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Neurodermitis

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selasim


Beiträge: 10544
Ort: NRW

Mitglied seit: 11.07.2005
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Gebdatum: 14.September 1967
Kind /er: Selina, 11.11.03
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New PostErstellt: 16.07.07, 16:55  Betreff: Ankündigung: Neurodermitis  drucken  weiterempfehlen

Stargate - The Ark of Tr...
Die Neurodermitis wird auch als atopische Dermatitis, atopisches Ekzem oder endogenes Ekzem bezeichnet
Definition
Neurodermitis
ist eine chronisch-rezidivierende, das heißt eine immer wieder
auftretende Entzündung der Haut mit Juckreiz, Rötung, Nässen, Schuppung
und Krustenbildung. Sie gehört zu den atopischen Krankheiten. Atopische
Erkrankungen zeichnen sich durch eine genetisch bedingte überschießende
Immunreaktion aus. Zu diesem Formenkreis gehören u.a. auch das
allergische Asthma, die allergische Bindehautentzündung und der
allergische Schnupfen. Die Neurodermitis tritt bei ca. 4% der
Bevölkerung auf. Die Erstmanifestation, also das Entstehen der
Erkrankung, findet meist bereits im Säuglingsalter, oft schon im 2-3
Lebensmonat, selten nach der Pupertät, statt.
Ursache
Die
Krankheitsentstehung (Pathogenese) ist trotz aller wissenschaftlicher
Fortschritte noch immer nicht ganz geklärt. Gesichert ist, dass mehrere
Faktoren zusammenspielen und dass eine erbliche Veranlagung besteht.
Folge ist in jedem Fall eine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen,
die über einen noch nicht genau bekannten Zwischenschritt zur
allergischen Hautreaktion führt, welche den intensiven Juckreiz erklärt.
Symptome
Die
Symptome sind abhängig vom Alter des Patienten, es finden sich jedoch
in jedem Alter ein starker Juckreiz sowie trockene Haut und Haare.
Säuglingszeit:
Beginn an Wangen und an behaarten Kopf, später Übergang auf das ganze
Gesicht, den Rumpf, vor allem des Windelbereichs und auf die
Streckseiten der Extremitäten. Zunächst umschriebene Rötungen mit
Bläschen und Pappeln. Durch das Kratzen kommt es zu
entzündlich-nässenden oder –krustösen Hauterscheinungen, die ähnlich
dem Bild verbrannter Milch sind und deshalb auch "Milchschorf" genannt
werden. Es besteht eine große Neigung zu bakteriellen
Sekundärinfektionen.
Kindheit und Jugend:
Vor allem Befall der Ellbeugen und Kniekehlen sowie des Nackens, der
Fußrücken und Hände mit subakuten bis chronischen Hautveränderungen wie
entzündliche Rötungen, Pappeln, Kratzeffekte mit Verkrustungen.
Erwachsenenalter:
Wie bei den Jugendlichen jedoch zusätzlicher Befall von Gesicht und
oberem Körperstammbereich. Weitere Symptome: Ausfall der seitlichen
Augenbrauen, doppelte Unterlidfalte, eingerissene Mundwinkel, trockene
Lippen und Schrunden am Ohrläppchenansatz, vertiefte Furchungen der
Haut, vor allem an der Hand, verminderte Schweißbildung, Neigung zu
Kopfschuppen und Schuppung im Gesicht sowie an den oberen Extremitäten,
Hornhautverformungen und Linsentrübung. Eine Verschlechterung der
Erkrankung kann durch psychische Belastungen, kaltes Wetter und zu
stark geheizte Innenräume oder durch bestimmte Waschmittel,
Kleidermaterialien, vor allem Wolle und manche Nahrungsmittel, wie z.
B. Nüsse, Milch etc. entstehen. Dies wird durch Provokationstests
festgestellt, bei denen die zu untersuchenden Substanzen auf die Haut
aufgetragen werden. Eine deutliche Besserung ist bei Klimawechsel z. B.
durch Gebirgsklima, vor allem in Höhen über 1500 m und bei Meeresklima
