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Hallo Cherie,
hier im Thread hast Du bereits viele gute Anregungen bekommen, manche schon sehr detailliert, dass sie eventuell am Anfang einer solchen Krise aufgrund ihrer Detaillierheit vielleicht sogar zunächst etwas überfordern könnten.
Deshalb möchte ich Dir - auch aus Gründen meiner knappen Zeit - insbesondere zu einem bestimmten Aspekt antworten.
Ich nehme wahr, dass bei Euch die Verzweiflung sehr groß ist. Dein Mann ist vorübergehend etwas entmutigt. Dir ist zum Heulen. In solchen leidvollen Situationen möchte man verzweifeln, versteht die Welt nicht mehr, ist emotional überfordert, wird mit rechtlichen, pädagogischen und psychologischen Themenbereichen konfrontiert, von den man vorher noch nie etwas gehört hat, begegnet unter Umständen Menschen, die sich unerwartet z. B. bösartig zeigen bzw. nach Maßstäben handeln, die man vernünftigerweise nicht erwartet oder erwarten kann, usw.
Ich kann Dir sagen, ohne irgendetwas von Eurem Leid irgendwie wegreden zu wollen, dass Du nicht allein bist und dass Dein Mann nicht allein ist. Es geht und ging anderen Tausenden, Zehntausenden betroffenene Elternteilen, Zweitfrauen, Großeltern so oder so ähnlich wie Euch. Auch hier im Forum ist das so.
Wenn ich mich in einer derat emotional angeschlagenen Situation befinden würde, dann würde ich persönlichen(!) Kontakt zur nächstgelegenen
aufnehmen.
Wenn in der örtlichen Nähe mehrere der von mir genannten Gruppen existieren, dann würde ich mich nicht auf eine beschränken, sondern mehrere aufsuchen und dann ggf. auswählen, welche am besten zu mir passt.
In diesen Vereinen findet Vater oder Mutter oder Zweitfrau liebe Menschen, die einen mit viel Erfahrung und Know-How unterstützen. Es handelt sich dort ebenfalls fast ausschließlich um gleich oder ehemals betroffene Väter und Mütter, Zweitfrauen und Zweitmänner, und Großeltern.
Durch den persönlichen(!) Kontakt und Austausch kann man sich emotional fangen und findet Entlastung, Mut, Zuversicht. Durch den persönlichen Erfahrungs- und Wissenaustausch kann man sich stückweise immer weiter kompetent machen und man stärkt so seine eigene Handlungsfähigkeit. Somit kann eine positive Aufwärtsspirale in Gang gesetzt werden.
Dass es Phasen gibt, wo man durchhängt - insbesondere ganz am Anfang -, kommt bei vielen evtl. häufig und auch wiederholt vor. Das ist nichts Besonderes. Es gibt aber auch die tausendfach gemachte Erfahrung, dass man gemeinsam mit anderen zusammen in der Lage ist, auch eine solche Krise zu meistern. In der Regel führt das dann auch dazu, dass man sogar eine eigene persönliche Weiterentwicklung und Stärkung erfährt.
Das entscheidende Merkmal dieser empfohlenen Vereine ist, dass sie staatlich unabhängig sind.
Es gibt natürlich auch Unterstützungsangebote für von Trennung und Scheidung betroffenen Elternteile, die durch die Stadt oder Gemeinde oder Staat im weiteren Sinne finanziert werden und z. B. über Träger wie z. B. ProFamilia, kirchliche Träger, Familienzentrum usw. organisiert sind. Auch diese Einrichtungen kann man in Anspruch nehmen, sollte sich aber der faktischen, da finanziellen Abhängigkeit dieser Einrichtungen vom örtlichen Jugendamt bewusst sein. Und die Interessen eines Jugendamtes sind leider oft nicht ausschließlich auf das Kindeswohl ausgerichtet.
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Die Entmutigung von betroffenen Elternteilen ist manchmal nicht nur rein situationsbedingt, sondern sie wird eventuell absichtlich vom anderen Elternteil und/oder sogar von staatlichen oder staatlich finanzierten Einrichtungen gezielt betrieben. Das ist leider tausendfach gemachte Erfahrung. Mit diesem Wissen und dem Wissen, dass es ja vielen tausend anderen genauso oder ähnlich ging wie Euch, die das bewältigt haben, ist die Entmutigung Deines Mannes schon fast völlig vom Tisch! Oder nicht?
Besucht die genannten Vereine persönlich ist mein erster Tipp in einer solchen Situation wie bei Euch! Der persönliche Kontakt ist ein ganz anderer als anonym im Forum!
LG
tapgon