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Projekt WISP
WEIDENER INITIATIVE FÜR SOZIALE POLITIK
frech, parteiunabhängig aber parteiisch für die Menschen in Weiden und dem Rest der Welt
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Bernd
Beiträge: 1462 Ort: Berlin
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Erstellt: 20.03.08, 09:12 Betreff: "Was sagt denn der Pantschen Lama ?"
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kopiert aus: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4272&Itemid=94
Was sagt denn der Pantschen Lama ?
von Hartmut Barth-Engelbart , 19.03.2008
Eine von der US/CIA-mitfinanzierten Organisation "Reporter ohne Grenzen" initiierte und von Saatchi &Saatchi mitorganisierte Aktion für "Meinungs-und Pressefreiheit" in der VR China, in NordKorea, in Kuba, in Venezuela und so viel ich weiß auch noch gleich im Iran (im Irak herrscht jetzt ja dankenswerter Weise bereits wieder allgemeine Meinungs- und Pressefreiheit ebenso wie im Kosowo) hat jetzt pünktlich vor den olympischen Spielen eine nicht enden wollende Kampagne losgetreten, deren Ziele von der Achtung der Menschnerechte durch die chinesische Regierung bis hin zur völligen Unabhängigkeit Tibets von China reichen. Dass die Firma Saatchi & Saatvchi zu der US-Werbefirma gehört, die den größten Teil der Propaganda der US-Army produziert sei hier vorweg schon Mal in Erinnerung gerufen. Zweite Vorbemerkung: die Daten in diesem Artikel stammen aus einer sehr unverdächtigen Quelle: Kurt M.Jung: Weltgeschichte in einem Griff , erschienen 1985 im (Springereigenen) Ullsteinverlag. Bevor sich jetzt also attac-ffm und Gesamt-attac.de daran macht, solche Kampagnen zu unterstützen, möchte ich doch inständigst darum bitten, sich mal die Weltkarte anzusehen, die Rohstoffbasen der VR China, besonders die für eines Breszinsky II-Plan geeignete Karte der heutigen FRankfurter FRontschau-Ausgabe mit den rosa eingefärbten potentiellen Unabhängigkeits- und Orangen-Revolutionären Gebieten in China.
Dass der von der KP organisierte und noch kontrollierte Marsch der chinesischen Plan-Ökonomie durch die spätmittelalterliche frühkapitalistische Phase, durch die ursprüngliche Kapital-Akkumulation und den Manchester-Kapitalismus im Zeitraffer einen Sprung von den Bauernkriegen bis in die Neuzeit versucht, hat notwendigerweise extreme gesellschaftliche Verwerfungen (im wahrsten Sinne des Wortes) und die entsprechenden menschlichen und kulturellen Opfer zur Folge , wahrscheinlich jedoch nur einen Bruchteil dessen, was die entsprechende "naturwüchsige" Entwicklung in Europa und den Vereinigten Staaten an Menschenschlächtereien gekostet hat. Mal nicht mitgerechnet die Milliarden von Menschenleben, die durch die Ausdünstungen und Auswüchse und Ausbrüche und Ausbeutung durch Europa/USA in den ausgesaugten Kontinenten Amerika, Afrika, Australien,Asien entstanden sind. Nicht mitgerechnet die ökologischen Folgen dieser über 500 Jahre währenden und noch anhaltenden Barbarei.
Doch zurück zu China:
Gerade die Provinzen Tibet und Xinjiang sind erstens seit circa 617 v.u.Z. chinesisches Gebiet und zweitens gehören sie zu den wichtigsten Rohstofflagern der VR-China. In der Folge zahlreicher kolonialistischer westlicher Überfälle und Angriffe auf China (Opiumkrieg, Niederschlagung des Boxeraufstandes durch General von Waldersee und andere Nettigkeiten, die den Export von Opium nach China zwecks Destabilisierung Chinas und die zwangsweise Öffnung des chinesischen Marktes so wie schon vorher des indischen ermöglichen sollten) und der Prospektion der chinesischen Provinzen durch westliche Auftragsforscher wie den Nazi und Dalai-Lama-Freund Heinrich Harrer und den Nazi Contzen in der Mongolei und die darauf folgenden Besatzung Chinas durch das faschistische Japan und die Verwandlung Chinas in einen koloniales Zwangsarbeitslager und Kriegsbordell -- nach all diesen Versuchen China zu destruieren gab es in Tibet in den Endvierzigern antikoloniale und antifeudale Aufstände auch mit dem Ziel der Wiedervereinigung der Provinz Tibet mit China. Getragen wurden diese Bewegungen durch tibetische Kleinbauern, auch durch nationalistische buddhistische Mönche und organisiert und geleitet durch tibetisch-chinesische Kommunisten .
Um ein erneutes Eindringen britischer Verbände nach Tibet und die Installierung einer defakto britischen Kolonie zu verhindern bzw. der sich abzeichnenden militärischen Einmischung der USA zuvor zukommen schickte die junge VR-China reguläre Truppen in die Provinz und verhinderte so eine erneute westlich garantierte Abtrennung Tibets von China. Die Wiedervereinigung wurde 1951 vertraglich abgesichert unter Gewährung relativer Autonomie. In chinesischer Zentralgewalt war die Außen-und Militärpolitik vertraglich geregelt. Die religiösen Oberhäupter Tibets haben diesem Vertrag zugestimmt. , wobei der Dalai Lama bereits 1951 als Gegner der Wiedervereinigung galt im Gegensatz zum Pantschen Lama, einem weiteren buddhistischen Oberhaupt. Alle anderen religiösen Oberhäupter haben diesen Vertrag mit unterstützt.
Während gegen Ende der 50er Jahre verschiedene antikolonialistische Bewegungen in Lateinamerika und Afrika in die Offensive gingen, holten die alten und die neuen Kolonialmächte zu Gegenschlägen aus. in Burma, Thailand. Pakistan werden die Parlamente aufgelöst und Militärdiktaturen westlicher Orientierung errichtet, ein Aufstand in Nicaragua durch Somoza niedergeschossen, Die Kompradoren-Regierung in Laos holt die US-Army ins Land gegen Aufständische. Die französischen Kolonialtruppen werden nach ihren Niederlagen in Indochina durch US-Truppen ersetzt.
Indien wird neokolonial durch Ost- und Westpakistan in die Zange genommen und die Briten versuchen wieder in die chinesischen Grenzprovinzen zu infiltrieren. In Nepal stützen die Briten das sprichwörtliche Mittelalter, das erst jetzt zum Abtreten gezwungen wird und mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen seiner Lage einer Enduring Freedom entgegen geht. Denn dies wäre dann die direkte Brücke zwischen Indien und China. Und Indien befindet sich in großen Teilen schon unter kommunistischen (Mit-)Regierungen. Wer beobachtet hat, wie Breszinsky mit seinem "Re-Islamisierungsplan" dem Großfüttern der "Volksmudschaheddin" und der Taliban gegen eine säkulare (frauenfördernde, alphabetisierende und Gesundheitswesen entwickelnde Regierung (sowjetischer Orientierung) dieses Land in den unmittelbaren Machtbereich der USA verwandelte und wie ihm es gelungen ist, alle zwischen China und der Kern-UdSSR gelegenen sowjetischen Teilrepubliken zu Wirtschaftsräumen und Stützpunkten des Westens zu machen und die UdSSR zu knacken, bei dem dürfte nach den CIA-"orangenen Revolutionen" am sowjetischen Rand bei dem jetzigen Aufmarsch molotowbewehrter buddistischer Rotkittel die Alarmglocke läuten.
Lest einfach mal etwas weniger FR, FAZ, TAZ und Welt und etwas mehr NZZ - und dann kommt auch etwas anderes bei den Opferzahlen und den Ursachen für die Todesfälle heraus. Und hört zwischendurch auch Mal die Augenzeugen, die die Mainstreammedien nicht zu Wort kommen lassen: Backpacker aus der Jugendherberge Lhasa berichteten davon wie sie gesehen haben , wie ein junger Chinese auf offener Straße ohne jeden ersichtlichen Grund totgeprügelt wurde. >Die Leute von der Jugendherberge haben sie Einrichtung zusammen mit Gästen gegen die gewalttätigen Hooligans _so wurden sie von den Augenzeugen bezeichnet_ verbarrikadiert. Und es gibt die Berichte, wonach sich die Menschen am Anfang der Brandstiftungen in ihren Häusern gerade davor verschanzt haben. Was dort ein Teil der als Mönche aufgetretenen Brandstifter geleistet haben, dagegen sind die berliner Chaostage ein Kleinkindergeburtstag. Aber Revolutionen sind nun Mal kein Tanztee. Wendet hier der skeptische Leser ein. Leute, stellt euch vor, Tibet läge in Europa und hieße Euskadi oder Baskenland ? ´Und dann frage ich noch Mal, was ist der Dalai Lamaische "kulturelle Völkermord"? Werden da ganze Völker kulturell ermordet, Ist Tibet ein gigantische Ausschwitz, das Joschka Fischer wieder verhindern muss ?
