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The rotten Charme of Sanchez

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manzana
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New PostErstellt: 25.08.07, 01:32  Betreff: The rotten Charme of Sanchez  drucken  Thema drucken  weiterempfehlen

Casio EXILIM EX-Z12 Digi...
 The rotten Charme of Sanchez

Ich mag Sanchez aber es hat für mich trotzdem immer etwas Beklemmendes. Irgendwie ist es schon lange in die Aschenputtelrolle von Samana gerutscht und das meiner Meinung nach nicht aus eigener Schuld, also zu unrecht! Einst war Sanchez, wie in anderen Beiträgen schon erwähnt, eine blühende Stadt und das in einer Zeit als in diesem Land noch Weichen gestellt wurden. Doch seither sind über 100 Jahre vergangen und trotz aller Bemühungen führt es mehr und mehr nur ein Randdasein und zerfällt dabei. Sanchez hat keine Lobby. Sanchez ist schmuddelig, sehr alt und der Putz fällt mehr und mehr ab. Ich weiß nicht, ob die Menschen, die dort leben, das genauso sehen! Sanchez ist sehr dominikanisch. Und das mit allen Vor und Nachteilen. Einerseits leben dort Menschen, die aus ihrer Situation stets versuchen, das Beste zu machen. Andererseits fehlt es wie fast überall an einem Plan oder einer Idee, das ganze zu koordinieren. Jeder macht dort, was er kann und jeder auf seine Art. Sanchez wäre eine Perle, wenn es dort Leute gäbe, die mit ihrem Erbe etwas anzufangen wüssten. Aber statt Altes mit Stolz zu erhalten, reißt man es ab und ersetzt es mit hässlichen, landestypischen Funktionsbauten. Einst hatten sich die Stadtväter etwas gedacht und Sanchez war eine typische brodelnde, karibische Hafenstadt. Seit der Hafen aber nicht mehr existiert, ist Sanchez zum Camarones Fischerdorf verkommen. Man sagt, die besten Camarones im ganzen Land kommen aus Sanchez. Das mag sein. Mechaniker gibt es in Sanchez für alles und das merkt man. Man könnte meinen, ganz Sanchez sei eine große, typische Werkstatt. Überall wird geschraubt, gehämmert und wieder gerade gebogen und überall stapeln sich die übrig gebliebenen Teile wie auf einem Schrottplatz. Lauter fleißige Handwerker und nur wenige Meister. Anscheinend gibt es in Sanchez bessere Lehrer als sonst wo, denn wenn man die Menschen in den Büros und Banken in Las Terrenas fragt wo sie herkommen, sagen sie fast immer  - aus Sanchez.

Früher war Sanchez berühmt für eine Musiker. Viele bekannte alte Bachateros kamen von hier und auch andere Musik hatte hier stets einen grossen Einfluss. Ob das an den vielen Amerikanern lag, die früher in Sanchez Handel betrieben? Sanchez hatte eine Jazzszene. In Sanchez gab es Brassbands. Heute tönt wie überall der Reggaeton aus den Colmados. Hier noch ein paar Bilder und ein paar historische Fotos, von denen ich noch mehr habe und deren Fotograf in einem separaten Beitrag genauer vorgestellt wird. Ein echter karibischer Fotograf, heute in hohem Alter, der mich in seinem Archiv stöbern ließ. Da kam so manches echt historische Bild zum Vorschein.

Ich würde gerne ein paar dieser Bilder vor dem endgültigen Zerfall retten und eine richtige Austellung für diesen Herrn vor Ort oranisieren. Dazu bracht es aber Leute, die mir helfen und die wie ich kulturell interessiert sind. Es handelt sich hier um einmalige Unikate, die man richtig reproduzieren könnte, um sie eventell als historische Poster touristisch zu vermarkten. Ein echtes Samana Souvenir und nicht der übliche Kitsch. Und der alte Herr käme noch zu Lebzeiten zu lokaler Ehre und Bekanntheit. Er lebt sehr zurückgezogen. Gerne würde ich eure Meinung zu dieser Idee erfahren. Hat jemand Interesse? Meldet euch einfach und ich stelle euch diesen Künstler gerne persönlich vor. wäre das nicht eine schöne Aufgabe?

