.
Das tat sie. Ich saß daneben, habe meine Ex zwar gehört, aber nicht verstanden. Nachdem, was ich mitbekam und was die JA-MA mir später erzählte, neige ich zu der Ansicht, dass die Dummheit den Namen meiner Ex trägt.
Die JA-MA schilderte, dass sie jetzt Kenntnis von dem Schreiben hätte und Herr XX (also ich) jetzt gerade bei ihr wäre, woraufhin meine Ex gleich fragte, was er denn alleine im JA täte. JA-MA: "Frau B-C, Sie haben da ein Einschreiben gesendet und die Umgangsregelung gekündigt. Sie geben ihm die Kinder nicht mehr - denken Sie, das lässt er sich einfach so gefallen? Ich kenne keinen Vater, der das so hinnähme." Noch einige Minuten hin und her, in denen meine Ex wohl erklärte, dass es notwendig war, so zu handeln. Die JA-MA sgate "ich diskutiere das jetzt nicht mit Ihnen, es gibt da einfach unterschiedliche Sichtweisen. Vielleicht sagen die Kinder Ihnen auch nicht alles."
Sie ging dann zum Thema Ferienprogramm über und schlug vor, dass die Kinder an den Veranstaltungen, die sie sich ausgesucht hatten, teilnehmen sollten. Erster Kommentar meiner Ex, war wohl, warum ich nicht angerufen hätte, um das mit ihr zu besprechen. Die geduldige JA-MA wiederholte sich ("Erwarten Sie im Ernst, dass er nach dem Schreiben bei Ihnen anruft?") Schlussendlich stimmte meine Ex zu, die Kinder zu den Ferienprogrammveranstaltungen zu bringen, wollte dann aber nochmal anfangen zu diskutieren. Die JA-MA ließ sich nicht darauf ein, beendete recht schnell das Gespräch mit dem Hinweis, dass das Schreiben natürlich Folgen hätte und wahrscheinlich ein/e Gutachter/in eingeschaltet würde, der die Besuche begleitet.
Nach dem Telefonat besprachen wir noch die nächsten Schritte. Sie sagte, ich sollte keine Zeit verlieren und ggfs. auch ohne Anwalt, bei Gericht einen Antrag auf Umgangsregelung und auf die Wiederaufnahme der Besuchskontakte stellen. Der Antrag solle unter Hinweis auf das Cochemer Modell erfolgen, das wohl im hiesigen AG-Bereich angewandt wird. Der zuständige Richter hätte Erfahrungen damit.
Der klassische Weg ist ihrer Meinung nach ein zeitlich zu langer.
Beim Cochemer Modell wäre innerhalb von 2-3 Wochen eine (Zwischen-)Lösung machbar.
Abschließend erzählte mir die JA-MA noch von dem Gespräch mit meiner älteren Tochter vor einigen Monaten. Bisher hatte ich nur einen kurzen telefonischen Bericht erhalten.
Meine Große sagte tatsächlich, sie wolle nicht mehr zu mir. Die Frage nach dem Warum konnte sie nur zögerlich und nur peu a peu beantworten. Ich sei streng. Sie dürfe nie lange fernsehen. Ich würde sie manchmal hart anfassen.
Eigentlich wolle sie nur noch zum Papa zu Anlässen, an denen sie Geschenke kriegen würde.
Das Kind wirkte verkrampft bei dem Gespräch und bedrückt. Mit mir hätte sie auffälligerweise viele materielle Dinge in Verbindung gebracht (Geschenke, Taschengeld).
Mich wundern die Aussagen nicht - allerdings sind gerade materielle Sachen aufgrund meiner finanziellen Situation gar nicht im Fokus meines Umgangs mit den Kindern. Die Kids kriegen altersgemäß Taschengeld, Geschenke halten sich im Rahmen. Der Scout-Ranzen für die Kleine zum Geburtstag (100 EUR!) war die absolute Ausnahme, aber sie wird ja auch nur einmal eingeschult und ich wollte nicht, dass sie wie so oft die Sachen der Großen "erbt". Im übrigen hat letztes Jahr die Große für den Übergang zum Gymnasium ebenfalls einen neuen Ranzen ihrer Wahl (90 EUR) erhalten, ohne Geburtstag.
Die Dame vom JA sieht ein Gutachten als notwendig an, die Möglichkeiten des JA bei solchen Gesprächen seien beschränkt. Sie sei auch gar nicht dafür ausgeblidet.
Jetzt warte ich auf den Rückruf meines Anwalts, werde am Abend den Antrag formulieren und hoffe auf einen halbwegs guten Ausgang der Geschichte.
Ich sorge mich sehr um meine Kinder und habe so viele ambivalente Gefühle. Was denken sie von mir, wenn sie mich jetzt relativ lange nicht sehen? Wie wird das, wenn sie wiederkommen? Finden sie dann von vornherein alles doof?
Es war so schön, die letzten Male, kein einziges Mal gab es Probleme damit, dass die Kinder nicht mit mir wollten. Seit Anfang des Jahres kommt die Große freitags nach dem Turnen direkt zu mir, freiwillig, behaupte ich. Das Ritual des Vorlesens für die Kleine beim Zubettgehen, des Rückenkraulens für die Große... das ist für beide so wichtig und schön (auch für mich).
Kommt das wieder?
Viele Grüße mit Grummeln im Bauch
freffi