Oder handelt es sich hier nicht um den sicher nicht sonderlich humanitären Versuch, eines nicht sonderlich rohstoffreichen Landes die Abspaltung existentiell-wichtiger weil rohstoffreicher Provinzen zu verhindern einerseits und andrerseits um den Versuch genau dieses zu tun , um den ökonomisch-politischen Vormarsch Chinas zu stoppen und dieses letzte staatsozialistische Land zu eliminieren. Ein Land, das durch seine ökonomischen Potenzen auch immer wieder den sich unabhängig machenden Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas GEGEN DIE iNTERESSEN DER ALTEN UND NEUEN kOLONIALMÄCHTE UNTER DIE ARME GREIFT:
Dass dies nicht aus uneigennützigen Erwägungen geschieht, darüber sind sich die entsprechenden Staaten zum großen Teil wohl klar, nur bleibt ihnen zur chinesischen Wirtschaftshilfe keine tragfähige Alternative. Diejenigen, die es versuchen, wie das ALBA-Bündnis unter Venezuelanischer Führung, werden dann auch entsprechend als nächste Targets für die US-Militäraktionen herausgestellt.
Ich möchte mit diesem Beitrag nur zur Reflektion anregen und verhindern, dass einfach nur so aus dem Bauch heraus sich attac womöglich vor einen imperial-neokolonialen Karren spannen lässt.
Schöne Ostern, bessere Western
Halle-Luhja ! Leipzig -Hellau ! Frankfurt-AllahF !
Hartmut Barth-Engelbart
PS. Sollte wer in diesem Beitrag historische Fehler finden: nur zu ! Antworten und die Debatte beginnen ! Letzte Aktualisierung ( 19.03.2008 )
vollständiger Artikel unter: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4272&Itemid=94
____________________ Die hohe Kunst der Volksverarschung ist es, selbiges so schnell über den Tisch zu ziehen, daß die dabei entstehende Reibung als Nestwärme empfunden wird.
[editiert: 20.03.08, 09:12 von Bernd]
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Bernd
Beiträge: 1462 Ort: Berlin
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Erstellt: 23.03.08, 15:43 Betreff: Re: "Was sagt denn der Pantschen Lama ?"
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aus http://www.carookee.com/forum/freies-politikforum/2/20481829#20481829
Zitat: Alex
ALLES IST TRENNBAR! WENN DAS TIBETISCHE VOLK UNABHÄNGIG SEIN WILL DANN MUSS ES AUCH MÖGLICH SEIN SICH AUS DEN KLAUEN DER VR CHINA ZU BEFREIEN! ABGESEHEN DAVON BETREIBT DAS REGIE SCHON JAHRZEHNTE KULTURELLEN VÖLKERMORD AN DEM TIBETISCEN VOLK! DA WIR MENSCHEN ALLERDINGS VON NATUR AUS GEWALTSAM SIND FRAGE ICH MICH OB DER FRIEDLICHE PROTEST JEMALS SEINE WIRKUNG ZEIGEN WIRD ODER OB ES FÜR DIE NÄCHSTEN TAUSEND JAHRE UNVERÄNDERT BLEIBT! JEDENFALLS BIN ICH FÜR DEN BOYKOTT DER OLYMPISCHEN SPIELE! MAN SOLLTE SCHON KLARE ZEICHEN SETZEN GEGENÜBER DEM CHINESISCHEN REGIME!
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... komisch, die sogenannten Befürworter nicht nur in diesem Forum haben im Grunde alle Eines gemeinsam: nur hohle Phrasen, verquaster Nationalismus mit mal mehr mal weniger verstecktem Rassismus und konsequentes Ausblenden von Fakten und Geschehnissen ... die Hetzparolen sind im Tenor die gleichen, wie sie von sogenannten Bürgerinitiativen gegen Moscheenbau und vor allem von Befürwortern der verbrecherischen Kriege im Balkan, in Afghanistan und im Irak verwendet werden ... faschistisches Gedankengut hat sich längst wieder ganz offen in großen Teilen nicht nur der BRD-Bevölkerung festgesetzt, auch (vermeintliche) Linke sind davon betroffen  ... nachfolgend ein wenig aus der Geschichte Tibets
bjk  ALG II-Unterschichtler
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kopiert aus: http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=4284&Itemid=199
Freundlicher Feudalismus: Der Tibet-Mythos - Teil 1
von Michael Parenti - www.michaelparenti.org , 23.03.2008
1. Für Fürsten und Lamas

Inmitten blutgetränkter Landschaften religiöser Konflikte gibt es die Erfahrung von innerem Frieden und Trost, die jede Religion verspricht; keine mehr als der Buddhismus. Im Gegensatz zum intoleranten Rigorismus anderer Religionen ist der Buddhismus weder fanatisch noch dogmatisch - so sagen seine Anhänger. Für viele von ihnen ist der Buddhismus weniger eine Religion, sondern mehr eine meditative und Selbsterfahrung vermittelnde Disziplin, deren Ziel die Erreichung innerer Harmonie und Erleuchtung ist und uns so auf den Pfad des richtigen Lebens führt. Generell ist der spirituelle Focus nicht auf das eigene Wohlergehen gerichtet, sondern auf das anderer Lebewesen. Man versucht, egoistische Ziele hintanzustellen und ein tieferes Verständnis der eigenen Verbindung zu allen Menschen und Dingen zu erlangen. „Sozial engagierter Buddhismus“ versucht, die individuelle Befreiung mit verantwortungsvollem sozialen Aktivitäten zu verbinden um eine erleuchtete Gesellschaft zu schaffen.
Ein Blick auf die Geschichte jedoch zeigt, daß nicht alle Spielarten des Buddhismus frei waren von dogmatischem Fanatismus, nicht frei waren von Gewalttätigkeiten und Ausbeutung wie sie für andere Religionen charakteristisch sind. In Sri Lanka gibt es die legendäre und fast für heilig erachtete Geschichte triumphaler Schlachten der buddhistischen Könige von Yore. Im 20. Jahrhundert bekriegten sich Buddhisten untereinander und führten Krieg gegen Nicht-Buddhisten in Thailand, Burma, Korea, Japan, Indien und in anderen Ländern. In Sri Lanka haben bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen buddhistischen Sinhalesen und hinduistischen Tamilen viele Menschenleben auf beiden Seiten gekostet 1998 listete das US-Außenministerium 30 der am meisten gewalttätigen und gefährlichen Extremistengruppen auf. Über die Hälfte von ihnen waren religiöse Gruppen, insbesondere moslemische, jüdische und buddhistische (1)
In Südkorea bekämpften sich 1998 tausende buddhistischer Mönche gegenseitig mit Fäusten, Steinen, Molotow-Cocktails und Keulen in heftigen Straßenschlachten, die wochenlang andauerten. Sie konkurrierten um die Kontrolle ihres Ordens, des größten in Südkorea, die Kontrolle über ein jährliches Budget von 9,2 Millionen Dollar, Besitztümer im Wert vieler Millionen und die Verfügungsgewalt über den Einsatz von 1700 Mönchen in verschiedenen Einrichtungen. Die Schlägereien beschädigten die zentralen buddhistischen Heiligtümer und hinterließen dutzende, teilweise schwer verletzte Mönche. Die koreanische Öffentlichkeit schien beide Fraktionen zu verachten und hatte den Eindruck, daß egal welche Seite die Kontrolle errang, „die Spenden der Gläubigen für luxuriöse Häuser und teure Autos verwendet werden würden“. (2)
Wie bei anderen Religionen vermengen sich Auseinandersetzungen zwischen buddhistischen Sekten oft mit materieller Korruption und persönlichen Schwächen der Führungen.