Vamos a ver…




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New PostErstellt: 09.09.07, 03:47  Betreff: Re: The rotten Charme of Sanchez  drucken  weiterempfehlen

 

Das Leben zeigt sich uns in diesem Dread von den verschiedensten Seiten. Sanchez, diese alte Dame ist wie wir nun wissen, ein Ort voller Geschichte und Geschichten. Es gibt dort Menschen, die Geschichte life erlebt haben und die noch unter uns sind und viel zu berichten haben. Dazu gehört neben Ramon Mehija auch Donia Moja Cordero, die mit 99 JAHREN  heute eine der ältesten Bürgerinnen von Sanchez ist. Ich durfte sie heute kennen lernen und sie ist eine charmante alte Dame. Ihr seht sie hier mit Profesora Rachel Isambert, die mir heute bei den Interviews geholfen hat.

Was will ich euch damit sagen? Wenn ihr nach Samana kommt, um hier eure wohlverdienten Ferien zu verbringen, dann kommt ihr in einen Kulturraum und einen Lebensraum, der so grundverschieden von dem ist, wo ihr alle herkommt. Bedenkt das und bedenkt, das hier viele Menschen leben und bereits gelebt haben. Samana ist mehr als ein karibischer Traumstrand vor eurem Hotel! Samana ist eine gewachsene Region und Las Terrenas ist so etwas wie das jüngste Kind hier. Denn noch vor wenigen Jahren war Las Terrenas ein kleines und völlig unbedeutendes Fischerdorf und da war Sanchez schon ein geschichtsreicher Ort und am verblühen. Wenn sich also Las Terrenas und seine Menschen heute für so wichtig nehmen, das alles neben ihm verblasst, bedenkt bitte, das Las Terrenas nur das letzte Glied in einer Kette ist. Was ist Las Terrenas? eine aufstrebenden junge Stadt, die den anderen zum Teil die Luft zum Atmen nimmt. Weiter ist es nichts.....

Und wenn ihr wollt, dann zeige ich euch gerne mein Samana und das ist nicht das Samana der Kitschpostkarten oder das Samana aus dem Neckermann Katalog.  Es ist das echte Samana und das zeigt euch nicht ein Reiseleiter in irgend einem All Inklusive Hotel - denn der kennt es nicht. Woher auch, denn dafür wird er nicht bezahlt. Ich aber kenne Samana so langsam in und auswendig und mich interessieren daher auch nur noch die Ecken, wo ein Reiseleiter hoffentlich niemals auftaucht. Und das ist nicht all Inclusive sondern all Exclusive. Vamos a ver, liebe Freunde!




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[editiert: 09.09.07, 03:51 von manzana]



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manzana
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New PostErstellt: 18.09.07, 13:35  Betreff: die historische Sanchez Galerie  drucken  weiterempfehlen

Die historische Sanchez Galerie mit Bildern aus der Blütezeit von Sanchez
 

Es war eine Suche von rund 2 Jahren. Jemand hatte mir damals den Tipp gegeben, das da ein alter Fotograf in Sanchez leben soll, der noch viel über die Geschichte von Sanchez weiss und der vor allem jede Menge altes Bildmaterial hat, Zeitdokumenten aus besseren Zeiten. Ich machte mich vor 3 Wochen auf den Weg und fand nach einigem herumfragen endlich Ramon Mehija. Der Mann ist heute 81 Jahre alt, immer noch sehr rüstig und er empfing mich gerne. Derweil habe ich Ramon schon das dritte Mal besucht und er liess mich einiges von seinen alten Fotos ansehen und abfotofrafieren. Beim dritten Besuch nahm ich Rachel mit und sie führte das Interview mit Ramon. die Fragen hatte ich ihr vorher gegeben. Derzeit arbeitet sie daran, dieses Gespräch ins Reine zu schreiben. Das wird dann hier angehängt. Ramon freut sich sehr, das man sich jetzt auf einmal für ihn interessiert. So gab das Eine das Andere. Er lebt mit seiner Frau Petra, deren Foto von einst und heute man oben in der Galerie zu sehen ist, sehr bescheiden. Er hat im Lauf der Jahre eine grosse Familie gegründet und fotografiert noch heute ab und zu.

Im Moment bin ich auf der suche nach jemandem, der mir helfen kann die rund 400 Seiten Text auf spanisch zur Geschichte von Sanchez zu sichten. Erhalten habe ich einen Grossteil des Materials von Dr. Rafael Andujar. Daraus soll mit den alten Fotos ein Samana Geschichtsbuch entstehen mit antiken Fotos und andererseits dem Samana von heute. Diese geordneten Texte sollen ein Buch in vier Sprachen über die spannende Geschichte und die Entwicklung von Samana von einst bis heute ergeben. Aller Anfang ist schwer, aber wir sind hier ständig am Ball und suchen und interviewen Menschen, die uns was über die godenen Zeiten von Sanchez/ Samana erzählen können. Eine grosse Hilfe ist mir dabei Rachel Isambert, eine engagierte Lehrerin aus Las Terrenas, die mich begleitet und mir Leute sucht, die noch historisches Material gebunkert haben, das uns später Aufschluss geben wird, wie alles entstanden ist.

