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Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch

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Bernd

Beiträge: 973
Ort: Berlin


New PostErstellt: 25.03.08, 18:22  Betreff:  Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Unter dem Motto

Für eine friedliche und soziale Welt!
Bundeswehreinsätze weltweit beenden!
Keine Einsätze der Bundeswehr im Inneren!
Schließt die Militärbasen!
Keine Lagerung von Atomwaffen auf deutschem Boden!
Atomwaffen abschaffen weltweit!
Stoppt den Überwachungsstaat – stärkt die Demokratie!
Abrüstung statt Sozialabbau!


fand gestern, am Ostermontag, zum 50ten Mal der Berliner Ostermarsch statt. Veranstalter war wie in den Jahren zuvor die Friedenskoordination Berlin, unterstützt von einer Vielzahl an Organisationen und Persönlichkeiten. Die Wetterbedingungen waren optimal, Sonne pur und Temperaturen so um die 10° und schwachwindig.

Gegen 11:50 Uhr traf ich zur Auftaktkundgebung am Adenauerplatz ein, es hatten sich dort bereits einige hundert TeilnehmerInnen versammelt. Auf Transparenten und Plakaten wurden die Auslands-Bundeswehreinsätze vor allem in Afghanistan angeprangert. Die Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg thematisierten radioaktive Waffen und die Atomrüstung. Kurdische Organisationen machten auf eine schlimme Lage der Kurden in Syrien aufmerksam. Das Nahostkomitee prangerte die Mißachtung von Menschen- und Völkerrechtsverletzungen seit 1948 in Palästina an und forderte ein Existenzrecht für einen palästinensischen Staat. Abrüstung statt Sozialabbau, Frieden ohne Waffen, gegen eine militarisierte und unsoziale Welt und andere Appelle waren weitere Themenschwerpunkte auf diesem Ostermarsch.

Die Veranstalter zählten weit über 1.000 TeilnehmerInnen, sogar die Medien logen danach nicht wie sonst üblich die Zahl der DemonstrantInnen um mindestens die Hälfte herunter. Ein Ostermarsch wird vom Berliner Innensenator und seinem Polizeipräsidenten ja auch nicht als sytem- und staatsgefährdend angesehen. Deshalb wurden keine der berüchtigten Berliner Schlägerbullen-Einsatzhundertschaften eingesetzt sondern ganz normale Polizisten, die sich sehr zurückhielten und provokative Schikanen wie abgrabschende Durchsuchungen gar nicht erst versuchten. So konnte z.B. ein über 50 m langes Seitentransparent problemlos über eine längere Strecke mitgeführt werden. Die berüchtigten Schlägerhorden hätten hier schon längst die Tonfas blank und eine Prügelorgie durchgezogen.

Aber auch die DemonstrantInnen 2008 waren keinesfalls mit den DemonstrantInnen 1968 an gleicher Stelle, auf dem Kurfürstendamm der Frontstadt West-Berlin, zu vergleichen. Unter dem Eindruck der damaligen Vietnamkriegsverbechen der USA erhob sich ein vieltausendfacher kämpferischer Protest, der vom West-Berliner CDU-Senat brutalstmöglich und mit Wasserwerfereinsatz zusammengeknüppelt wurde. Bereits ein Jahr zuvor wurde der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen. - Am Ostermontag 2008 war von kämpferischen lautstarken Protest gegen die noch immer schlimmen Menschenrechts- und Kriegsverbrechen der USA und ihrer Vasallen, inklusive der BRD, kaum etwas zu verspüren.

Der außerordentlich ruhige Demozug, nicht einmal Parolen wurden skandiert, erreichte gegen 13:30 Uhr den Breitscheidplatz. Als Umrahmung der Abschlußkundgebung, die ich mir allerdings nicht mehr antat, war bereits die Band "Rolando Random & the young soul rebels" auf einem LKW zugange. So konnten die Medien danach auch entsprechend wohlwollend über den 50. Berliner Ostermarsch berichten. Eine besondere Systemkritik seitens der OstermarschiererInnen, und eine gar womöglich staatsgefährdende, war ja bestenfalls nur ansatzweise zu erkennen. Aber wer wollte, konnte sich immerhin auf den von verschiedensten Organisationen reichlich verteilten Handzetteln kundig machen und daraus Motivation für seinen Protest beziehen.

Fazit: eine nachhaltige Wirkung hatte auch dieser 50. Ostermarsch eher nicht. Denn selbst ein friedlicher Ostermarsch muß nicht vor allem vorbildlich brav im Sinne von gewaltfrei sondern kann, nein, muß auch, unter Ausschöpfung des völkerrechtlich Erlaubten, kämpferisch angelegt sein. Er muß spürbaren Druck auf die Herrschenden ausüben können, um schlimme Verhältnisse zu ändern, sonst bleibt's ein gemeinsamer Eiapopeia-Osterspaziergang. Die herrschende Politkaste freut's.

