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Israel: Während Olmert bei Merkel weil, berät sein Kabinett weitere Mordkomplotte

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Baba

Beiträge: 460

New PostErstellt: 11.02.08, 12:09  Betreff: Israel: Während Olmert bei Merkel weil, berät sein Kabinett weitere Mordkomplotte  drucken  weiterempfehlen Antwort mit Zitat  

11.02.2008 / Ansichten / Seite 8


Vernichtungsphantasien

Israels Regierung berät über Gaza

Rüdiger Göbel

Im Nahen Osten hatten am Wochenende Gewalt- und Vernichtungsphantasien wieder einmal Hochkonjunktur. Da sollte Land nach Ministermeinung »von der Karte getilgt« werden. Es sei nun an der Zeit, führende Politiker zu »liquidieren«, forderte ein anderes Regierungsmitglied. Erstaunlicherweise regte sich international keinerlei Protest gegen die erklärten Mordabsichten. Wohl, weil sie nicht aus dem notorisch am Pranger stehenden Iran kommen und Israel gelten. Sie wurden in Jerusalem formuliert; und die Palästinenser sind die für vogelfrei Erklärten.
Es war Israels Kabinettsminister Meir Schitrit, der am Sonntag forderte, eine Region des Gaza­streifens solle »von der Landkarte getilgt werden«. »We must take a neighborhood in Gaza and wipe it off the map«, wie die israelische Tageszeitung Haaretz in ihrem englischsprachigen Onlineportal wörtlich zitierte. Israel müsse den Palästinensern eine Lektion erteilen. Die Einwohner sollten aufgefordert werden, ihre Häuser zu verlassen, und dann »sollten wir alles in dieser Gegend zerstören«, skizzierte Schitrit das anstehende Programm für die organisierte Massenvertreibung. Israels Vizeregierungschef Haim Ramon sekundierte und schlug als alternative – oder ergänzende? – Kollektivstrafe vor, die Stromlieferungen in den Gazastreifen komplett einzustellen. Israels Wohnungsbauminister Seev Boim, zuständig für die illegalen Siedlungsprojekte auf palästinensischem Boden, rief im Militärrundfunk dazu auf, führende Vertreter der Hamas gezielt zu ermorden. Im Gazastreifen müsse eine »kriegerische Sprache« gesprochen werden. Die Angriffe müßten »den Köpfen der Hydra« gelten. Die »Kopf ab«-Order gilt laut Boim unter anderem für den Sieger der letzten palästinensischen Parlamentswahl, den von Israel und dem Westen geächteten und boykottierten Hamas-Politiker Ismail Hanija. Wie die Agenturen berichteten, wollte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert die »gezielte Liquidierung« von führenden Palästinensern nicht ausschließen. Im Gegenteil: Man müsse diesbezüglich »methodisch und organisiert« vorgehen, meinte der Regierungschef, der dieser Tage in Berlin von Bundeskanzlerin, Bundestag und Bundespräsident freundlich empfangen wird.
Gewiß, der Hintergrund des Jerusalemer Mordprogramms ist bitter. Bei Angriffen palästinensischer Militanter mit ungesteuerten Raketen auf den Grenzort Sderot wurden zwei Brüder im Alter von acht und 19 Jahren schwer verletzt. Dem jüngeren mußte ein Bein amputiert werden. In den vergangenen Jahren kamen zwölf Israelis durch Kassam-Angriffe ums Leben. Indes wurden bei israelischen Luftattacken auf Gaza wurden 18 Palästinenser getötet – allein in der vergangenen Woche. Welche Mordpläne müßten mithin die in Gaza Eingesperrten hegen?

/Tageszeitung junge Welt/

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