In Nagano, Japan, brach im Zenkoji, dem wichtigsten Tempelkomplex, der seit 1400 Jahren buddhistische Sekten beherbergt, „eine hässliche Schlacht“ aus zwischen dem ersten Priester Komatsu und den Tacchu, einer Gruppe von Tempeloffiziellen. Letztere beschuldigten Komatsu, er verkaufe altes Schrifttum und alte Malereien auf eigene Rechnung. Sie waren auch aufgebracht darüber, daß er zu oft in weiblicher Begleitung zu sehen war. Komatsu versuchte im Gegenzug kritische Mönchen zu isolieren und zu bestrafen. Der Konflikt dauerte mehr als fünf Jahre und beschäftigte die Gerichte. (3)

Wie verhält es sich nun mit dem tibetischen Buddhismus ? Stellt er nicht eine Ausnahme dar? Und wie verhält es sich zu der Gesellschaft, die der Buddhismus schaffen möchte ? Viele Buddhisten glauben, daß das alte Tibet vor den chinesischen Unterdrückungsmaßnahmen 1959 ein spirituell ausgerichtetes Königreich war, das frei war von egoistischer Lebensführung, frei war von Materialismus sowie vom Laster der Korruption, das in westlichen Gesellschaften verbreitet ist. Westliche Medien, Reiseberichte, Novellen und Hollywoodfilme zeigten der Öffentlichkeit die tibetische Theokratie als ein veritables Shangri-La. Der Dalai Lama erklärte, „dass der fortwährende Einfluß des Buddhismus“ in Tibet, „inmitten den Weiten einer unberührten Natur eine Gesellschaft schuf, die sich dem Frieden und der Harmonie verschrieb. Wir genossen Frieden und Zufriedenheit“ (4)
Die Beschäftigung mit Tibets Geschichte offenbart uns ein etwas anderes Bild. „Religiöse Konflikte waren an der Tagesordnung im alten Tibet“ schreibt ein westlicher Buddhist. „Die Geschichte glaubt das Shangri-La Image der tibetischen Lamas und ihrer Anhänger, die in wechselseitiger Toleranz gewaltfrei zusammenleben. In Wirklichkeit war die Situation völlig anders. Das alte Tibet ähnelte sehr viel mehr dem Europa der Gegenreformation mit ihren Religionskriegen. (5)
Im 13. Jahrhundert setze Kaiseer Kublai Khan den ersten Großlama ein, der allen anderen Lamas vorgesetzt war wie der Papst den Bischöfen. Jahrhunderte später entsandte der Kaiser von China eine Armee nach Tibet, um den Großlama, einen 25-jährigen ehrgeizigen Mann, zu unterstützen, der sich dann den Titel Dalai (Ocean) Lama gab, Herrscher von ganz Tibet. Hier besteht eine historische Ironie: der erste Dalai Lama wurde durch die chinesische Armee an die Macht gebracht.
Seine beiden voran gegangenen „Inkarnationen“ wurden dann im Nachhinein als seine Vorgänger ausgegeben, sodaß auf diese Weise der 1. Dalai Lama zum 3. wurde. Dieser 1. oder 3. Dalai Lama belagerte Klöster, die nicht zu seiner Sekte gehörten und man sagt ihm nach, daß er buddhistische Schriften verbrennen ließ, die nicht die Meinung seiner Seite wiedergaben. Der Dalai Lama, der ihm nachfolgte, führte ein lustbetontes Leben, erfreute sich an Mätressen, Gelagen mit Freunden und verhielt sich auf andere Weise nicht so wie es einer inkarnierten Gottheit zustand. Wegen solcher Übertretungen wurde er von Priestern ermordet. Innerhalb von 170 Jahren wurden fünf Dalai Lamas von ihren hohen Priestern oder anderen Höflingen trotz ihres Status einer göttlichen Inkarnation ermordet. (6)
Seit hunderten von Jahren sind konkurrierende tibetische buddhistische Sekten in gewalttätige Auseinandersetzungen engagiert mit unzähligen Exekutionen. Im Jahre 1660 gab es eine Rebellion gegen den 5. Dalai Lama in der Tsang-Province, die die Hochburg der rivalisierenden Kagyusekte mit ihrem Karmapa genannten Oberlama. Der 5. Dalai Lama rief nach harter Vergeltung gegen die Rebellen und beauftragte die mongolische Armee, die männlichen und weiblichen Linien und ihre Nachkommen auszuradieren „wie man Eier gegen Felsen wirft….kurz, jede Spur von ihnen, sogar ihre Namen zu vernichten“ (7)

In 1792 wurden viele Kagyuklöster konfisziert und ihre Mönche gewaltsam gezwungen, zur Gelugsekte zu konvertieren (die Sekte des Dalai Lamas). Die Gelugschule, bekannt auch als die „Gelbhüte“, legten wenig Toleranz oder Bereitschaft an den Tag, ihre Lehren mit anderen buddhistischen Sekten zu vermischen. In den Worten eines ihrer traditionellen Gebete: „Lob dir, gewaltsamer Gott der Lehren des gelben Hutes, der du zu Staub machst große Herren, Beamte und gemeine Menschen, die die Gelug-Doktrine beschmutzen und verändern“ (8) Ein Tagebuch eines tibetischen Generals aus dem 18. Jahrhundert belegt Sektenkämpfe unter Buddhisten, die so brutal und blutig verliefen wie religiöse Konflikte nur sein können. (9) Diese grausige Geschichte wird von den heutigen Anhängern des tibetischen Buddhismus im Westen ausgeblendet.
Religionen hatten nicht nur eine enge Beziehung zu Gewalttätigkeiten sondern auch zu ökonomischer Ausbeutung. Tatsächlich ist es oft die ökonomische Ausbeutung, die die Gewalttätigkeiten bedingt. So verhielt es sich bei der tibetischen Theokratie. Bis 1959, als der Dalai Lama immer noch Tibet vorstand, befand sich fast das ganze bewirtschaftbare Land in Großgrundbesitz, auf dem Leibeigene arbeiteten. Diese Güter standen im Besitz von zwei Gruppen: reiche säkulare Fürsten und reiche theokratische Lamas. Sogar ein Autor, der mit der alten Ordnung sympathisiert muß zugeben, daß „ein großer Teil des Grundbesitzes des Klöstern gehörte und die meisten großen Reichtum anhäuften“. Ein großer Teil des Reichtums wurde angehäuft „durch aktive Teilhabe an Handel, Wirtschaft und Geldverleih“. (10)
Das Drepungkloster war einer der größten Landbesitzer der Welt mit seinen 185 Herrensitzen, 25000 Leibeigenen, 300 großen Weidegebieten und 16000 Viehtreibern. Der Reichtum der Klöster konzentrierte sich in den Händen einer kleinen Zahl hochrangiger Lamas. Die meisten gewöhnlichen Mönche lebten bescheiden und hatten keinen direkten Zugang zu größerem Wohlstand. Der Dalai Lama selbst lebte luxuriös im Potala-Palast mit seinen 1000 Zimmern auf 14 Etagen.“ (11)
Säkularen Führern ging es auch gut. Ein Beispiel ist der Chef der tibetischen Armee, ein Mitglied des Kabinetts des Dalai Lama, dem 4000 Quadatkilometer gehörten mit 3500 Leibeigenen. (12) Das alte Tibet wurde von einigen westlichen Bewunderern falsch charakterisiert als „eine Nation, die keine Polizeikräfte benötigte, weil das Volk freiwillig die Gesetze der Lamas befolgte“ (13)
Tatsächlich hatte Tibet eine professionelle Armee. Diese war relativ klein und fungierte als eine Gendarmerie für die Landlords, um Ordnung zu bewahren, ihr Eigentum zu beschützen und Jagd zu machen auf entlaufene Leibeigene.
Tibetische Jungen wurden regulär ihren Eltern auf dem Lande genommen, in die Klöster gebracht und dort zu Mönchen ausgebildet. Einmal dort waren sie für ihr Leben gebunden. Tashi-Tsering, ein Mönch, berichtet, daß es normal war, daß Bauernkinder in den Klöstern sexuell missbraucht wurden. Er selbst war ein Opfer wiederholter Vergewaltigungen beginnend im Alter von 9 Jahren. (14) Die klösterlichen Dömänen dienten auch zur Aushebung von Kindern zur lebenslangen Dienerschaft, Tänzern und Soldaten.
Im alten Tibet gab es eine kleine Anzahl von Bauern, die eine Art freien Bauernstand darstellten sowie vielleicht 10000 Menschen, die die „Mittelklasse“ ausmachten, Familien von Kaufleuten, Inhaber kleiner Geschäfte und kleine Händler. Tausense andere waren Bettler. Es gab auch Sklaven, die normalerweise als Hausdiener gehalten wurden und keinerlei Lohn erhielten. Ihre Kinder wurden ebenfalls in die Sklaverei geboren. (15) Die Mehrzahl der ländlichen Bevölkerung waren Leibeigene.
Sie wurden etwas besser behandelt als Sklaven, es gab für sie keinerlei Schulbildung und medizinische Versorgung. Sie hatten die lebenslange Verpflichtung auf dem Land des Fürsten oder Klosters ohne Bezahlung zu arbeiten, die Häuser der Herren zu reparieren, ihre Waren zu transportieren und Feuerholz für sie zu sammeln. Sie mußten auch Tiere hüten und bei Bedarf transportieren. (16) Ihre Herren wiesen sie an, was angebaut werden sollte und welche Tiere gezüchtet werden sollten. Sie durften nicht ohne Zustimmung ihres Herrn oder Lamas heiraten. Sie konnten ohne weiteres von ihrem Familien getrennt werden, wenn ihr Besitzer sie zur Arbeit zu einem entfernten Ort schickte. (17)
Wie in einem System freier Arbeit und im Gegensatz zur Sklaverei hatten die Herren keinerlei Verantwortung für ihre Leibeigenen und kein direktes Interesse daran, daß sie oder er überlebten als ein teurer Teil ihres Besitztums. Die Leibeigenen hatten sich selbst zu versorgen. Aber wie in der Sklaverei waren sie an ihren Herrn gebunden, um ihm einen fixen und permanenten Fluß von Arbeitskraft zu garantieren. Die Leibeigenen konnten sich nicht organisieren oder streiken, besaßen keine Freizügigkeit wie in einem Marktzusammenhang. Die Herren genossen die Vorteile beider Systeme.