Bernd Kudanek alias bjk
ALG II-Unterschichtler

auch hier ist der Fotobericht eingestellt:

http://de.indymedia.org/2008/03/211442.shtml

http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/1/20510425#20510425




Fotoimpressionen

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11:50 Uhr vor dem U-Bahnausgang Adenauerplatz

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"Freie Heide"-Kampf gegen das geplante Bombodrom in Brandenburg

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Transparent der Mütter gegen den Krieg Brandenburg-Berllin

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Adenauer is not amused

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Fronttranspi

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symbolisch aneinandergekettete Kurden

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Laura v. Wimmersperg ist Moderatorin der Berliner Friedenskoordination www.friko-berlin.de

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... immer der Friedenstaube nach!

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Die Mütter gegen Krieg Brandenburg-Berlin mit ihrem Transpi gegen Atomwaffen

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DemonstrantInnen statt TouristInnen auf dem Ku-Damm

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für eine Freie Heide und gegen ein Bombodrom

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symbolisch aneinandergekettete kurdische Mütter und Väter

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Exiltibeter

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Exiltibeter mit SympathisantInnen eines klerikal-feudalen Dalai-Lama-Staates

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American Voices Abroad (AVA) Military Projekt ist auch dabei, demonstrativ mit Pali-Tuch

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die Gedächtniskirche am Breitscheidplatz in Sicht

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DIE LINKE erobert West-Berlin

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medialer Friedenstauben-Rummel

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hier wurden die DemonstrantInnen in 1968 von der Westberliner Polizei niedergeknüppelt
und der Ku-Damm mit Wasserwerfern freigeräumt, es gab damals erbitterte Gegenwehr

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die "Rolando Random & the young soul rebels" machen für die Abschlußkundgebung bereits Stimmung

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Abschlußkundgebung auf dem Breitscheidplatz

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Blick in Richtung Tauentzien

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Die hohe Kunst der Volksverarschung ist es, selbiges so schnell über den Tisch zu ziehen,
daß die dabei entstehende Reibung als Nestwärme empfunden wird.


[editiert: 25.03.08, 18:57 von Bernd]
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Einmischer

Beiträge: 255
Ort: Bayern


New PostErstellt: 25.03.08, 19:41  Betreff: Re: Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Guter Bericht, nachdenken ist angesagt!!!
Gute Bildreportage.
Wenigstens läßt man uns(wie lange noch??)unzensierte Reportagen veröffentlichen!!!!






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Baba

Beiträge: 422

New PostErstellt: 26.03.08, 01:18  Betreff: Re: Mit Fotos kann ich leider nicht dienen, will aber vom 27. Ostermarsch aus Nürnberg  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

einige Anmerkungen machen!

Wie immer, war der Ostermarsch in Nürnberg als Sternmarsch organisiert, wenn gleich nur von Nord und Süd sich die Demozüge vor der Loerenzkirche (Stadtmitte) zur Kundgebung um ca. 15 Uhr trafen.

Ich beteiligte mich am Nord-Zug (übrigens, wie jedes Jahr), Treffpunkt war der Olof-Palme-Platz um 13:30 Uhr.

Organisiert war die Versammlung am Olof-Palme-Platz und der Marsch zur Kundgebung Lorenzkirche, wie jedes Jahr vorher auch, von Hans-Günther Schramm, Friedensforum Nürnberg!

Sprecherinnen und Sprecher kritisierten 

- den 5-jährigen Bush-Krieg im Irak und die indirekte Beteiligung der BRD daran,

- die gewalttätigen Ausseinandersetzungen in Tibet, 

- die deutsche, militärische Kriegsbeteiligung in Afghanistan unter

  dem täuschenden Vorwand, des angeblichen Demokratieaufbaues,

- die deutsche Militärpräsenz zur Sezessionsunterstützung des Kosovo,

- 60 Jahre Israel und 60 Jahre Besatzung und Staatsterrorismus gegen das

   palästinensische Volk!

Dieser letzte Punkt, nämlich die unmißverständliche Kritik an Israel, wegen seiner Angriffe, Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen seit 60 Jahren gegenüber dem palästinensichen Volke, war nicht nur Thema am Olof-Palme-Platz, sondern auch Teil der Rede von Peter Strudynski (Friedensratschlag Kassel) bei der Hauptkundgebung vor der Lorenzkirche.

Ich zitiere eine wichtige Redepassage:

"60 Jahre Israel zu feiern -- wie das die Bundeskanzlerin vor wenigen Tagen getan hat -, ist daher nur die halbe Wahrheit. Wer dabei das Schicksal der Palästinenser vergisst, macht sich zum Verbündeten der einen Seite und faktisch zum Gegner der anderen Seite. Einen Friedensprozess kann es im Nahen Osten aber nur geben, wenn alle Konfliktparteien gleichberechtigt daran beteiligt werden. Auch der Terrorismus der einen Seite wird nur aufhören, wenn der (Staats-)Terrorismus der anderen Seite ebenfalls aufhört. Der Bundeskanzlerin wurde zugerufen: "Menschenrechte sind unteilbar. Nicht nur in Tibet, sondern auch im Nahen Osten!"