Durch sie kam ich auch an die Moya Fotos. Dr. Juan M. Moya, ein freundlicher Rechtsanwalt empfing uns und erzählte Rachel und mir fast eine Stunde lang aus der Geschichte von Sanchez. Und dann brachte er ein vergilbtes Couvert und das Büchlein seines Vaters Hector Moya Cordero - und da waren sie, die alten verblassten Originalbilder der Ferro Carril de Sanchez. Diese Bilder müssen schon ein ganzes Leben lang in diesem Umschlag auf jemanden gewartet haben, der sich für die Geschichte der Stadt interessiert. Auch Dr. Moya liess mich die Fotos abfotografieren und gab mir seine Visitenkarte, falls ich weitere Fragen hätte. Diese Menschen sind sehr grosszügig und geben gerne Auskunft.

Des weiteren danke ich Dr. Rafael Andujar, einem Historiker und Rechtsanwalt aus Santo Domingo, der seit einer Weile in Las Terrenas lebt und arbeitet und der mir einen Grossteil seiner Texte über die Entstehung der Ferrocarril (Eisenbahn) von Sanchez nach La Vega, Santiago überlassen hat. Andujar schreibt geschichtliche Kolumnen für die hiessige LT7 und andere Zeitungen und tritt in Santo Domingo als Talkmaster im Fernsehen auf.

Schon heute ist vielen klar, das die Geschichte von Sanchez sehr eng mit der Geschichte von ganz Samana verbunden ist und das dieser Ort heute zwar heute noch von den meisten Touristikern aus Unkenntnis schlicht übersehen wird, aber der sehr viel Potenzial für Touristen birgt, wenn man dort gemeinsam Hand anlegt und diese Perle der Karibik wieder ins rechte Licht rückt. Solange nichts geschieht, wird Sanchez wie Schneewittchen weiter schlummern und es wartet nur auf einen stolzen Prinzen, der es behutsam wachküsst. Dabei wollen wir helfen. Und diese Arbeit macht grossen Spass und ist für einen guten Zweck.

Bernd Appel (manzana)

Samana, den 18. September 2007

http://www.the-samana-page.com/samana_bildersammlungen/sanchez%20historische%20galerie.html




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[editiert: 19.09.07, 02:24 von manzana]
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New PostErstellt: 19.09.07, 02:25  Betreff: Re: The rotten Charme of Sanchez  drucken  weiterempfehlen

Sánchez - einst und heute, morgen.... eine Vision

Die Stadt besitzt etwa 25.000 Einwohner und liegt im nordwestlichen Winkel der Bucht von Samaná.

Soviel weiß Wikipedia über den Ort zu sagen. An Sánchez kommt bis jetzt niemand vorbei, der auf Rädern irgendwo hin auf der Halbinsel Samana möchte. Kennen Sie Sánchez?

Wohl kaum, behaupte ich einfach mal. Denn man ist entweder auf der Durchreise nach Las Terrenas, Samana oder nach Las Galeras. Sanchez liegt somit am Weg und ist den meisten höchstens einen Stopover an der Parada (Bushaltestelle) nach Las Terrenas wert. Dort sitzt man dann und wartet auf das nächste Guagua (Sammeltaxi). Alleine das tun sich jedoch die wenigsten Reisenden an und sie kommen per Taxi oder hoteltransfer bisher direkt von Puerto Plata und passieren Sanchez zu ihrem Urlaubsort. Bald landen sie zwischen Nagua und Sanchez und der lange Transfer verkürzt sich um fast drei Stunden. Sanchez? Keine Zeit.....

Dabei ist Sanchez eigentlich sehr interessant. Früher endete dort die Bahnlinie von La Vega nach Sanchez. In Sanchez gab es früher einen grossen Seehafen, auf dem ein großer Teil der Früchte aus dem Cibao auf große Frachter verladen wurden um hauptsächlich in die USA verschifft zu werden. Sanchez war der zweitwichtigste Hafen an der Nordküste der dominikanischen Republik und der Ort war eine Zeit lang sehr wohlhabend durch die verschiedensten Handelskontore, die sich damals im Ort niedergelassen hatten. Die alten, längst zu Ruinen verfallenden Gingerbread - Häuser zeugen noch etwas von diesem ehemaligen Wohlstand. Auch hier und da sieht man noch das eine oder andere alte Lagerhaus. Auch diesen ist der Zahn der Zeit heute deutlich anzusehen. Der Rio Yuna, der Fluss, welcher noch heute in Sanchez in die Bucht von Samana mündet, brachte schon immer sehr viel Sediment und alles andere mit.