Eine 22-jährige Frau, eine entkommene Leibeigene, berichtet: „Nette Leibeigenenmädchen werden vom Herrn gerne als Hausbedienstete genommen und nach Belieben benutzt“. Sie „wurden wie Sklaven gehalten ohne Rechte“ (18) Leibeigene benötigten eine Erlaubnis, wenn sie irgendwohin gehen wollten. Die Landbesitzer hatten das Recht diejenigen einzufangen, die versuchten zu fliehen. Ein 24-jähriger Entkommener begrüßte die chinesische Intervention als „Befreiung“. Er stellte fest, daß er unter dem System der Leibeigenschaft ständigen Qualen, Hunger und Kälte ausgesetzt gewesen sei. Nach seinem dritten erfolglosen Fluchtversuch sei er gnadenlos von den Männern des Landlords geschlagen worden bis Blut aus Nase und Mund geflossen sei. Dann gossen sie Alkohol und Natronlauge in seine Wunden, um seine Schmerzen zu vergrößern, sagte er. (19)
Den Leibeigenen wurden Steuern abverlangt für eine Heirat, für jedes Kind und für jeden Todesfall in der Familie. Steuern waren fällig für jedes religiöses Fest und für öffentliches Tanzen und Trommeln, dafür ins Gefängnis zu kommen und dafür aus diesem entlassen zu werden. Wer keine Arbeit fand wurde für Arbeitslosigkeit besteuert und für eine Fahrt in ein anderes Dorf auf der Suche nach Arbeit wurde eine Wegesteuer verlangt. Wenn jemand eine Steuer nicht zahlen konnte lieh das Kloster ihm das Geld zum Zinssatz von 20 bis 50%. Manche Schulden wurden vom Vater an den Sohn und weiter an den Enkel vererbt. Schuldner, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen konnten riskierten, in die Sklaverei verkauft zu werden. (20)
Die religiösen Unterweisungen der Theokratie waren ein Eckpfeiler ihrer Klassenherrschaft. Den Armen und Leidgequälten wurde gesagt, daß sie an ihren Problemen selber Schuld seien wegen ihrer Verfehlungen in vergangenen Leben. Sie hatten das Elend ihres gegenwärtigen Lebens als karmische Sühne zu akzeptieren in der Erwartung einer Verbesserung ihres Loses in einem nächsten Leben. Die Reichen und Mächtigen sahen ihr gutes Schicksal als Belohnung an und als unbezweifelbaren Beweis für ihr tugendhaftes vergangenes und gegenwärtiges Leben.

Die tibetischen Leibeigenen waren mehr als abergläubische Opfer, waren blind gegenüber ihrer eigenen Unterdrückung. Wie wir gesehen haben sind einige geflohen, andere rebellierten offen und erlitten manchmal die schrecklichen Konsequenzen. Im feudalen Tibet waren Folter und Verstümmelung - einschließlich dem Ausstechen der Augen, dem Abschneiden der Zunge, das Durchschneiden der Achillessehne und Amputation von Gliedmaßen - beliebte Strafmaßnahmen gegenüber Dieben und entlaufenen Leibeigenen. Auf einer Reise durch Tibet im Jahre 1960 interviewten Stuart und Roma Gelder einen ehemaligen Leibeigenen, Tsereh Wang Tuei, der zwei Schafe gestohlen hatte, die einem Kloster gehörten. Zur Strafe waren ihm beide Augen ausgestochen worden und seine Hände verstümmelt worden. Er führt aus, daß er nicht mehr Buddhist sei: „Wenn ein heiliger Lama angeordnet hat, mich zu erblinden dachte ich, daß diese Religion nichts Gutes an sich hat.“ (21) Da es gegen die buddhistische Lehre war, menschliches Leben zu zerstören, wurden Delinquenten fest angebunden und dann „Gott überlassen“ um in der kalten Nacht zu erfrieren. „Die Parallelen zwischen Tibet und dem mittelalterlichen Europa sind frappierend“, stellt Tom Grünfeld in seinem Buch über Tibet fest. (22)
Im Jahre 1959 besuchte Anna Louise Strong eine Ausstellung über Folterwerkzeuge, die von tibetischen Landlords benutzt wurden. Man sah dort Handschellen aller Größen inclusive von kleinen für Kinder ferner Instrumente zum Ausstechen der Augen, solche zum Brechen der Hände und zum Zerschneiden der Achillessehnen. Es gab Brandzeichen, Peitschen und spezielle Geräte zum Aufschlitzen des Bauches. Die Ausstellung präsentierte Fotographien und Zeugenaussagen von Opfern, die geblendet oder verstümmelt worden waren wegen Diebstahl. Da gab es den Schäfer, dessen Herr ihm eine Entschädigung schuldete in Yuan und Weizen, sich aber weigerte zu zahlen. Als er sich darauf eine Kuh seines Herrn nahm wurden ihm die Hände abgehackt. Einem anderen Hirten wurden die Hände gebrochen, weil er sich darüber beschwert hatte, daß sein Herr ihm seine Frau weggenommen hatte. Man sah Bilder von kommunistischen Aktivisten mit abgeschnittenen Nasen und Oberlippen und von einer Frau, der nach ihrer Vergewaltigung die Nase abgeschnitten wurde. (23)
Frühere Besucher Tibets beschrieben den theokratischen Despotismus. 1895 schrieb der Engländer Dr. A.L. Waddell, daß die Bevölkerung der „intoleranten Tyrannei der Mönche“ ausgesetzt sei, die mit dem von ihnen erzeugten dämönischen Aberglauben die Menschen terrorisieren. 10o4 bezeichnete Perceval Landon die Herrschaft des Dalai Lama als „eine Maschine der Unterdrückung“. Zu dieser Zeit beschrieb ein anderer englischer Reisende, Hauptmann W.F.T. O´Connor, daß „die großen Landbesitzer und die Priester….jeder in seinem eigenen Herrschaftsbereich ein despotisches Regime ausübten, gegen das es keine Gegenwehr gibt“, während die Menschen „unterdrückt werden von einer zu monströser Größe angewachsenen Mönchs– und Priesterkaste“. Die tibetischen Herrscher erfanden entwürdigende Legenden und ein Klima des Aberglaubens“ unter den einfachen Leuten. 1937 schrieb ein weiterer Besucher, Spencer Chapman: „Der lamaistische Mönch verbringt seine Zeit nicht damit, den Menschen zu dienen oder sie zu unterrichten…..Der Bettler am Straßenrand bedeutet dem Mönch nichts. Bildung ist das eifersüchtig bewahrte Vorrecht der Klöster und wird dazu benutzt, ihren Einfluß und ihren Wohlstand auszuweiten und zu mehren.“ (24)
So sehr wir es uns auch anders wünschen mögen, das feudale theokratische Tibet war weit davon entfernt ein romantisches Shangri La zu sein, als das es von den westlichen Adepten des Buddhismus enthusiastisch hingestellt wird.
http://www.michaelparenti.org/Tibet.html
Anmerkungen:
1. Mark Juergensmeyer, Terror in the Mind of God, (University of California Press, 2000), 6, 112-113, 157. 2. Kyong-Hwa Seok, "Korean Monk Gangs Battle for Temple Turf," San Francisco Examiner, 3 December 1998. 3. Los Angeles Times, February 25, 2006. 4. Dalai Lama quoted in Donald Lopez Jr., Prisoners of Shangri-La: Tibetan Buddhism and the West (Chicago and London: Chicago University Press, 1998), 205. 5. Erik D. Curren, Buddha's Not Smiling: Uncovering Corruption at the Heart of Tibetan Buddhism Today (Alaya Press 2005), 41. 6. Stuart Gelder and Roma Gelder, The Timely Rain: Travels in New Tibet (Monthly Review Press, 1964), 119, 123; and Melvyn C. Goldstein, The Snow Lion and the Dragon: China, Tibet, and the Dalai Lama (University of California Press, 1995), 6-16. 7. Curren, Buddha's Not Smiling, 50. 8. Stephen Bachelor, "Letting Daylight into Magic: The Life and Times of Dorje Shugden," Tricycle: The Buddhist Review, 7, Spring 1998. Bachelor discusses the sectarian fanaticism and doctrinal clashes that ill fit the Western portrait of Buddhism as a non-dogmatic and tolerant tradition. 9. Dhoring Tenzin Paljor, Autobiography, cited in Curren, Buddha's Not Smiling, 8. 10. Pradyumna P. Karan, The Changing Face of Tibet: The Impact of Chinese Communist Ideology on the Landscape (Lexington, Kentucky: University Press of Kentucky, 1976), 64. 11. See Gary Wilson's report in Worker's World, 6 February 1997. 12. Gelder and Gelder, The Timely Rain, 62 and 174. 13. As skeptically noted by Lopez, Prisoners of Shangri-La, 9. 14. Melvyn Goldstein, William Siebenschuh, and Tashì-Tsering, The Struggle for Modern Tibet: The Autobiography of Tashì-Tsering (Armonk, N.Y.: M.E. Sharpe, 1997). 15. Gelder and Gelder, The Timely Rain, 110. 16. Melvyn C. Goldstein, A History of Modern Tibet 1913-1951 (Berkeley: University of California Press, 1989), 5 and passim. 17. Anna Louise Strong, Tibetan Interviews (Peking: New World Press, 1959), 15, 19-21, 24. 18. Quoted in Strong, Tibetan Interviews, 25. 19. Strong, Tibetan Interviews, 31. 20. Gelder and Gelder, The Timely Rain, 175-176; and Strong, Tibetan Interviews, 25-26. 21. Gelder and Gelder, The Timely Rain, 113. 22. A. Tom Grunfeld, The Making of Modern Tibet rev. ed. (Armonk, N.Y. and London: 1996), 9 and 7-33 for a general discussion of feudal Tibet; see also Felix Greene, A Curtain of Ignorance (Garden City, N.Y.: Doubleday, 1961), 241-249; Goldstein, A History of Modern Tibet, 3-5; and Lopez, Prisoners of Shangri-La, passim. 23. Strong, Tibetan Interviews, 91-96. 24. Waddell, Landon, O'Connor, and Chapman are quoted in Gelder and Gelder, The Timely Rain, 123-125.
