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Re: Bilder stürmen oder Veränderung wollen?
Ronald,
27.02.07, 18:40
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Hallo Jack,Hallo Biene,
ich habe gerade dem Peter was zukommen lassen. Ich glaube, dass es auch auf deine Fragen eine Antwort bereithält.
Ich verweise unten auf Watzlawick. Es gibt aber noch einen Herrn Thun. Der hat noch eine weitere interessante Sicht zur Kommunikation:
http://www.schulz-von-thun.de/mod-komquad.html
Einer seiner Leitsätze lautet, der EMPFÄNGER ist für den Inhalt der Nachricht verantwortlich. Siehe unten: „diese Denkweise ist reflexiv“.
Das ist nicht besserwisserisch sondern ein Hinweis. Man(n) kann nicht alles wissen – man(n) sollte aber wissen, wo’s steht… und man(n) sollte es sich aneignen.
Tschau erst mal und mit freundlichen Grüßen
Ronald
Hallo Peter,
ich grüße Dich. Ich kam spät von einer Veranstaltung der Regionalgruppe zurück und hatte kaum noch Zeit die Mail zu lesen, geschweige denn zu antworten.
Bevor ich mich deiner Mail widme, kurz zu meinem Ansatz, hier im Forum aufzutreten. Ich bin Sozialpädagoge, habe seit 1990 in der Heimerziehung zu tun und mache auch sonst eine Menge Sachen, bei denen es zum Großteil auf KOMMUNIKATION ankommt.
In der Arbeit mit dem Klientel, wie auch mit den verschiedenen Ämtern, habe ich nur mein Wort und die Kompetenz, nonverbale Signale zu deuten und in meine Überlegungen einzubauen. Aus diesem Grunde lege ich bei meiner Argumentation so großen Wert darauf, dass wir uns auch dem Fachdienst Jugend grundsätzlich wertschätzend gegenüber verhalten. Nun kann so mancher behaupten, in meinem Büro kann ich so viel schimpfen und schlecht über den FD reden wie ich will, wenn ich im Gespräch mit ihm bin, dann bin ich wieder die Freundlichkeit und der Pragmatismus in Person. Beschäftige doch mal mit den Vorstellungen von Watzlawick („Kommunikations-Axiome“). Wer so denkt, der hat das Wesen der Kommunikation nicht erkannt.
„Kommunikationspartner neigen dazu, Kommunikationsabläufe unterschiedlich zu interpunktieren“
Weniger die verbale Kommunikation, sondern die Körpersprache bringt das zum Ausdruck, was Dir und den anderen auf der Seele liegt. Die Art und Weise wie auf einer Homepage gegen die FD’e gewettert wird, hat sich schon tief in die entsprechende Seele eingegraben und wird in jeder Haltung und in jedem Satz deutlich. Damit hat man(n) schon verloren, bevor er begonnen hat, zu kämpfen.
Schlimmer noch: diese Denkweise ist reflexiv. Sie prägt Wertvorstellungen, die später (wie ein Filter) die eingehenden Informationen selektiert und genau das bestätigt, was man(n) sehen will.
Wer mit offenen Augen durchs Forum geht, der wird sehen, dass ich sehr wohl fremde Sichtweisen akzeptiere. Allerdings ist es für mich eine feste Größe, die Persönlichkeit des Anderen zu wahren. Da gehört unweigerlich seine Meinung mit dazu. Denke ich zumindest.
Wenn sich jemand äußert, dann muss er das mit entsprechender Kompetenz tun. Kompetenz hat aber etwas mit ganzheitlichem Ansatz zu tun – will damit sagen, die Fähigkeit, sich in andere Denkweisen hineinzuversetzen gehört unmissverständlich zum Vertreten der eigenen Meinung dazu.
Explizit das tue ich, wenn ich mich der Meinungsäußerung anderer widme.
Ich habe die „Geschichte“ aus Sachsen nicht mit euch in Gleichklang bringen wollen. Wenn das bei Dir so angekommen ist, dann ist das nicht richtig. Die Sicht der Beiden ist aber symptomatisch für viele Eltern, mit denen wir (meine Mitarbeiterinnen und ich) zu tun haben. Es wird verdrängt, was das Zeug hält und nur das zugelassen, was in den Kram passt… Salopp gesagt.
Für heute erst mal genug.
Mit freundlichen Grüßen
Ronald