Fortsetzung zur Tagesordnung des
Finanz-, Vergabe-, Grundstücks- und Sanierungs-Ausschusses am 16.09.08:
Ich kann´s nicht anders bezeichnen, es ist Rabulistik und erbarmungslose Kaltschnäuzigkeit, wie in der Tischvorlage zum Tagesordnungspunkt Nr.1, "Heizkostenhilfe", diese Pauschale, die auch nach dem SGBXII nicht allgemein angewandt werden darf, heruntergerechnet wird und damit die Stadt an Armen, Kranken, Alten und Hilflosen spart.
Wie ich bereits befürchtete, hat der Verantwortliche für diese verantwortungslose Milchmädchenrechnung, ein Herr Christian Hölzl (kennt den hier jemand?)sich auf die Studie der Techem AG bezogen und dort einen
Jahresverbrauch von 12,9 Liter Öl pro Quadratmeter Wohnfläche für die Stadt Weiden gefunden.
Weil aber die Techem AG ihre Studien auf Daten von Mehrfamilienhäusern bezieht, hat Herr Verwaltungssachbearbeiter Hölzl, diesen, von ihm zugrunde gelegten m2-Bedarf von
12,9 Litern, um generöse 20 % erhöht und er kommt dann auf einen Jahresbedarf von
15.48 l/m2;
Ich habe mir sofort, nachdem ich die Tagesordnung vorgestern auf der Stadt-Homepage erblickte, die neueste Techemstudie Nr. 9, vom 18.7.08, geordert und die Beschäftigten waren so freundlich und haben die sofort an mich abgeschickt, - sogar kostenlos.
Seit heute mittags halte ich sie in Händen und sie ist sehr übersichtlich, sodass die Daten für Weiden einfach zufinden sind, denn im Gegensatz zu den alten Studien, ist Weiden nun auch als Repräsentativ-Mess-Ort, ebenso wie Amberg, enthalten.
Anmerken möchte ich, dass die Verwaltung der Stadt WEN schon früher Heizkosten-Dumping zu Lasten der armen Betroffenen betrieb, indem sie die jeweils niedrigere Verbrauchszahl, entweder von Regensburg, bzw. Bayreuth, heraussuchte!
So, nun hier die Jahres-Verbrauchszahl pro Quadratmeter Wohnfläche in einem Mehrfamilienhaus im geschlossenen Stadtkern (also keine Einzelgebäude!) lt. Techem AG-Studie Nr. 9:
14.32 l/m2
Addiert man hier nun die 20%, weil der Durchschnitt der Bevölkerung eben
nicht in Hochhäusern und im Stadtinneren wohnt, dann kommen noch 2.86 l/m2
hinzu und es ergibt sich ein durchschnittlicher Gesamtverbrauch von 17.19 l/m2
Energieverbrauch für Warmwasser ist in diesen Zahlen nicht enthalten, siehe Techem AG-Studie 08, Seite 61 unter Weiden! Warmwasser wird nämlich, weder im ALGII, noch bei der Grundsicherung (hieß vorher Sozialhilfe) übernommen!
Legt man nun den angeblich ermittelten Brutto-Preis für Heizöl von o.92 € zugrunde, dann ergibt sich bei einer Single-Wohnfläche von 50 m2 eine Heizkostenerstattung:
nach der Berechnung der Stadtverwaltung von
(12.9 Liter + 2.58 Liter (20%)) x 0.92 € x 50 m2 = Jahresheizkosten 712,08 €
nach der Berechnung mit den korrekten Techem-Zahlen von
(14.32 Liter + 2.86 Liter (20%) x 0.92 € x 50 m2 = Jahresheizkosten 859.00 €
Die Hilfebedürftigen werden damit um 146,92 €
von der Stadt "beschissen"!
Es sind jene Menschen die "ohnehin schon nass sind und auf die es immer wieder regnet" (ital.Spruch)
Wie meinte dazu der Hölzl auch noch:
" Nachdem leichtes Heizöl in der Stadt Weiden der eindeutig bevorzugte Heizbrennstoff ist, wurde bei der Festsetzung des Heizungshilfe-Eckwertes vom aktuellen Heizölpreis ausgegangen."
Nein, auch wenn Heizöl vielleicht öfter zu Heizzwecken als energieträger eingesetzt wird, die Techem kommt zum klaren Ergebnis, dass Heizen mit Gas in der vergangenen Heizperiode 2006/2007 teurer war, im aktuellen Zeitpunkt - insbesonders mit dem "Einfrierpreisen" wesentlich teurer ist!
Danke, OB und Stadtverwaltung für die große soziale Fürsorge gegenüber Armen und Bedürftigen, bei Anfertigung der Tischvorlage für einen Beschluss am 16.9.08 im Stadtrat!
Solcher „Sparkurs“ an den Armen, ist eine besondere Schande für die gesamte SPD