zur Person Michael Parentis: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Parenti
____________________ Die hohe Kunst der Volksverarschung ist es, selbiges so schnell über den Tisch zu ziehen, daß die dabei entstehende Reibung als Nestwärme empfunden wird.
[editiert: 23.03.08, 15:45 von Bernd]
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Erstellt: 27.03.08, 14:18 Betreff: Re: "Was sagt denn der Pantschen Lama ?"
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Freundlicher Feudalismus: Der Tibet-Mythos - Teil 2
von Michael Parenti - www.michaelparenti.org , 26.03.2008
2. Säkularisierung und Spiritualität
- Wie veränderte sich Tibet nachdem die Chinesen 1951 nach Tibet kamen ? Der damalige Vertrag sah vordergründige Selbstverwaltung vor unter der Herrschaft des Dalai Lamas, gab China aber die militärische Oberhoheit sowie das exklusive Recht zur Gestaltung der Außenpolitik. Den Chinesen wurde in der Innenpolitik das recht gewährt „soziale Reformen voran zutreiben“. Zu den ersten Veränderungen gehörten die Reduzierung von Wucherzinsen und der Bau einiger Krankenhäuser und Straßen. Zu Beginn gingen sie langsam vor und verließen sich hauptsächlich auf Überzeugungsarbeit. Kein aristokratischer oder klösterlicher Besitz wurde enteignet und die feudalen Landlords setzten ihre Herrschaft über ihre Leibeigenen Bauern fort. „Entgegen allgemeiner Überzeugung im Westen“ stellt ein Beobachter fest „achteten die Chinesen sehr darauf, vor der tibetischen Kultur und Religion Respekt zu zeigen“ (25)
Jahrhunderte lang hatten die tibetischen Landlords und Lamas Chinesen kommen und gehen sehen und erfreuten sich guter Beziehungen zu Generalissimo Chiang Kaishek und seiner reaktionären Kuomintang Herrschaft in China. (26) Die Anerkennung durch die Kuomintang-Regierung war nötig, um die Wahl des Dalai Lamas und des Panchen Lamas zu legitimieren. Als der gegenwärtige 14. Dalai Lama in Lhasa eingesetzt wurde, geschah dies in Übereinstimmung mit einer jahrhundertealten Tradition mit Hilfe einer bewaffneten Eskorte chinesischer Truppen und unter Anwesenheit eines chinesischen Ministers. Die tibetischen Landlords und Lamas störten sich zu Beginn der 50ger Jahre allein daran, daß es sich bei den neuen Chinesen um Kommunisten handelte. Sie fürchteten, daß es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis daß diese ihr kollektiv- egalitäres System auf Tibet übertragen würden
Die Lage spitzte sich 1956/57 zu als bewaffnete tibetische Banden Konvois der chinesischen Volksbefreiungsarmee angriffen. Der Aufstand erhielt extensive Unterstützung von der CIA, einschließlich militärischem Training, Unterstützungscamps in Nepal und zahlloser Versorgungsflüge. (27) Währenddessen vertrat in den USA die „American Society for a Free Asia“, eine CIA-finanzierte Front, mit großer Energie publizistische die Sache des tibetischen Widerstandes, bei dem der älteste Bruder des Dalai Lama, Thubtan Norbu, eine aktive Rolle spielte. Der zweitälteste Bruder, Gyalo Thondup, organisierte 1951 eine Geheimdienstoperation mit dem CIA. Diese Truppe baute er später aus zu einer CIA-trainierten Guerillaeinheit, deren Rekruten mit Fallschirmen zurück nach Tibet gebracht wurden. (28)
Viele Teilnehmer solcher Kommandos und Agenten, die der CIA ins Land einschleuste, waren Spitzenvertreter aristokratischer Clans oder deren Söhne. Von 90% dieser Agenten hörte man nie wieder etwas laut Berichten der CIA, was bedeutet, daß sie höchstwahrscheinlich gefangen genommen und umgebracht wurden. (29) „Viele Lamas und Laienvertreter der Elite und ein großer Teil der tibetischen Armee schloß sich dem Aufstand an, jedoch nicht die Mehrheit der Bevölkerung, was die Ursache des Misserfolgs war.“ schreibt Hugh Deane. (30) In ihrem Buch über Tibet kommen Ginsburg und Mathos zu einer ähnlichen Einschätzung: „So weit es in Erfahrung zu bringen ist schloss sich die große Mehrzahl der einfachen Leute in Lhasa und auf dem Land nicht dem Aufstand gegen die Chinesen an - wder zu Beginn noch später“ (31) Letzten Endes scheiterte der Aufstand.
Welche Fehler auch immer die Chinesen nach 1959 begingen und welche Unterdrückungen sie verursachten, fest steht, daß sie die Sklaverei abschafften sowie die Leibeigenschaft als System unbezahlter Arbeit. Sie schafften die vielen erdrückenden Steuern ab, begannen Arbeitsprojekte und minimierten Arbeitslosigkeit und Bettelwesen. Sie errichteten sekulare Schulen und brachen so das Bildungsmonopol der Klöster. Und sie führten fließendes Wasser und Elektrizität in Lhasa ein. (32)
Heinrich Harrer ( der später als Unteroffizier von Hitlers SS entlarvt wurde) schrieb einen Bestseller über seine Erfahrungen in Tibet, was Vorlage wurde für einen populären Hollywoodfilm. Er berichtete, daß die Tibeter, die sich dem Widerstand gegen die Chinesen anschlossen „überwiegend Adelige waren, Halbadelige oder Lamas; ihre Strafe bestand darin, die einfachsten Arbeiten zu verrichten wie Straßen und Brücken zu bauen. Sie wurden ferner dadurch gedemütigt, daß sie die Stadt zu säubern hatten bevor die Touristen kamen.“ Sie mußten auch in einem Camp leben, das zuvor Bettlern und Vagabunden vorbehalten war. All dies dient Harrer als Beweis für die furchtbare Natur der chinesischen Besatzung. (33)
1961 enteigneten die chinesischen Besatzungsbehörden die Besitztümer der Landlords und Lamas. Sie verteilten tausende von Hektar Land an landlose Bauern und ehemalige Pächter, die sie in hunderte von Kommunen neu organisierten. Die Herden, die einst dem Adel gehörten, wurden Kollektiven von armen Hirten übergeben. Es kam zu Verbesserungen bei der Tierzucht und neue Sorten Gemüse, Weizen und Gerste wurden eingeführt in Verbindung mit Verbesserungen des Bewässerungssystems. All dies führte zu einem Wachstum der Agrarproduktion. (34)
Viele Bauern blieben so religiös wie immer, füllten die Klingelbeutel des Klerus. Doch Mönche, die als Kinder in die religiösen Orden verbracht worden waren nun frei, dem Klosterleben zu entsagen, was tausende taten - besonders die jungen. Der verbleibende Klerus lebte von bescheidener Unterstützung durch die Regierung und erwirtschaftete ein Extraeinkommen durch den Verkauf seiner Dienstleistung bei Gebetszeremonien, Hochzeiten und Todesfällen. (35)
Sowohl der Dalai Lama als auch sein Berater und jüngster Bruder, Tendzin Choegyal, klagten, daß „mehr als 1,2 Millionen Tibeter im Zuge der chinesischen Besatzung umkamen“. (36) Der offizielle Zensus von 1953 - sechs Jahre vor der chinesischen Machtübernahme - beziffert die gesamte tibetische Bevölkerung auf 1,274,000. (37) Ein anderer Zensus geht von ca. 2 Millionen Einwohnern Tibets aus. Wenn die Chinesen in den frühen 60-ger Jahren 1,2 Millionen Tibeter umgebracht hätten, wäre ganz Tibet weitgehend entvölkert worden und umgewandelt worden in ein Schlachtfeld mit Todescamps und Massengräbern. Dafür gib es nicht den geringsten Hinweis. Die kleine chinesische Truppe in Tibet hätte so viele Menschen niemals zusammentreiben und einfangen können, selbst wenn sie sich mit nichts anderem beschäftigt hätte.
