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03.07.2008 - Kari Feierabend & Söhne

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manzana
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New PostErstellt: 03.07.08, 13:25  Betreff: 03.07.2008 - Kari Feierabend & Söhne  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Zusammen ist man weniger...

03.07.2008 - Kari Feierabend & Söhne

Der Club Suizo Las Terrenas zeigte gestern Abend für Mitglieder und Freunde im Hotel Coyamar den Schweizer Dokumentarfilm „Kari Feierabend & Söhne”. Ein bewegender Film vor allem für alle Eidgenossen, die ebenfalls in der Dominikanischen Republik leben.  Ein gemütlicher Abend für Residenten und Gäste. Durch zufall erfuhr ich von dieser Vorführung und besuchte sie mit meinem alten Schweizer Freund Peter. Zum Film!

Feierabend & Söhne - Eine Familiensaga zwischen der Karibik und dem Kanton Uri

Ein Film von Christoph Müller

Quelle: http://kbslu.blogspot.com/2008/04/feierabend-shne.html

Vor etwas mehr als einem Jahr zeigte „Dok“ das berührende Schicksal des Schweizer Schnapsbrenners Karl Feierabend, der in die Karibik ausgewandert und dort gestorben war. In einer Fortsetzungsgeschichte schildert der Dokumentarfilmer Christoph Müller nun das Schicksal von Karl Feierabends Söhnen und erzählt diese Familiensaga, die er von 1988 bis heute beobachtet hat.

Der Vater, Karl Feierabend wollte Grossfarmer in der Dominikanischen Republik werden und endete als karibischer Kleinbauer. Vor über 20 Jahren war er ausgewandert und hatte auf der tropischen Insel eine grosse Farm gekauft. Doch er wurde betrogen und machte nach nur einem Jahr Pleite. Doch er blieb dort und lebte auf einem kleinen Bauernhof, wo er sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlug. Mit seiner Frau Marina zeugte er vier Söhne, die nun alle nur eines im Kopf haben: sie wollen weg aus diesem armen Land.


   

Und nun kommen alle seine Söhne und auch seine Witwe Marina in die Schweiz. Sie leben jetzt im Kanton Uri, fast wie ganz gewöhnliche Immigranten aus der Dritten Welt. Der einzige aber wichtige Unterschied: sie haben alle einen Schweizer Pass. Der Film zeigt wie sie versuchen, sich in das zu verwandeln, was ihr Pass verspricht. In „richtige“ Schweizer nämlich. Das ist nicht einfach: es ist kalt im Schächental, wo sie wohnen und es ist nicht einfach, Arbeit zu finden. Dazu kommt die Schwierigkeit, die deutsche Sprache zu lernen.

Eine berührende Familiensaga über Traum und Wirklichkeit, Flüchten und Standhalten, Sieg und Niederlage. Samuel, der Jüngste, ist seit einem Jahr hier, arbeitet als Hilfskraft in einer Bäckerei und kämpft mit der deutschen Sprache. Doch er hat, wie alle seine Brüder einen grossen Traum: hier in der Schweiz will er einmal so viel Geld verdienen, dass er immer wieder zurück kann in die Karibik, dorthin, wo er aufgewachsen ist. Ein Leben zwischen zwei Welten und Kulturen. Wie es schon sein Vater vorgemacht hatte. Nur umgekehrt.

Autor Christoph Müller

Christoph Müller (57) ist Leiter der Redaktion „Reporter“ und Chefreporter des Schweizer Fernsehens. Er profilierte sich in den vergangenen Jahren durch seine Reportagen, die er als Journalist und Kameramann produzierte. Seine Filme handelten von ganz unterschiedlichen Themata und führten ihn in die verschiedensten Weltgegenden. Zum Beispiel: „Der Lauf des Lebens“ Dok über Leben und Sterben der alzheimerkranken Margrit Woodtli in Thailand. „Drei Tage im Dezember“, eine Reportage über die Wahl Christoph Blochers in den Bundesrat (2003)
„Alte Männer, kurze Hosen, junge Frauen“ über ältere Schweizer, die nach Pattaya auswandern (2005) „Russische Trilogie“ – drei Frauenbiografien in der Zeit der politischen Transformation (2001)

Früher war Müller unter anderem Korrespondent des Schweizer Fernsehens in Moskau und Leiter von 10vor10. Er gewann verschiedene Auszeichungen, darunter den Zürcher Fernsehpreis sowie den „Tele“-Preis für die Sendung „Reporter“.