zu beachten.
Komplikationen
Gefährlich sind vor allem Infektionen mit Staphylokokken und mit dem Herpes-simplex-Virus (Ekzema herpeticatum).
Diagnostik
Anamnese,
wobei bei 60-70% der Patienten eine positive Familienanamnese, also
eine familiäre Häufung besteht, klinisches Bild sowie eine körperliche
Untersuchung.
Therapie
Es
ist im wesentlichen nur eine symptomatische Therapie möglich. Eine
kausale Therapie, also eine an die Ursachen herangehende ist bisher
nicht möglich. Juckreiz stillende Maßnahmen, vor allem abends orale
Gabe von Antihistaminika (z. B. Tavegil®) und in Ausnahmefällen auch
Benzodiazepinverbindungen wie Oxazepam (z. B. Adumbran®) zur
Ruhigstellung der Patienten, äußerliche Lokaltherapie, in Abhängigkeit
von der Symptomatik, feuchte Umschläge, Farbstofflösungen,
Zink-Schüttelmixturen, Kortikoidlösungen, weiche Zinkpaste,
Kortikoidcreme, Ichthyol-Creme, gerbende Bäder (Eichenrinde), fettende
Salben, Harnstoffsalbe, Ölbäder, juckreizstillende Mittel, z. B. Teer
(als Schüttelmixtur, Paste oder Badezusatz), systemische
Glukokortikoidgabe nur bei ausgedehnten Erscheinungen und nur für kurze
Zeit. In schweren Fällen Klimakuren im Reizklima von Nordsee und
Hochgebirge, um den Patienten vor gehäuften Ekzemschüben zu bewahren,
dabei spielen auch psychische Faktoren eine Rolle. Spezielle
Maßnahmen
Tagesablauf
soweit möglich nach den Wünschen des Patienten gestalten, Patienten zur
Selbstpflege anleiten, Angehörige (Eltern) in die Behandlung mit
einbeziehen und beraten, Patienten zur täglicher körperlicher Aktivität
in frischer Luft motivieren (z. B. Spaziergänge, Radfahren),
Körperkontakt je nach Wunsch des Patienten (wird oft als unangenehm
empfunden), Raumtemperatur maximal 20°C, Luftfeuchtigkeit mindestens
55%, Stimmungslage des Patienten beobachten, Zustand von Haut und
Hautanhangsgebilden regelmäßig kontrollieren, Temperaturkontrolle,
Hautpflege, vorsichtige Pflege nach Arztanordnung, hautaustrocknende
Externa vermeiden (z. B. alkoholische Lösungen und Gele), häufiges
Baden und Duschen unter Verwendung alkalischer Seifen vermeiden,
nichtalkalische Hautreinigungsmittel verwenden (z. B. Seba med®
flüssig), nach (therapeutischem Bad bzw. nach dem Waschen der Haut mit
fetthaltigen Salben nachfetten, intensive Sonnenbestrahlung und
Schwimmbäder (chlorhaltiges Wasser) meiden, Patienten das Tragen
atmungsaktiver Stoffe (bevorzugt Baumwollkleidung) empfehlen,
Bettwäsche mit Baumwollfüllung benutzen, Ernährungsberatung, Kost nach
Erfahrungen des Patienten bzw. der Angehörigen zusammenstellen, keine
spezielle Diät, bei Überempfindlichkeit symptomverstärkende
Nahrungsmittel wie z. B. Zitrusfrüchte, starke Gewürze oder Nüsse
meiden, Nikotin- und Alkoholkarenz. Bei familiär belasteten
Neugeborenen das ausschließliche Stillen für mindestens sechs Monate
empfehlen. Psychische Begleitung, Gesprächssignale des Patienten
beachten, Selbstwertgefühl stärken, Entspannungsübungen oder autogenes
Training empfehlen, Kontakt zu Selbsthilfegruppe vermitteln, bei
starker psychischer Komponente einen Psychotherapeut hinzuziehen
Prognose
Mit
zunehmendem Alter findet meist eine deutliche Besserung der Erkrankung
statt. Von den betroffenen Säuglingen sind ca. 70% bis zur Pubertät
beschwerdefrei. Ein Teil der Betroffenen entwickelt jedoch eine andere
Erkrankung des atopischen Formenkreises, so z. B. Asthma.


____________________
Liebe Grüße

mit

http://www.carookee.com/forum/schlemmeroase
http://www.carookee.com/forum/Wichteltreff

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