Chinesische Verantwortliche verweisen darauf, daß sie die Strafen der Auspeitschungen, Verstümmelungen und Amputationen abgeschafft hätten. Die Exiltibeter hingegen gingen brutalst gegen sie vor. Die chinesischen Verantwortlichen geben „Fehler“ besonders während der Kulturrevolution 1966-76 zu, als die Verfolgung religiösen Glaubens einen Höhepunkt in China wie in Tibet erreichte. Seit dem Aufstand Ende der 50ger Jahre wurden tausende Tibeter eingekerkert. Währen des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden den tibetischen Bauern verschärfte Kollektivierung und der Anbau von Getreide aufgezwungen mit teilweise disaströser Folge für die Produktion. In den späten 70-gern minderte China die Kontrolle und versuchte einen Teil des Schadens der zwei Jahrzehnte davor rückgängig zu machen. (38)
1980 initiierte die chinesische Regierung Reformen, die das Ziel verfolgten, den Tibetern mehr Selbstverwaltung zu gewähren. Tibetern war es nun erlaubt, privates Land zu bebauen, die Ernte zu verkaufen, selbst zu entscheiden, welche Feldfrüchte angebaut werden und Yaks und Schafe zu halten. Kommunikation mit der Außenwelt wurde wieder erlaubt, die Grenzkontrollen erleichtert, damit einige Tibeter Verwandte in Indien und Nepal besuchen konnten. (39) Seit dem Beginn der 80-ger Jahre begannen viele der führenden Lamas zwischen China und dem Exilgemeinden im Ausland hin– und herzupendeln, um so „den Wiederaufbau ihrer Klöster in Tibet und die Wiederbelebung des Buddhismus in Tibet herbeizuführen.“ (40)
Im Jahre 2007 wird der tibetische Buddhismus verbreitet praktiziert und von offizieller Seite toleriert. Religiöse Pilgerfahrten und andere Formen der Andacht werden innerhalb bestimmter Grenzen toleriert. Alle Mönche und Nonnen müssen eine Loyalitätserklärung unterschreiben, daß sie ihre religiöse Position nicht ausnutzen, Separatismus zu schüren. Ferner wurde das Zeigen von Bildern des Dalai Lama für illegal erklärt. (41)
In den 90-gern begannen sich Han-Chinesen, die 95% von Chinas Bevölkerung ausmachen, in nennenswerter Menge in Tibet niederzulassen. In den Straßen von Lhasa und Shigatse sind die Zeichen der Han-Kolonisation leicht erkennbar. Chinesen betreiben die Fabriken und viele Geschäfte. Große Geschäftshäuser und Einkaufscenter wurden errichtet mit Mitteln, die sicherlich besser für Wohnprojekte und Bewässerungsanlagen investiert worden wären. Chinesische Kader in Tibet vertraten allzu oft die Auffassung, ihre tibetischen Nachbarn seien rückständig und faul, die benötigten ökonomische Entwicklungshilfe und „patriotische Erziehung“ Während der 90-ger wurden Angestellte der tibetischen Regierung entlassen beim Verdacht sie sympathisierten mit nationalen Ideen. Es wurden Kampagnen gestartet, den Dalai Lama zu diskreditieren. Einzelne Tibeter wurden verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und zu Zwangsarbeit verurteilt auf Grund von separatistischen Aktivitäten und Engagement in „politischer Subversion“. Einige wurden gefangen gehalten ohne ausreichende Ernährung, Wasser und Decken; si wurden bedroht, geschlagen und anderen Misshandlungen ausgesetzt. (42)
Tibetische Geschichte, Kultur und sicherlich Religion werden in den Schulen nur am Rande unterrichtet. Die Unterrichtsmaterialien, obwohl ins Tibetische übersetzt, konzentrieren sich hauptsächlich auf die chinesische Geschichte und Kultur. Die chinesische Familienplanung sieht eine Grenze vor bei drei Kindern. ( Für Hanfamilien liegt diese Grenze in ganz China bei einem Kind und bei zwei Kindern bei ländlichen Hanfamilien, (wenn deren erstes Kind ein Mädchen ist). Wenn ein tibetisches Paar die Grenze von 3 Kindern überschreitet kann den überzähligen Kindern die tägliche Nahrungsversorgung, die Gesundheitsversorgung, Ausbildung und die Bereitstellung von Wohnraum entzogen werden. Diese Strafen wurden unsystematisch umgesetzt und von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich umgesetzt. (43) Es sollte betont werden, daß vor der Machtübernahme durch die Chinesen für gar kein Kind irgendein solcher Service zur Verfügung stand.
Für die reichen Lamas und die säkularen Landlords stellte die kommunistische Intervention eine vollkommene Katastrophe dar. Die meisten flohen ins Ausland wie es der Dalai Lama tat, dessen Flucht vom CIA unterstützt wurde. Einige empfanden es als Horror, für ihren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen. Viele vermieden hingegen dies Schicksal. Während der 60-ger Jahre erhielt die tibetische Gemeinde im Exil 1,7 Millionen Dollar pro Jahr vom CIA, wie sich aus Dokumenten des US-Außenministeriums ergibt, die 1998 veröffentlicht wurden. Nachdem diese Fakten publiziert worden waren, gab die Organisation des Dalai Lamas selber in einer Erklärung zu, in den 6o-ger Jahren Millionen Dollar vom CIA erhalten zu haben, um bewaffnete Kommandos von Exiltibetern nach Tibet zu schicken, um die maoistische Revolution zu unterminieren. Der Dalai Lama persönlich erhielt vom CIA eine jährliche Zuwendung von 186000 Dollar. Zusätzlich finanzierten ihn und andere Exilanten der indische und der nepalesische Geheimdienst. Er hat eine Erklärung verweigert zur Frage, ob er und seine Brüder für die CIA gearbeitet haben. Der CIA hat eine Stellungnahme zu dieser Frage ebenfalls verweigert. (44)
1995 brachte der „News & Observer of Raleigh“ von Nordkalifornien ein Bild auf seiner Titelseite, was den Dalai Lama zeigt wie er vom reaktionären republikanischen Senator Jesse Helms umarmt wird. Dazu gab es die Schlagzeile „Buddhistischer charismatischer Held für religiöse Rechte“ (45). Im April 1999 forderte der Dalai Lama zusammen mit Margaret Thatcher, Papst Johannes Paul II und George Bush I die Freilassung von Augusto Pinochet, dem früheren faschistischen Diktator von Chile und langjährigem CIA-Klient, der gerade England besuchte. Der Dalai Lama forderte, daß Pinochet nicht gezwungen werden solle nach Spanien zu gehen, wo auf ihn ein Gerichtsverfahren wegen Verletzung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wartete.