Samana war tatsächlich einmal eine Insel. Aber der Fluss hat den heutigenLandweg geschaffen und so wurde aus der Insel eine Halbinsel. Dort, wo derzeit der neue Flughafen entsteht, war früher nichts als Meer. Der Flughafen wird sozusagen auf Sand gebaut. Durch die Sedimente wird auch die Bucht von Samana immer kleiner und der einstige Hafen von Sanchez ist heute bereits total versandet. Hier können darum schon lange keine Frachter mehr anlegen. So wurde der Seehafen geschlossen, nachdem die Bahnlinie stillgelegt wurde. Und Sanchez geriet immer mehr in Vergessenheit. Auch die Handelsvertretungen wurden allesamt geschlossen und Sanchez wurde zum heutigen Armenhaus mit den meisten Arbeitslosen der Halbinsel Samana. Heute versuchen die Bauern und Fischer von Sanchez irgendwie zu überleben und eine Zeitlang bot der Schlick und das Salz und Süßwasser - Gemisch den idealen Nährboden für die landesweit bekannten Camarones von Sanchez. Noch heute kommen die meisten der Schalentiere aus der Bucht von Samana. Die Bauern versuchen heute mit dem Verkauf von Cocos und all den Produkten, die aus der beliebten Nuss hergestellt werden, zu überleben. Aber es wird immer härter. Sanchez ist das Tor nach Samana und einige Firmen haben sich links und rechts der Strasse dort angesiedelt. Aber der Rechte Kick mag irgendwie bis jetzt nicht gelingen. Der Tourismus fruchtet in Sanchez auch nicht. Lediglich die Schnellboote laufen vom Fischerhafen Richtung Nationalpark Los Haitises aus und landen auch wieder da.

Sanchez hat mehrere Probleme zu bewältigen. Trotz der hübschen Berg - und Talstraßen, die den Ort kreuz und quer durchziehen, trotz der historischen Bauten, trotz der Lage des Ortes und trotz des durchaus sehenswerten Fischmarktes verändert sich das Ortsbild von Sanchez heute rapide. Statt jedoch die alten, geschichtsträchtigen Häuser liebevoll zu renovieren, zerfallen sie eines nach dem anderen und an ihrer Stelle entstehen die typischen Betonschachteln, die die Dominikaner heute so lieben. Städtebaulich werden hier schon lange alle Bausünden begangen, die man nur begehen kann. Einen Blick für das Schöne und Erhaltenswerte haben die einheimischen und zugezogenen Dominikaner dort wie fast überall anscheinend gleich null.

Sanchez könnte eine karibische Perle sein wie z.B. Soufrière auf St. Lucia. Ein weiteres Problem ist der Müll. Es kommen einem die Tränen, wenn man in Sanchez an die Küste kommt. Mann macht sich kein Bild von dieser Schweinerei. Da liegen mit Sicherheit mehrere große Bootsladungen Müll am Strand und ob dieser nun vom Rio Yuna angeschwemmt wurde oder von den Einheimischen einfach ins Meer geworfen wurden, spielt eigentlich keine Rolle. So aber ist die Baya von Samana ein Schandfleck und leider stört sich fast niemand daran. Anscheinend gehört der Müll zum Alltag. Klar ist, dass Sanchez so kein Touristenmagnet ist oder je werden wird. Ein weteres Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit. Denn trotz der Armut oder gerade wegen ihr, ist die Geburtenrate hier extrem hoch. Keine Chance für die Zukunft und jeder ist sich am nächsten. Ein Exportschlager sind die Frauen aus Sanchez. Gemeint sind die öffentlichen Damen, die man fast überall für wenig Geld haben kann. Hinzu kommt die Kriminalität, eine Begleiterscheinung dieses Dilemmas. Wenn man was sucht, was einem gestohlen wurde, schaut man erst mal in eine compra venta (Pfandleihe) n Sanchez und danach in Nagua. Viel Negatives über diesen Ort. Aber er hat auch seine andere Seite. Man muss sich allerdings etwas Zeit nehmen und darf keine Berührungsängste mit dem pura vida haben. Ich selber mache mir schon eine ganze Weile meine eigenen Gedanken über diesen etwas zurückgebliebenen Ort.