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[editiert: 03.07.08, 13:44 von manzana]



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New PostErstellt: 03.07.08, 14:46  Betreff: 03.07.2008 - Kari Feierabend & Söhne - Kommentar von Manzana  drucken  weiterempfehlen

03.07.2008 - Kari Feierabend & Söhne - Kommentar von Manzana

Da haben wir sie wieder, die Mähr von der Insel der verlassenen Träume! Ein uriger Innerschweizer will sein Leben im besten Mannalter neu meistern und schliesst sich einer Gruppe gleich gesinnter Auswanderer an. Eigentlich wollte er nach „Down Under“ (Australien)  aber gelandet ist er schlussendlich auf unserer Trauminsel. Vor über 20 Jahren war er ausgewandert und hatte auf der tropischen Insel eine grosse Farm gekauft. Doch er wurde betrogen und machte nach nur einem Jahr Pleite. Nicht er machte Pleite sondern er wurde Pleite gemacht. Ein Mensch aus einem völlig anderen Kulturkreis, einer der die Ärmel hoch krempelt und in die Hände spuckt ist hier fast immer das ideale Opfer für dominikanische Geschäftemacher. Eine gewisse Portion bäuerlicher Naivität, gekoppelt mit frappantem Landesunwissen und angeborener, eidgenössische Tatkraft ist in diesem Fall der typische und gefährliche Mix zum programmierten Misserfolg.  Hätte der Mann sein Geld vor Ort auf die Bank gebracht und einfach zumindest mal ein Jahr einfach vor Ort gelebt – wäre diese Story anders ausgegangen.

 

Aber er war sehr fleissig, wie sich das für einen aus seinem Holz gehört. Zumindest hat er relativ schnell eine „typische“ Familie gegründet. Denn wenn hier Welten aufeinander prallen, dann richtig. Solch ein Schweizer Gringo  bleibt hier nicht lange alleine. Er fand rasch eine Handfeste Campensina, oder fand sie ihn? Ein gschaffiger Mann mit tannigen Hosen! Einer der sein Vieh liebte und jede seiner Bananen kannte. Ein findiger Mensch und ein gewitzter Schwarzbrenner. So einer ist doch was und sicherlich immer gern gesehen.

 

Nach Karis Tod meint die Witwe, welche in der Zwischenzeit wie seine Söhne ebenfalls in der Innerschweiz lebt, durch die Bank – „der Kari, das war ein guter Vater und Mensch!“ Klar war er das, aber er war auch ein rechter Knorz. Einer der wie Rumpelstielzchen durch das dominikanische Leben marschierte. Ein aufrechter, Innerschweizer Eidgenosse, der gerne „löffelte“ und immer ein Schwyzer Liedchen parat hatte – und wenn es der Schacher Sepp in den traurigen Minuten war. Einfache Dominikaner haben ein grosses Herz und die einfachen Campensinos sind wie er. Beschissen haben ihn die Jefes und sein Grabspruch ist darum exemplarisch – Kari, Jefe para siempre…..

 

Ob seine Jungs den Bogen raus haben werden und letztendlich in der alten oder der neuen Welt Leben, das wissen die Götter. Denn leicht werden sie es in der „bünzligen“ Schweiz sicherlich nie haben – darum soviel Lernen wie möglich und es hier den anderen Zeigen, das man durch innerschweizer Kraft in den Genen es hier auch ehrlich zu etwas bringen kann. Und die Mama ist eine Frau – die wird sicher die Gunst nutzen und in der neuen Heimat einen neuen Kari finden. All das erinnert mich an den Film „die Farbe Lila.“




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