Im 21. Jahrhundert lies der US Kongreß über die Organisation „National Endowment for Democracy“ und andere Tarngruppierungen, die mehr oder weniger angesehen sind wie der CIA, jährlich 2 Millionen den Exiltibetern in Indien zukommen. Zusätzlich flossen Millionen für „demokratische Aktivitäten“ innerhalb der tibetischen Exilgemeinschaft. Zusätzlich zu diesen Geldern erhielt der Dalai Lama Gelder vom Finanzhai Soros. (46)
Welcher Art die Beziehungen des Dalai Lamas zum CIA und verschiedenen Reaktionären waren und sind, r sprach oft vom Frieden, von Liebe und Gewaltlosigkeit. Er persönlich kann nicht verantwortlich gemacht werden für die Zustände im alten Tibet; als er ins Exil floh war er 25 Jahre alt. In einem Interview von 1994 sprach er sich für den Bau von Schulen und Straßen in seinem Land aus. Er erklärte, daß die unbezahlte Zwangsarbeit und bestimmte den Bauern auferlegte Steuern „extrem schlecht“ gewesen seien. Weiterhin missbilligte er, wie die Menschen in die Verschuldung getrieben wurden, die teilweise über Generationen weitergereicht wurden. (47) Während seines Aufenthalts in der westlichen Welt seit 50 Jahren hat er sich für eingesetzt für Menschenrechte und Religionsfreiheit, Ideen, die im alten Tibet weitgehend unbekannt waren. Er versprach sogar Demokratie für Tibet mit einer Verfassung und einem Parlament. (48)
Im Jahre 1996 verfasste der Dalai Lama eine Erklärung, die auf seine Exilgemeinschaft einen verunsichernden Einfluß ausgeübt haben muss. Er schrieb: „Der Marxismus begründet sich auf moralische Prinzipien, während der Kapitalismus sich allein um Profit sorgt.“ Marxismus fördere „die gerechte Nutzung der Produktionsmittel“ und sorge sich um „das Schicksal der Arbeiterklasse“ und der „Opfer der...Ausbeutung. Aus diesen Gründen zieht mich dies System an und…..ich halte mich für einen halben Marxisten und halben Buddhisten.“ (49)
Aber er sandte auch eine beruhigende Botschaft zu „denen, die im Überfluß leben“. „Es ist eine gute Sache reich zu sein….Es handelt sich um die Früchte verdienstvoller Handlungen, es ist der Beweis dafür, daß sie in der Vergangenheit großzügig gewesen sind.“ Und die Armen mahnte er: „Es gibt keinen guten Grund dafür, bittere Gefühle zu entwickeln und gegen diejenigen zu rebellieren, die Besitz haben und ein gutes Schicksal….Es ist besser eine positive Einstellung hierzu zu entwickeln,“ (50)
In 2005 unterzeichnete der Dalai Lama zusammen mit zehn weiteren Nobelpreisträgern eine weit verbreitete Erklärung, die die „unverzichtbaren und fundamentalen Menschenrechte“ der arbeitenden Menschen der ganzen Welt einforderte. Die Erklärung fordert die Arbeiter auf, Gewerkschaften zu bilden, um ihre Interessen zu vertreten in Übereinstimmung mit der allgemeinen Erklärung der UN zu den Menschenrechten. In vielen Ländern seien „diese fundamentalen rechte armselig sichergestellt und in einigen ausdrücklich außer Kraft gesetzt oder brutal unterdrückt“ heißt es in der Erklärung. Burma, China, Kolumbien, Bosnien und wenige andere Länder wurden explizit erwähnt als Länder, die am meisten die Menschenrechte verletzen. Sogar in den USA „gebe es keinen adäquaten Schutz der Rechte der Arbeiter auf Bildung von Gewerkschaften und Streik. Millionen von US-Arbeitern fehlt es an gesetzlichen Schutz Gewerkschaften zu gründen…“ (51)
Der Dalai Lama sprach auch seine volle Unterstützung aus für die Abschaffung der traditionellen Hindernisse, die tibetische Nonnen von Bildung abhielten. Bei seiner Flucht konnten nur wenige Nonnen lesen und schreiben. In Tibet bestand ihre tägliche Aktivität darin zu beten und zu singen. In Nordindien hingegen begannen sie Bücher über buddhistische Philosophie zu lesen, theologische Studien zu betreiben und zu debattieren, Unternehmungen, die im alten Tibet den Mönchen vorbehalten waren. (52)
Im November 2005 sprach der Dalai Lama an der Stanford Universität über „Das Wesen der Gewaltlosigkeit“, verurteilte jedoch Gewalt nicht prinzipiell. Gewalt, die ausgeübt werde, um künftiges Leid zu lindern, sei nicht zu verurteilen. Als Beispiel führte er den zweiten Weltkrieg an, der das Ziel gehabt habe, die Demokratie zu retten. Ihm wurde die Frage dann gestellt, wie seine Haltung zum Irakkrieg sei nach 4 Jahren Gemetzel und groß angelegter Zerstörung des Landes, zu einem Krieg, der von der Mehrzahl der Menschen in der Welt verurteilt werde - sogar vom konservativen Papst - als eine offene Verletzung des internationalen Rechts und als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Dalai Lama war unentschieden: „Es ist zu früh zu sagen, ob der Irakkrieg richtig oder falsch ist“. (53) Zuvor hatte er sich für die US-Intervention in Jugoslawien ausgesprochen und für die Intervention in Afghanistan. (54)
Anmerkungen:
25 Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 52.
26 Heinrich Harrer, Return to Tibet (New York: Schocken, 1985),
27 See Kenneth Conboy and James Morrison, The CIA's Secret War in Tibet (Lawrence, Kansas: University of Kansas Press, 2002); and William Leary, "Secret Mission to Tibet," Air & Space, December 1997/January 1998.
28 On the CIA's links to the Dalai Lama and his family and entourage, see Loren Coleman, Tom Slick and the Search for the Yeti (London: Faber and Faber, 1989).
29 Leary, "Secret Mission to Tibet."
30 Hugh Deane, "The Cold War in Tibet," CovertAction Quarterly (Winter 1987).
31 George Ginsburg and Michael Mathos Communist China and Tibet (1964), quoted in Deane, "The Cold War in Tibet." Deane notes that author Bina Roy reached a similar conclusion.
32 See Greene, A Curtain of Ignorance, 248 and passim; and Grunfeld, The Making of Modern Tibet, passim.
33 Harrer, Return to Tibet, 54.
34 Karan, The Changing Face of Tibet, 36-38, 41, 57-58; London Times, 4 July 1966.
35 Gelder and Gelder, The Timely Rain, 29 and 47-48.
36 Tendzin Choegyal, "The Truth about Tibet," Imprimis (publication of Hillsdale College, Michigan), April 1999.
37 Karan, The Changing Face of Tibet, 52-53.
38 Elaine Kurtenbach, Associate Press report, 12 February 1998.
39 Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 47-48.
40 Curren, Buddha's Not Smiling, 8.
41 San Francisco Chonicle, 9 January 2007.
42 Report by the International Committee of Lawyers for Tibet, A Generation in Peril (Berkeley Calif.: 2001), passim.
43 International Committee of Lawyers for Tibet, A Generation in Peril, 66-68, 98.
44 im Mann, "CIA Gave Aid to Tibetan Exiles in '60s, Files Show," Los Angeles Times, 15 September 1998; and New York Times, 1 October, 1998.
45 News & Observer, 6 September 1995, cited in Lopez, Prisoners of Shangri-La, 3.
46 Heather Cottin, "George Soros, Imperial Wizard," CovertAction Quarterly no. 74 (Fall 2002).
47 Goldstein, The Snow Lion and the Dragon, 51.
48 Tendzin Choegyal, "The Truth about Tibet."
49 The Dalai Lama in Marianne Dresser (ed.), Beyond Dogma: Dialogues and Discourses (Berkeley, Calif.: North Atlantic Books, 1996)
50 These comments are from a book of the Dalai Lama's writings quoted in Nikolai Thyssen, "Oceaner af onkel Tom," Dagbladet Information, 29 December 2003, (translated for me by Julius Wilm). Thyssen's review (in Danish) can be found at http://www.information.dk/Indgang/VisArkiv.dna?pArtNo=20031229154141.txt.
51 "A Global Call for Human Rights in the Workplace," New York Times, 6 December 2005.
52 San Francisco Chronicle, 14 January 2007.
53 San Francisco Chronicle, 5 November 2005.
54 Times of India 13 October 2000; Samantha Conti's report, Reuter, 17 June 1994; Amitabh Pal, "The Dalai Lama Interview," Progressive, January 2006.
____________________ Die hohe Kunst der Volksverarschung ist es, selbiges so schnell über den Tisch zu ziehen, daß die dabei entstehende Reibung als Nestwärme empfunden wird.
[editiert: 27.03.08, 14:21 von Bernd]
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Bernd
Beiträge: 1462 Ort: Berlin
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Erstellt: 28.03.08, 16:09 Betreff: Re: "Was sagt denn der Pantschen Lama ?"
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Volker Bräutigam in Ossietzky
Krawall in Tibet
(28.03.2008) Die Massenmedien verbreiten mal wieder Greuelmärchen, diesmal über angebliche Greueltaten der Chinesen in Tibet. Bedenkenlos geben sie Gerüchte über »mehr als hundert Tote« als bare Münze aus. Chinesische Soldaten hätten »rücksichtslos in die Menge geschossen«. China habe Tibet »von der Außenwelt abgeriegelt«, deshalb sei nun eine »humanitäre Katastrophe« zu befürchten. Quelle solcher »Meldungen« sind die »Exilregierung« des Dalai Lama und sein von der CIA gut geschmierter Propaganda-Apparat einschließlich mehrerer Radiosender und weltweiter Netzwerke. Sie sind allzeit bereit, die Volksrepublik China jedweden Unrechts zu bezichtigen. Die »Exilregierung« ist nicht demokratisch legitimiert und sitzt zudem weitab in Indien, von wo aus sie Agitation und Subversion in Tibet steuert. Aber die Dubiosität einer solchen Informationsquelle wird geflissentlich ignoriert.
Tibetische Agitatoren tönten sogar, es seien »möglicherweise schon mehrere hundert Tote« zu beklagen. Der Dalai Lama, seines Friedensnobelpreises unwürdig, drehte die Lautsprecher noch weiter auf und empörte sich über einen »kulturellen Völkermord an den Tibetern«. Hiesige Massenmedien verbreiteten die Hetzparolen, als wären sie die heilige Wahrheit.
Die chinesischen Behörden wiesen die im Ausland produzierten Nachrichten zurück und erklärten, es habe bis dahin 14 Tote gegeben, ausschließlich Chinesen, zumeist erstochene Angehörige der Bereitschaftspolizei. Aber solche Angaben hatten in der voll entbrannten Propagandaschlacht keine Chance mehr. Die Frankfurter Rundschau titelte »Das Sterben der Tibeter« und lag mit dieser Überschrift und dem Unsinn darunter im internationalen Trend.