Und darum behaupte ich mal, dass das alles langfristig eigentlich auch seine Vorteile hat. Ab hier begint meine persönliche Sanchez Vision. Man sollte seriöse "undercover" Treffen mit den zuständigen Leuten in Sanchez arrangieren. Man sollte ihnen klarmachen, dass sie da eigentlich einen karibischen Rohdiamanten haben. Man müsste eine Stiftung ins Leben rufen und ohne es groß an die Glocke zu hängen, die Menschen vor Ort versuchen zu mobilisieren. Seien es am Anfang die Schulen oder eventuelle Vereine oder die Kommune vor Ort. All das braucht Zeit und muss sehr behutsam gemacht werden. Man müsste dabei den richtigen Menschen aus Sanchez ihr historisches Erbe Stück für Stück wieder in Erinnerung rufen. Denn mit Sicherheit wäre Sanchez der schönste Ort auf Samana, wenn man die Beutelschneider und Geschäftemacher aus dem In und Ausland lange genug auf Distanz halten könnte. Man müsste versuchen, alle rettenswerten Bauten zu erwerben, um sie dann der Stiftung anzuvertrauen. Politisch muss man auf die richtigen Knöpfe drücken. Ein Städteplaner mit ausgeprägter historischer Sichtweise muss mithelfen und Menschen aus der ganzen Karibik könnten ebenfalls mithelfen, aus Sanchez Stück für Stück wieder das zu machen, was es einst war.

Berufs - Schulen, Gewerbezentren, echtes, dominikanisches Kunsthandwerk, kreative Künstler, Maler und musische Menschen müsste man in Zukunft nach Sanchez locken um sie in den alten Gingerbread - Häusern anzusiedeln. Diese müsste man Stück für Stück renovieren. Alle Arten von wiederbelebter und neuer Kultur könnten aus Sanchez einen in langer Tradition gewachsenen Ort machen, der für andere Orte Zeichen setzen könnte. Klar braucht es daneben auch das andere Business, innovative Firmen mit Visionen für ganz Samana und eine Kommune, die voll hinter ihrem Sanchez steht.

Ein Beispiel von Vielen.

Statt Motoconchos könnte man in Zukunft z.B. Pferdefuhrwerke einsetzen, die den Touristen den alten Ort bei einer gemütlichen Rundfahrt präsentieren würde. Kaffeehäuser, authentische Restaurants und schöne Boutiquen in echten historischen Häusern könnten zum relaxten Shoppen und Bummeln einladen. Die echten Bachateros könnten alte Traditionen wieder beleben.Musik ist ein Dominikanischer Motor.Plätze gibt es in Sanchez genug. Maler, Bildhauer & Kunsthandwerker könnten in ihren "neuen", alten Ateliers zum Verweilen einladen und jungen Menschen eine Zukunft bieten, in dem sie ihnen eine Ausbildungsstätte bieten. All das könnte man lancieren und man müsste sehr darauf achten, das nicht das gleiche passiert, wie z.B. in Las Terrenas. Es bedarf dazu einer klaren Koordination von Anfang an. Die Geschäftemacher passen eh mehr nach Las Terrenas.

Das ist meine Utopie. Am Anfang aber steht immer eine Idee. Ich habe diese Idee, seit ich Sanchez zum ersten Mal bewusst erkundet habe. Klar ist auch mir der üble Gestank am Hafen in die Nase gefahren und der Müll hat mir fast die Tränen in die Augen getrieben. Aber in Sanchez leben auch sehr liebe Menschen, die es durchaus verdient haben, so etwas wie eine Zukunft zu haben. Und diese Idee lässt mich nicht mehr los und ich bin auf der Suche nach geeigneten Ansprechpartnern vor Ort. Man muss aber sehr vorsichtig sein. Gerne und schon lange arbeite ich an einem Konzept und sobald ich die richtigen Menschen kenne, werde ich mich daran machen, meine Utopie an den Mann oder die Frau zu bringen. In der Karibik braucht alles seine Zeit und diese habe ich. Und um einen Förderverein zu gründen, brauche ich auch echte Samana Fans aus dem Ausland, die mir bei dieser Aufgabe helfen. Es geht nicht um ein finanzielles Interesse, sondern um den alten Ort Sanchez und um irgendwann gelebte Träume. Hierbei bleibt es zwar meistens, doch….. vamos a ver....

manzana de samana, 15.06.2006




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