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Re: Bilder stürmen oder Veränderung wollen?
Ronald,
27.02.07, 20:52
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Hallo Carsten,
… es geht doch! War’n Scherz – ehrlich!
Das ich jetzt ein wenig schneller und weniger umfangreich antworte hat nichts damit zu tun, dass ich dich nicht wertschätze… muss einfach meine Rasselbande bändigen, damit die nicht zu kurz kommen.
Ziele. Das Zusammenleben von Menschen gründet sich auf gemeinsame Grundannahmen. Das heißt zwar nicht, dass man einer Meinung ist, aber es verkürzt die Kommunikation und macht sie sicherer. Wenn Du hier im VafK Mitglied bist, dann muss ich davon ausgehen, dass Du dich mit den Zielen identifizierst. Ansonsten müssten wir festlegen, worüber und in welche Richtung wir uns eigentlich (und tatsächlich) unterhalten. Das würde ja heißen, dass der eine von Bananen spricht (den Part übernehme dann ich – ich komme aus dem Osten) und Du von Kiwi (den Part übernimmst bitte Du, weil ich die früher nicht kannte) und wir würden uns wundern, warum wir uns nicht verstehen. Somit gehe ich davon aus, mit deinem Einverständnis, dass wir wohl dieselben Ziele haben, freilich aber unterschiedliche Wege einschlagen, um sie zu verwirklichen.
Hier käme jetzt Polemik… die ich einfach mal weglasse. … obwohl sie schon Spaß macht…
„Naturgemäß haben wir unterschiedliche Blickwinkel auf denselben Sachverhalt, sind beide subjektiv. Es gibt allerdings den Unterschied, dass ich mir dessen bewusst bin, während Du Dir aus Deiner Profession heraus Objektivität zubilligst, anmaßt. Man nennt so was auch "Betriebsblindheit".“
Auf keinen Fall. Das wäre nicht Betriebsblindheit, sondern Blödheit. Nachdem, was Du bisher von mir gelesen hast, glaubst Du im Ernst, dass ich so … blöd … sein sollte, dass ich mir Objektivität zubillige? Was ich mir zubillige, ist eine andere Sicht der Dinge! Wie ich an anderer Stelle schon ausgiebig dargelegt habe, glaube ich, dass ich aus meinem beruflichen Kontext heraus Erfahrungen besitze, die so manch anderer nicht hat. Diese Erfahrung privilegiert ohne besser zu stellen. Vor allen Dingen aber lädt sie ein teilzuhaben.
Teilhabe verbindet, mein lieber. Sie sollte zur Bereicherung beider Seiten führen. Wenn ich sage (…und das ist der Kernpunkt dessen, was ich hier zum Ausdruck bringen will und werde), dass es ein Fehler ist, sich eine Sichtweise zu Eigen zu machen, die ein ganzheitliches Wahrnehmen der Dinge verhindert, dann werde ich diese Sichtweise verteidigen und dafür einstehen ohne zu diffamieren und zu beleidigen.
„Irrtümer gibt es immer, das liegt in der Natur des Menschen. Vorsatz und Fanatismus sind aber keine Irrtümer und deshalb nicht duldbar.“
Ganz recht! Fanatismus = das unbelehrbare, aggressive Verfolgen eines Zieles, das ohne differenzierten Bezug auf die Gesamtwirklichkeit zum absoluten Wert erhoben wird (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005)
Wenn ich Dir nun immer wieder eine feststehende Lehrmeinung näher bringen will, Du aber die offensichtliche Information daraus nicht entnehmen willst, dann lässt Du Dich (im weitesten Sinne) nicht belehren. Was man umgangssprachlich auch als unbelehrbar beschreiben könnte. Das Du das mit einem aggressiven Ton gemacht hast, liegt auch auf der Hand. Dass Du das gemacht hast, ohne den ganzheitlichen Bezug (Gesamtwirklichkeit) herzustellen, habe ich doch klar genug dargelegt. Ganzheitlich heißt nun aber nicht, mit vielen Beispielen auf die offensichtlich vorhandenen Fehlleistungen von Ämtern, Gerichten und irgendwelchen Novizinnen im Erzieherbereich hinzuweisen. Dass Du deine Äußerungen zum absoluten Wert erheben wolltest („Das musst Du einfach einmal so akzeptieren!“ – dieser Imperativ ist schon der Hit!!) steht nun auch außer Zweifel.
Polemik brauchen wir jetzt nicht mehr – Schlussfolgerungen ziehst Du selber.
Also: Fehler müssen (am besten konstruktiv) angesprochen (nicht angeprangert) und öffentlich gemacht werden. Keine Frage. Wenn aber jemand etwas von sich gibt, gibt er auch etwas „von sich“. Jede Äußerung enthält auch, ob jemand will oder nicht, eine Selbstkundgabe, einen Hinweis darauf, was in ihm vorgeht, wofür er steht und wie er seine Rolle definiert. Dies kann explizit ("Ich-Botschaft") oder implizit geschehen. Dieser Umstand macht jede Nachricht zu einer kleinen Kostprobe deiner Persönlichkeit, was dir als „Sender deiner Botschaft“ nicht immer gut zu Gesicht stehen muss. Es steht Dir immer dann nicht gut zu Gesicht, wenn durch (unbewusste) Selektierung (der Infos aus deiner Umwelt) der ganzheitliche Bezug verloren gegangen ist.
„…, dass es überhaupt einen Silberstreif am Horizont des Familienunrechts gibt, ist Leuten zu verdanken, die immer wieder die Finger in die Wunde legen und damit an die Öffentlichkeit gehen. Das werde ich auch weiter tun.“
Wenn Du das oben beherzigst (was nicht heißt, dass ich keine andere Meinung zulasse!), dann bleibt der Finger auch DRANN, NACHDEM Du ihn in die Wunde gelegt hast. Vielleicht habe ICH ja auch mal Bedarf an einem Finger der in eine Wunde gelegt wird, die MIR schmerzt. Dann möchte ich sicher sein, dass DU ihn für MICH rein legen würdest… was natürlich nur geht, wenn er noch dran ist…
Du siehst, es läuft doch wieder nur auf schnödem Egoismus hinaus…
Bis dann, mit freundlichen Grüßen
Ronald