Von (vok) | 07.06.2008 | Netzcode: 1406179
Weiden
Bus'sl mal wieder
Marketingoffensive für Stadtlinienverkehr mit Hilfe der Hochschule - Ziel: Vier Millionen Fahrgäste
Weiden. (vok) Erstmals darf Werbung für den Stadtlinienverkehr auch etwas Geld kosten. Der Hauptverwaltungs- und Umweltausschuss stimmte einer Marketingoffensive zu, an deren Ende auch ein neuer Name für den ÖPNV stehen soll.
Lediglich Stefan Rank (Bürgerliste) und Reinhold Wildenauer (FDP) scherten aus, weil ihnen die veranschlagten 20 000 Euro zu teuer werden. Anfänglich hatte sich auch die SPD skeptisch gezeigt. So wollte Sprecherin Brigitte Schwarz wissen, wie hoch der Nutzen der Maßnahme anzusiedeln sei. "Was kommt dabei raus?" Sie schlug vor, die Kosten je zur Hälfte auf die Stadt und die Firma Wies aufzuteilen.
Angesichts der zunächst zähen Diskussion war OB Kurt Seggewiß anzumerken, dass ihm fast der Kragen platzte. Er betonte, dass es hier nicht um eine Umsatzsteigerung für die Firma Wies gehe, sondern darum, das jährliche Defizit der Stadt beim ÖPNV (im vergangenen Jahr 853 000 Euro) zu verringern. Und für die CSU sagte Hans Blum, es sei traurig, "dass wir hier so lange über 20 000 Euro diskutieren müssen". Dies könne nur ein erster Ansatz sein.
Ähnlich äußerte sich Rechtsdezernent Hermann Hubmann. Er sprach von einem "relativ bescheidenen Betrag". Das ursprüngliche Ziel von vier Millionen Fahrgästen im Jahr sei nicht erreicht worden. Jetzt wolle man versuchen, durch neue Maßnahmen die Zahl von 3,2 Millionen Fahrgästen bis 2012 um eine Million zu erhöhen.
Im Zuge der Marketing-Offensive, die federführend von der Hochschule Amberg-Weiden betrieben wird, sollen die Bürger unter anderem aufgefordert werden, einen griffigen Markennamen für den Stadtlinienverkehr zu suchen. Ferner wird an Pressekampagnen mit Hilfe von bekannten Weidener Bürgern gedacht. Speziell sollen mit den Maßnahmen zwei Zielgruppen angesprochen werden, die das größte noch ungenutzte Potenzial darstellen: der Berufsverkehr sowie der Einkaufs- und Versorgungsverkehr.
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Luise Nomayo 08.06.2008 08:06 Uhr
Zitat OB Seggewiß:
"Angesichts der zunächst zähen Diskussion war OB Kurt Seggewiß anzumerken, dass ihm fast der Kragen platzte. Er betonte, dass es hier nicht um eine Umsatzsteigerung für die Firma Wies gehe, sondern darum, das jährliche Defizit der Stadt beim ÖPNV (im vergangenen Jahr 853 000 Euro) zu verringern."
Da stellt sich mir zuerst die Frage, ob Herr Seggewiß vielleicht glaubt, die Fa, Wies sei ein städt. Betrieb?
- Natürlich wird der Zuschuss nur in Abhängigkeit einer Umsatzsteigerung reduziert, wenn aber keine belastbaren und konkret abgegrenzten Daten zum Stadtverkehr vorliegen, dann werden weiterhin die Verluste "sozialisiert" und die Gewinne "privatisiert"!
- Natürlich ist der Zuschuss an ein Privatunternehmen, welches das Monopol für ÖPNV in der Stadt Weiden hat, exorbitant hoch.
Die nächsten Fragen müssen daher heißen:
"Was macht Wies, wenn er keinen Zuschuss bekommt?
Fährt er dann nicht mehr Stadtverkehr?
Gibt´s ggf. dafür andere und billigere Anbieter?
(Coburg und Amberg wurden im Ausschuss als beispielhaft billig genannt)
Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass die ganze Preiskalkulation der Fa. Wies auf deren eigenem, nicht im Detail nachprüfbarem Datenmaterial beruht!