selasim

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Erstellt: 16.07.07, 13:27 Betreff: Ankündigung: Masern
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Was sind Masern?
Masern sind eine sehr ansteckende und weltweit verbreitete Krankheit, die durch das Masern-Virus verursacht wird.
Die Erkrankung hinterlässt lebenslange Immunität, führt aber häufig zu schweren Komplikationen.
Masern sind - entgegen einer weit verbreiteten Meinung - keine harmlose Kinderkrankheit! Von 42 Millionen an Masern erkrankten Kindern starben 1995 weltweit eine Million.
Die Masernschutzimpfung hätte diese Kinder am Leben erhalten können.
Wie werden Masern übertragen?
Masern werden durch Tröpfcheninfektion, also von Mensch zu Mensch beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen.
Alle Personen, die noch nie mit dem Masern-Virus infiziert wurden, können sich mit Masern anstecken. Babys bis zu einem Alter von etwa fünf Monaten sind durch Antikörper der Mutter geschützt - vorausgesetzt, die Mutter hat einen Schutz gegen Masern.
Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen etwa zehn bis zwölf Tage. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt vier bis fünf Tage vor dem Auftreten des Ausschlags. Erst wenn der Ausschlag wieder verschwunden ist, besteht kein Infektionsrisiko mehr.
Auf Grund der starken Ansteckungsfähigkeit der Masernviren wird so gut wie jeder nicht geimpfte Mensch, der Kontakt mit einem Masernkranken hat, infiziert. Dabei muss es nicht zwangsläufig zum Ausbruch der Masern kommen. In fast jedem Fall entwickelt das Immunsystem Abwehrstoffe, so genannte Antikörper, gegen das Virus: Auf diese Weise wird man gegen die Krankheit immun. Die Masern-Antikörper werden auch nach der Masernschutzimpfung gebildet und schützen so vor einer Erkrankung. Daher finden sich bei so gut wie allen Erwachsenen Masern-Antikörper.
Was sind die Anzeichen für Masern?
Kinder bekommen zunächst Anzeichen einer schweren Erkältung mit Schnupfen und trockenem Husten. Diese "katarrhalische" Phase dauert etwa vier Tage an.
Bindehautentzündung mit geröteten und tränenden Augen
Ihr Kind empfindet das Tageslicht als schmerzhaft (Lichtempfindlichkeit)
Es bilden sich kleine weiße Flecken auf der Mundschleimhaut in Höhe der vorderen Backenzähne, die so genannten Koplik-Flecken (Aussehen in etwa wie Kalkspritzer)
Fieberschübe bis 41° C
Etwa vier Tage nach den ersten Beschwerden entsteht ein roter, fleckiger Hautausschlag: Kleine hellrote Flecken fließen allmählich zu größeren roten Flächen zusammen. Der Ausschlag beginnt im typischen Fall hinter den Ohren, an Hals und Gesicht und breitet sich innerhalb von ein bis zwei Tagen über den gesamten Körper aus . Der Ausschlag dauert zirka fünf Tage an.
Die Lymphknoten am Hals können anschwellen und empfindlich sein, auch Halsschmerzen können auftreten.
Wenn Fieber und Ausschlag verschwinden, kann eine kleieartige Schuppung zurückbleiben. Nach etwa einer Woche verbessert sich der Krankheitszustand Ihres Kindes merklich.
Kinder, die gerade Masern hatten, dürfen erst etwa ein bis zwei Wochen nach Ausbruch des Ausschlags wieder in Kindergärten oder Schulen.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Sie sollten mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen, sobald die ersten Krankheitszeichen auftreten. Der Arzt stellt auf Grund des äußeren Erscheinungsbilds fest, ob das Kind wirklich Masern hat. Zur Sicherung der Diagnose untersucht der Arzt in manchen Fällen eine Blutprobe.
Wie werden Masern behandelt?
Kinder sollten sich in einem kühlen, abgedunkelten Zimmer ins Bett legen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. Vor allem dann, wenn Ihr Kind Fieber hat, muss es viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Sprechen Sie die Einnahme hustenlösender und fiebersenkender Medikamente mit dem Arzt ab. Bekommt Ihr Kind eine Hirnhautentzündung oder andere Komplikationen, sollte es sofort in einem Krankenhaus behandelt werden.
