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| Väterradio http://www.vaeterradio.de Aprilsendung - Kraftvolle Zeichen - Väter beim Halbmarathon in Berlin - Gäste: - Dr. med. Peter Tinnemann - Vater auf der Suche nach seinem Kind, obwohl er es gefunden hatte - Uwe Schiwek - Polizist ohne Rechte aber Erfahrungen mit dem Jugendamt - Ralf-Gunther Fuchs - Initiator des Papalaufs und Vater ohne Tochter - Wolfgang Erwin, Gerd Meier und Andreas Jämmerich werden per Telefon zugeschaltet |
Hier is noch eins:
Der Christbamstender
Bal muss mer si langsam afs Fest vorbereitn
denn bis Weihnachten sen etz nemmer vill Zeitn.
In der Stubn sitzn s drin, die Fra und der Mo
überleng si, wos schenkn und redn dervor.
„Herrschaftszeitn!“ So schreit er ganz plötzli raus
„A Christbamstender muß jo heier ins Haus!“
„Ach naa Mo - etz des net a nu !“ secht si zu ihrm Wastl
„Kannstn net so a Ding as irgendwo bastln?“
“ … Ja - ich hob a Idee, ich will probiern ob des gett.
Ich bau uns an Stender, der wu si gleich dreht.“
Afn Bodn drom stätt bei die altn Sachn
nu a Grammophon, Fra, do werscht mer lachn,
draus bau i an Stender und a Spieluhr mit nei,
des wird a Überraschung, des soch i dir fei !
Opa und Oma wern schaua - und erscht die zwa Klanna,
des wird richti feierli - ach, ich kennt scho flanna !“
So secht der Vater: „Also, Fra, bin ich froh!“
Er steigert si nei - und - scho fengt er oh!
Stundnlang bastlt er, des is der a Ploch,
doch stolz kann er song, nach 14 Toch:
„So, Fra, i bin ferti, is Christkind kann kumma!“
Bei der Prob laft sei Werk wie gschmiert ummadumma.
Ausn Kastn klingt liebli die Spieluhr hervor
„Ihr Kinderlein kommet“ im feierlichn Chor.
Die Mutter mecht voller Freid glei an Satz:
„Is des ober herrli, du bist a Kinstler, mei Schatz!“
No worsch halt so weit, Heiliger Ohmd wor do;
der Bam wird sche putzt, mer hengt allerhand no.
Äpfl, Nüss, Zimtstern und Plätzli,
Eiszapfn, Kugln und derzu schena Kerzli.
Erscht nu a Prob, ob der Bam sich a dreht
und obwohl der so schwer is, des Kunstwerk, des geht!
Etz nu schnell all die Gschenke, in Bum sein Kauflodn,
die Puppnküchn, die Zinnsoldotn,
die Burch und is Kasperlestheoter derhinter
do spillt immer der Opa so sche mit die Kinder.
Die Aufrechung und die Freid worn groß,
der Vater brüllt: „Naus etz, die Bescherung gett los!“
Er löscht is Licht, zünd di Kerzli sche oh
und schaut stolz zu sein Bamstender no.
Am Bam hengt Lametta in ganz dicka Strähna
- in Vater kumma scho wider die Träna -.
Er bimmlt drei - viermol, alla kumma etz rei!
Der Bam dreht si langsam und die Spieluhr setzt ei:
„Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all!“
Kaum wors zu hörn, tuts in Kästla an Knall!
Si stenna im Kreis, is Mariela, der Sepp
und die Oma seufzt: „Daß ich des nu derleb!“
Doch der Vater stutzt, ja, wos wor denn bloß gschehng?
Der Bam tut af amol vill schneller sich drehn!
A die Spieluhr spielt schneller, alles gett hoppla hopp
und „Ihr Kinderlein kommet“ klingt etz, wie a Galopp!
Des Luder kreischter die Tön nauf und no
„Grod, wie a Sirena!“ secht die Fra zu ihrm Mo.
Etz fasst sie der Vater schnell nu an Mut
und will in Bam stoppn, ober des gett net gut.
In der Eckn hint hockt der Opa und lacht,
doch der Vater schreit laut in die Heilige Nacht:
„Ja, wos hat denn der Bam blos, worum saustn der so,
wie a surreter Kreisl auf und dervor?!“
Die Mutter und Kinner sen untern Tisch nunterkrochn
wal mer mahna kennt der Vesuv is ausbrochn.