Tibet wird als widerrechtlich besetztes Land dargestellt. China habe Tibet »gewaltsam annektiert«. Das wird zwar mit keinem völkerrechtlichen Diktum belegt (UN-Beschlüsse, Urteile des Internationalen Gerichtshofs), gilt aber als unumstößlich. Skepsis darf gar nicht erst aufkommen. Dafür sorgen romantisierende Darstellungen einer buddhistischen Idealgesellschaft in Tibet. Entworfen wurden diese Trugbilder von dem alten Nazi Heinrich Harrer, dem Begründer der unerschütterlichen Tibetophilie hierzulande; er hatte beim befreundeten Dalai Lama sein behagliches Nachkriegsasyl gefunden, wo er blieb, bis er sich in Deutschland wieder blicken lassen durfte.
Die Kulturregion Tibet ist seit Jahrhunderten ans chinesische Reich gebunden. Gut zur Hälfte, nach Norden und Osten hin, ragt sie in die chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Yunnan und Sichuan. Das südliche Tibet war über große Zeiträume autonom, aber – weltweit unbestritten – kein unabhängiger Staat, schon gar nicht ein Nationalstaat neuzeitlicher Prägung. Bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts war Tibet eine Theokratie, ihr Dalai Lama geistliches und weltliches Oberhaupt eines von Gewalt und sogar von Sklaverei geprägten Gemeinwesens. Das bettelarme Bauernvolk hatte Heerscharen unproduktiver Mönche zu ernähren und das Feudalleben eines absolutistischen Gottkönigs zu finanzieren. Die tibetische Klosterkultur mit ihren reichen Tempeln erwuchs nicht aus der Großmut erleuchteter Oberhirten, sondern aus der Knochenarbeit des in Aberglauben, Unwissenheit und Analphabetentum gehaltenen Bauernvolks.
Seit die Chinesen den mönchischen Herrscherclan des Dalai Lama verjagt haben, gibt es manchen Anlaß zur Kritik an ihrem Vorgehen (unter anderem an den Zerstörungen während der sogenannten Kulturrevolution) und ihrer Verwaltungspraxis. Überdies ist der Umgang der Regierenden in Peking mit den Menschenrechten inakzeptabel, nicht nur in Tibet. Daß die Chinesen aber, wie derzeit wieder behauptet wird, »Tibet wegen seiner reichen Bodenschätze usurpiert« hätten, ist horrender Unsinn. Sie investieren viel, um Tibet zu einem modernen Gemeinwesen zu entwickeln: Rund 80 Prozent der Gesamtkosten für Bildungs- und Gesundheitswesen, Wohnungsbau, Verkehrsnetz (einschließlich Eisenbahnbau im Himalaja), Energie- und Wasserversorgung, wirtschaftliche Infrastruktur, Technisierung von Handwerk und Landwirtschaft etc. und für die Gebietsverwaltung werden von Peking getragen. Tibet wird von den Chinesen nicht lediglich bevormundet und übervölkert, es wird von Peking auch kräftig subventioniert.
Bewertet man die aktuellen Nachrichten kritisch und berücksichtigt auch die Darstellung der anderen, der chinesischen Seite, so gibt es keinen Zweifel an schweren Gewalttätigkeiten. Von Straßenkrawallen, Brandstiftungen und Plünderungen waren Läden und Fahrzeuge von Chinesen sowie Behörden betroffen. Schutz- und Bereitschaftspolizei gingen dagegen vor. Alle Ausländer wurden mit Hinweis auf die gefährliche Lage (und wohl auch zur Entfernung von agents provocateurs) aufgefordert, Tibet zu verlassen.
So kurz vor den Olympischen Spielen in Peking mindern die Krawalle das Ansehen der Volksrepublik China in den »Augen der Welt« (wie sich die Medienmonopole in der »westlichen Wertegemeinschaft« gern nennen). Die Clique um den Dalai Lama erntet vermehrte Beachtung und Hilfe bei ihren separatistischen Bestrebungen. Der Gottkönig verlangt nicht nur »Autonomie für Tibet innerhalb der VR China«, er betreibt die Abspaltung Tibets mit allen Mitteln, auch mit Aufrufen an seine Mönche zur Gewalt. Diese Kultfigur der Esoterik ist kein Friedensengel. Er und seine Unterstützer, die Lenker der »freien Welt« wittern derzeit eine Chance, »Kosovo« zu spielen und das Völkerrecht ein weiteres Mal auszuhebeln. Geostrategisches Ziel ist Tibet als Idealstandort für Raketenbasen, von denen aus die USA die Machtkonkurrenten China und Indien unter Druck setzen, den ostasiatischen Großraum unter Kontrolle halten und Russland noch enger als bisher militärisch umstellen können.
Indien, zu keiner Zeit ein freundlicher Nachbar der VR China, hat diesmal nicht in den Aufschrei »Peking verletzt Menschenrechte!« eingestimmt. Die indischen Behörden haben Protestaktionen von Exiltibetern gewaltsam unterbunden und tibetische Mönche inhaftiert.
Deutschland dagegen steht fest an der Seite der USA und des Dalai Lama. Kanzlerin Merkel hat ihn im vorigen Jahr im Kanzleramt empfangen. Das war eine der wichtigsten Stationen auf seiner Rundreise durch westliche Hauptstädte, die im Oktober in Washington endete und den Separatisten zum internationalen Gegenspieler der chinesischen Regierung aufwertete. Wurden im Kanzleramt Details des gegenwärtigen tibetischen Gewaltausbruchs vorbesprochen? Neuer Affront gegen die VR China: Merkel fordert nun den direkten »Dialog« zwischen der Regierung in Peking und dem Dalai Lama. Ihr Stellvertreter im CDU-Vorsitz, Roland Koch, verlangt gar, die Olympischen Spiele in Peking abzusagen.
Mit deutscher Unterstützung wird die Souveränität Pekings über die Westgebiete der VR China infragegestellt. Solche aggressive Politik kann weitere Menschenleben in Tibet kosten und wird Folgen für das deutsch-chinesische Verhältnis haben. Die Wühlarbeit geht weiter: Der Dalai Lama wird schon im Mai wieder nach Deutschland kommen.
28.03.2008 © 2008. Alle Rechte liegen bei den AutorInnen bzw. bei den Publikationen/Verlagen
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Bernd
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Erstellt: 10.04.08, 10:14 Betreff: Vorschlag für eine Olympia-Resolution
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Vorschlag für eine Olympia-Resolution
Anläßlich der aktuellen Tibet-Debatten im EU-Parlament hat jW-Leserin Elisabeth Hoffmann einen Vorschlag für eine Olympia-Resolution ausgearbeitet:
Die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 an Chicago soll nur erfolgen, wenn die USA folgende Bedingungen erfüllen:
1. Abschaffung der Todesstrafe
2. Einstellen aller Kriegshandlungen
3. Abzug ihres Militärs aus allen von den USA besetzten Gebieten
4. Entlassung der US-Kolonie Puerto Rico in die Unabhängigkeit
5. Rückgabe des Staates Hawaii an seine Ureinwohner und Wiedereinführung der hawaiianischen Monarchie
6. Entlassung aller politischen Gefangenen in den USA und den von ihnen betriebenen Gefängnissen in anderen Ländern, sowie insbesondere Entschädigungszahlungen der seit mehreren Jahrzehnten inhaftierten Gefangenen der Black Panther Party, des American Indian Movement und der puertoricanischen Befreiungsbewegung
7. Erfüllung der Verträge mit den amerikanischen Ureinwohnern von 1870
8. Einhaltung der Menschenrechte
9. Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit Kuba sowie die Entlassung der in den USA inhaftierten Kubaner
10. Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe des/der amerikanischen Präsidenten/-in mit Vertretern der Taliban, der irakischen Milizen, Hisbollah, Hamas, FARC und aller anderen Gruppierungen und Parteien, gegen die die USA Krieg führen
11. Entschädigungszahlungen an Chile, Guatemala, Nicaragua, Nordkorea, Vietnam, Puerto Rico, Haiti, Panama, Sudan, Serbien und Somalia.
Sollten die USA diese Forderungen nicht erfüllen und dennoch die Zusage zu den Olympischen Spielen 2016 erhalten, werden all die Aktivisten, die nun schon im Vorfeld der Spiele in Peking ihre Fähigkeit im Sabotieren der olympischen Idee unter Beweis gestellt haben, dahingehend aufgefordert, das gleiche wieder tun. Finanziert werden sollen diese Kräfte dann durch die europäischen Geheimdienste.
Sollten die Spiele 2016 jedoch an Madrid gehen, möge das EU-Parlament den spanischen Staat dazu auffordern:
– das Baskenland in die Unabhängigkeit zu entlassen
– alle baskischen Gefangenen freizulassen
– Folter in spanischen Gefängnissen zu verbieten
etc. etc. ...
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