Welche Komplikationen können auftreten?
Komplikationen sind sowohl bei Babys als auch bei Erwachsenen und abwehrgeschwächten Patienten sehr häufig. Suchen Sie deshalb erneut einen Arzt auf, wenn sich der Zustand verschlimmert oder das hohe Fieber anhält.
Es kann zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommen, da die Abwehrkräfte Ihres Kindes geschwächt sind.
Ohrenschmerzen sind Anzeichen für eine Mittelohrentzündung.
Eine mögliche Lungenentzündung lässt sich an Kurzatmigkeit oder Atemnot erkennen.
Eine schwere Entzündung der Hornhaut des Auges mit möglichen Gesichtsfeldeinschränkungen bis zum Sehverlust (Keratitis mit Ulzeration) ist in einigen Fällen möglich.
Starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Erbrechen oder Berührungsempfindlichkeit sind Anzeichen einer Hirnhautentzündung.
Gehirnentzündung (Enzephalitis). In diesem Fall befallen Masern auch das Gehirn; dies tritt nur einmal unter tausend Fällen auf, hat aber bei über einem Fünftel aller Betroffenen tödliche Folgen. In den anderen Fällen führt die Gehirnentzündung (bei 30 bis 40 Prozent der Patienten) zu Hörverlust und bleibender geistiger Behinderung.
Rasch verlaufende toxische Masern mit blutendem Ausschlag, Schleimhautblutungen, lang andauerndem hohem Fieber, Krämpfen. Diese Masernform ist sehr selten, verläuft aber oft tödlich. Sie kommt hauptsächlich bei abwehrgeschwächten Personen vor.
Schwarze Masern mit Blutungen aus Nase, Mund und Darm sind sehr selten.
Prognose
Das Gefährliche an den Masern sind die möglichen Komplikationen. Unter der fachgerechten Therapie verlaufen zwar viele Masernerkrankungen ohne Komplikationen. Wenn Sie jedoch auftreten sind sie schwerwiegend und auch gefährlich. Die häufigsten Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen. Sie treten besonders bei Babys, Erwachsenen und abwehrgeschwächten Personen auf. Masern mit ihren schweren Komplikationen sind durch die Masernimpfung vermeidbar. Die Infektion mit dem Masernvirus, aber auch die Masernimpfung verleiht eine lebenslange Immunität.
Ratschläge
Kalte Wadenwickel oder Fieberzäpfchen helfen, das Fieber zu senken (ab 38,5° C). Wadenwickel sollten Sie allerdings nur dann anwenden, wenn das Kind warme Füße, Beine, Hände und Arme hat.
Ihr Kind sollte viel trinken, die Speisen sollten leicht verdaulich sein.
Dunkeln Sie bei schmerzhaften Augenentzündungen das Zimmer ab.
Hustensäfte und Hustentees helfen, den Schleim leichter zu lösen, um ihn später besser abhusten zu können. Auf hustenreizhemmende Mittel sollten Sie verzichten, da das Kind den Schleim sonst nicht aushustet und sich Bakterien ansiedeln können, die eine Lungenentzündung verursachen. . Verwenden Sie vor allem keine codeinhaltigen Mittel.
Ihr Kind sollte sich einige Tage schonen, auch wenn Fieber und Ausschlag verschwunden sind. Die Abwehrkräfte sind trotz Besserung noch nicht vollständig zurückgekehrt. Schicken Sie Ihr Kind erst ein bis zwei Wochen nach der Krankheit wieder in den Kindergarten oder die Schule.
Vorbeugende Maßnahmen:
Die aktive Schutzimpfung gegen Masern ist von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (kurz STIKO) empfohlen. Kinder werden erstmals ab dem 12. Lebensmonat geimpft. Für den vollständigen Schutz ist eine zweite Impfung notwendig. Sie wird idealerweise vier Wochen nach der ersten Impfung gegeben, spätestens jedoch bei der Einschulung. Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Sie wird üblicherweise in Kombination mit der Mumps-Impfung und der Röteln-Impfung gespritzt.
Bei Menschen, die noch nicht gegen Masern immun sind, lässt sich die Krankheit bis zum vierten Tag nach der Infektion durch eine passive Impfung verhindern oder abschwächen.
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