„Volle Deckung!“ brüllt der Vater grod nu rechtzeiti aus,
voller Wucht saust as n Bam der erscht Äpfl raus.
Der fliecht in Bum sein Kauflodn nei
und haut alles zam, des git a Gschrei!
Ja - no getts erscht los, des is ungeheier
as m Bam schießts raus, wie a Trummlfeier!
Die Sternwerfer sausn ab durch die Mittn
ins Wohnzimmer nei, wie die Satellitn.
Und etz werds a in Opa zu bunt,
der Arme stett do, mit der Pfeifn in Mund
do schleidert der Bam, es wor wie a Schuß!
Pfeilgrod aufn Opa a riesendrum Nuss!
Die Pfeifn splittert mittn entzwei
Vor Schreck hauts in Opa in die Kasperli nei.
„Hanskasperli, Kisperli“ schreit er do raus,
„ihr Kinner, heit fellt die Vorstellung aus!“
Die Puppnküchn - ach, de wor so sche dekoriert -
in dera sichts aus, als wär der Herd explodiert.
A Zimtstern, a harter, fliegt ins Radio nei,
durch den Schloch schalt sie des glei voselber ei
und spillt: „Vom Himmel hoch, da komm ich her!“
Doch die Oma greint: „Mir welln heit gor nix mehr!
Uns langt scho, wos der Bam uns bringt!“
... und merkt af amol, dass do stinkt.
Die Vorhäng brenna! Der Vater sterzt naus!
Zum Glück is a Feierlöscher im Haus,
mit dem Ding kummt er rei, spretzt die Vorhängli oh
- do kracht ihm a Holzbiern an sein Dickschädl no -
schwer troffn, fällt er wie a Sack nach hintn
und er hört nu, eh die Sinn ihm entschwindn,
in Radio, do wird etz gsunga,
sche laut: „Es ist ein Ros entsprunga!“
Beim Umfalln secht er: „Ich glab, a Gaul hot mi troffn!“
und nochetla wär er beinoh dersoffn,
denn der Minimax spritzt, des wor a Gedicht
in umgfallna Vater direkt in sei Gsicht.
A Krach wor im Zimmer, es wor nit zum dertrong
- sogar die Standuhr hat dreizemol gschlong.
In der Burch platzn Kugln, grod wie Granotn
und reihaweis falln die Zinnsoldotn.
Mit a mol, vorm Krippla, mecht der Ludersbam halt.
In Josef hats do in Stall hinterknallt.
A Eiszapfn wors, der is kumma, wie gstochn
und hat in Josef sein Arm obrochn.
Die Schäfer, die Schof, die sen des Todes
und a Kopfschuss trifft in König Herodes.
Selbst die Heilin drei König hats vom Kamel rogrissn!
(Voller Angst hat der kla Sepp in die Hosn gschissn.)
Draus am Fenster gett aner vorbei und schreit:
„Recht frohe Weihnachtn, lieba Leit!
Ich wünsch euch a recht a schens, ruhiges Fest!“
Des git der Familie entgilti in Rest.
Die Mutter, de jammert: „Der hot gut lachn,
sehert der uns und unnere Sachn!“
Und endli - do dreht sich der Bam nemmer rum -
der Vater stett do und schaut recht dumm
er denkt blos: „Wos hob i mi oderrackert
und etz stett er do, der Bam, vollkomma nackert!“
As ihre Versteckli krabblns etz langsam hervor
zerscht der Opa, mit an Batzn Lametta am Ohr.
Die Mutter sucht voller Angst ihr Kinner,
denn es is jo stockdunkl im Weihnachtszimmer.
Alle flanna: „Ach, des wor der a Fest!“
Ausm Eck kummt die Oma, mit an Kerzla im Nest.
Des brennt nu und der Bu schreit: „Schaut alla her!
Etz kummt is Christkindla selber doher!“
Der Vater mecht Licht, sucht nach anner Erklärung
alla schreia durchananner: „Des wor a schena Bescherung!“
Im Zimmer sichts aus, wie nach an Orkan,
mer is froh, dass mer lebt, stimmt a Weihnachtslied an:
„Alle Jahr wieder, kommt das Christuskind ...“
Doch die Frau mault derzwischn:
“ Du baust mer nix mehr so gschwind!
Fürs nächste Johr schreib ich gleich heit in Kalender
und kaf persönli an Christbamstender!“