Bernd
Beiträge: 1462 Ort: Berlin
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Erstellt: 16.11.08, 11:20 Betreff: Offener Brief an Weidens OB, Herrn Seggewiß!
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Offener Brief an Weidens OB, Herrn Seggewiß
Sehr geehrter Herr Seggewiß,
Ihnen wird laut NT vom 14.11.08 die ehrverletzende Äußerung zugeschrieben, Sie (und die Stadträte) hätten "die Nase gestrichen voll von Luise Nomayos Hetzkampagne". Zuvor hatten Sie sich auch bitterlich beklagt, daß Sie sich durch meine Bild-Montage als "König Kurt" in der WISP-spezial-Jubiläumsausgabe auf Seite 4 "verunglimpft" fühlten.
Dabei hätte ich mir, was ich jetzt beinahe bedauere, wirklich große Mühe gegeben, den König Kurt - im Gegensatz zum "King Edward" im Original - sympathisch rüberzubringen. Selbst in meiner Seite4-Glosse hatte ich Ihnen Goldene Brücken gebaut, sich von IQ-entlarvenden Äußerungen einiger Stadträte abzusetzen, als da sind: "Darf die das überhaupt, sich in Weidener Angelegenheiten zu mischen?" sowie Luise Nomayos Vergleichs-Studie wegen der Stadtratsbezüge sei "eine Unverschämtheit" und ähnlich niveaulosen verbalen Entgleisungen. - Nun ja, Stadtrat geworden zu sein, bedeutet leider nicht zwangsläufig die Umwandlung in eine integre lebenskluge Persönlichkeit, eher das Gegenteil, so die allgemeine (und offenbar speziell Weidener) Lebenserfahrung.
Bei einem OB allerdings ist positive Vorbildfunktion absolute Pflicht, die Sie, legt man Ihre Äußerungen in Sachen Nomayo zugrunde, augenscheinlich leider vermissen lassen. Daß Sie wegen der Studie zunächst ärgerlich sind, ist nachvollziehbar. Daß Sie aber - statt die Ärgernisse zu widerlegen oder falls nicht möglich, diese abstellen - sich auf unsachliche, persönliche Angriffe nach Art von Schopenhauers "Eristische Dialektik" gegen Luise Nomayo verlegen, ist nicht hinnehmbar. Auf gar keinen Fall, Herr Seggewiß!
Ich kenne die Vollblut-Politikerin Luise Nomayo nun schon viele Jahre in gemeinsamer politischer und publizistischer Arbeit und habe noch nie erlebt, daß sie selbst im kritischen Umgang mit Polit-KollegInnen jemals persönlich oder gar beleidigend geworden ist. Auch in Sachen Stadtratsbezüge hat sie nur Fakten sprechen lassen, sachlich und fair. Die Sie widerlegen könn(t)en oder auch nicht, ebenso sachlich und fair! - Für die diesbezüglich schlechte Kinderstube und das offenkundig defizitäre Demokratieverständnis einiger StadträtInnen können Sie, Herr Seggewiß, (fast) nichts. Aber für Ihr eigenes schlechtes Verhalten Luise Nomayo gegenüber dagegen sehr wohl. Und deshalb bedauere ich es mittlerweile sehr, Ihnen auf der Seite4-Glosse in der WISP-spezial-Jubiläumsausgabe ein so positives Persönlichkeitsprofil gegeben zu haben.
Ihnen und Ihrer Familie trotzdem noch einen schönen Sonntag.
Mit freundlichen Grüßen Bernd Kudanek alias bjk publizierender Berliner Unterschichtler
PS.: Auszüge aus Arthur Schopenhauers "Eristische Dialektik":
>Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird; so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgendwie angreift. [ ... ] Diese Regel ist sehr beliebt, weil jeder zur Ausführung tauglich ist, und wird daher häufig angewandt.<
____________________ Die hohe Kunst der Volksverarschung ist es, selbiges so schnell über den Tisch zu ziehen, daß die dabei entstehende Reibung als Nestwärme empfunden wird.
[editiert: 16.11.08, 11:21 von Bernd]
Dateianlagen:
WISP Oktober 2008 gesamt.pdf (1.504 kByte)
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