So deutlich, öffentlich und laut wurde bisher nie von Seiten der Friedensbewegung Kritik an Israel geübt und ich denke, es wird auch höchste Zeit, daß sich die Friedensinitiativen dieses Themas annehmen, - ist es doch Ursache und Auslösung aller Konflikte und Kriege im Nahen- und Fernen-Osten!

Um die Unterdrückungsmechanismen der israelischen Regierung anschaulich zu machen, wurden auf dem Olof-Palme-Platz in einer Höhe von 8 Metern feste Seile gespannt an welchen dann bodenlange, schwarze Stoffbahnen herabhingen.

Die RednerInnen machten darauf aufmerksam, daß man sich, statt des weichen Stoffmaterials, Betonmauern von 8-10 Meter Höhe vorzustellen habe, um zu erkennen, was diese undurchlässige und unüberschaubare Mauer, quer durch Palästina, für die vertriebenen, eingesperrten, einheimischen Menschen, bedeutet.

Zum Vergleich wurde die Berliner Mauer mit ihren "nur" 3.50 Metern genannt!

Es ist richtig, daß heuer die Teilnehmerzahlen merkbar höher waren, als in den letzten "Merkel-Jahren"! Was aber in Nürnberg unübersehbar war, ist die Tatsache des "demographischen Faktors"!

Mehr noch, als auf Bernds Fotoserie vom Berliner Ostermarsch, fehlten in Nürnberg die Jahrgänge des Alters 20 bis 45 Jahre! Ich möchte nicht despektierlich sein, aber es war leider nur eine "Grufti-Demo"!

Ich traf natürlich viele alte Bekannte aus den "Nachrüstungs-Widerstandstagen" und "Anti-Atomwaffen-Demos" und es bedurfte nur eines erkennenden Augenzwinkerns, um sich auch ohne Worte Übereinstimmung und gegenseitiges Verständnis zu versichern.

Interessant war, nebenbei festzustellen, wie das Alter die Leute geformt und gefestigt hatte.

Inerressant war auch, welche Organisationen sich beteiligt hatten. In Nürnberg waren DKP, MLPD, LINKE und kurdische Vereine unübersehbar mit vielen Fahnen vertreten, dazwischen auch attack und Jusos und von evangelischen Kirchenorganisationen, kamen Menschen mit violetten Halstüchern!

Im Gegensatz zu früheren Jahren (1981 - 1999), als die GRÜNEN mit Ständen und vielen einfallsreichen NATO-kritischen Transparenten die Ostermarschveranstaltungen mitarganisierten, gab es nur ein einziges Transparent der GRÜNEN mit dem uralt Spruch "ökologisch, basisdemokratisch, friedlich, sozial" - und die drei Bannerträger waren dann auch dem Spott der anderen Teilnehmer ausgesetzt -.

Tja, die Revolution fraß mal wieder ihre Kinder!

Und, ich befürchte, lange wird es bei der LINKEn auch nicht mehr dauern, bis sie sich, um den Preis der Regierungsbeteiligung, einfärben lassen. Jedenfalls habe ich niemanden aus dem Landesvorstand oder aus der Bundestagsfraktion angetroffen. 

Baba Yaga  



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Bernd

Beiträge: 973
Ort: Berlin


New PostErstellt: 26.03.08, 09:57  Betreff: Re: Mit Fotos kann ich leider nicht dienen, will aber vom 27. Ostermarsch aus Nürnberg  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

    Zitat: Baba

    Jedenfalls habe ich niemanden aus dem Landesvorstand oder aus der Bundestagsfraktion angetroffen.



... auch in Berlin war niemand vom Landes- oder gar Bundesvorstand oder sonstige "Prominenz" von DIE LINKE zu sehen obwohl der Landesvorstand Berlin Mit-Unterstützer des Ostermarsches war

Bernd



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Einmischer
New PostErstellt: 26.03.08, 15:52  Betreff: Re: Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Bernd, auf dem Bild Nr. 69 ist doch DIE LINKE zu sehen!!!

Böse Zungen könnten jetzt behaupten - mehr aufrechte haben die einfach nicht mehr!!! Alle anderen arbeiten an ihrer bundesdeutschen und europäischen Karriere....

Aber das wäre vielleicht wirklich zu böse
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Bernd

Beiträge: 973
Ort: Berlin


New PostErstellt: 27.03.08, 00:07  Betreff: Re: Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Hallo Einmischer, es waren schon weng mehr GenossInnen von DIE LINKE dabei, alles einfache aufrechte Linke und keine postengeilen KarriereristInnen. Die meisten waren in den Reihen gleich hinter dem Fronttranspi.

Gruß
Bernd



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Einmischer
New PostErstellt: 27.03.08, 07:48  Betreff: Re: Fotobericht zum 50. Berliner Ostermarsch  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

Wenn diese doch mehr zu sagen und bestimmen hätten in dieser Partei!!!!!!!!!
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